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Schwarzwald-Baar-Kreis Suche nach Endlager für Atom-Müll

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Sylvia Kotting-Uhl (links) referierte auf Einladung der Landtagskandidatin Martina Braun zur Arbeit der Endlager-Kommission. Foto: Preuß

Schwarzwald-Baar-Kreis - Das Thema beherrscht im Moment nicht eben die Schlagzeilen, ist aber deutlich existenzieller als die dominierende Diskussion um Asylbewerber: Die Frage, wo Deutschland dereinst seinen atomaren Müll endlagert. Martina Braun, grüne Landtagskandidatin, hatte die atompolitische Sprecherin Sylvia Kotting-Uhl nach Villingen eingeladen.

Die Bundespolitikerin aus Karlsruhe ist Mitglied in der so genannten Endlager-Kommission des Bundestages. Aufgabe der Kommission ist es, einen Prozess zu erarbeiten, mithilfe dessen ein Standortauswahlprozess begonnen werden kann, der das geologisch beste Ergebnis ermöglicht und gleichzeitig transparent, offen, nachvollziehbar und politisch unumkehrbar implementiert werden soll.

Ohne die Akzeptanz der Menschen, die im "wirklich ergebnisoffen" zu bestimmenden Endlagergebiet leben, seien Bau und Betrieb nicht zu bewerkstelligen, so Sylvia Kotting-Uhl: "Die Zeiten, in denen Entscheidungen rücksichtslos mit Schlagstock, Wasserwerfer und Reizgas durchgesetzt worden sind, sind spätestens seit Stuttgart 21 vorbei." Sie stellte fest, dass Endlagerstätten gerne in Grenzregionen angedacht werden. Gerade die hiesige Region sei besonders betroffen, erklärte Martina Braun mit Blick auf die Pläne Frankreichs und der Schweiz. Auch die Uralt-Reaktoren in Beznau und Fessenheim seien ja in allernächster Nähe.

Der Gast referierte über die denkbar negative Geschichte der seitherigen Endlagersuche oder deren Teststadien in der Asse, Morsleben und Gorleben. Mit einigem Entsetzen vernahmen die Besucher, um welche Mengen es geht: Mehr als 28.000 Kubikmeter stark strahlender Atommüll, mehr als 303 000 Kubikmeter mittel- und schwach strahlender Müll sowie mehr als 100 000 Kubikmeter weiterer Müll, etwa das, was aus der Asse derzeit ans Tageslicht gefördert wird, müssen sicher verwahrt werden – mindestens. Der Prozess und die Einlagerung werde nicht in einer Generation zu schaffen sein, das könne noch 100 Jahre oder mehr dauern, sagte die Bundestagsabgeordnete. Immerhin sieht sie die Kommission parteiübergreifend auf gutem Weg, und auch die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft und den Vertretern der gesellschaftlichen Gruppen sei zielführend.

Martina Braun forderte die Besucher auf, das Thema Endlagersuche nicht zu vernachlässigen und in der öffentlichen Diskussion zu verankern.

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Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

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