Der Donaueschinger Öschberghof will erweitern. Foto: Archiv

In Bad Dürrheim, Villingen und Donaueschingen gibt es bald mehr Übernachtungsmöglichkeiten.

Schwarzwald-Baar-Kreis - "Für ein Hotelzimmer", sagt Wolf-Rüdiger Bosse, "brauchst du richtig Kohle". Gemeint sind nicht Übernachtungen im Hotel, sondern Neubauten. 120 000 Euro kostet ein Hotelzimmer in einem Drei-bis Vier-Sterne-Hotel, sagt der Villinger Hotelier, der Vorsitzender der Arbeitskreises Tourismus bei der Industrie- und Handelskammer ist. Deswegen sind Betreiber von Hotelketten bei Neubauten gefragt. So hat zum Beispiel die Rebholz-Gruppe für das neue Hotel im Umfeld des Schwarzwald-Baar-Klinikums einen Markenhotel-Betreiber gewonnen. "Interconti steht dahinter", soviel sagt Günther Tarlatt, Projektplaner der Rebholz-Gruppe. Er bestätigt, dass die Größenordnung 120 Betten für Markenhotels rentabel sei. Diese Größe wird das neue Hotel beim Klinikum haben.

 

Auch beim Tonhallenareal in Villingen soll ein neues Hotel entstehen. "Ein schönes Objekt, dessen Realisierung durch einen Gemeinderatsbeschluss bereits abgedeckt ist", sagt Bosse. Und er wundert sich: "Eigentlich sollten nähere Details im Juli der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Doch das geschah nicht." 60 bis 80 Hotelzimmer sollen nach Informationen von Bosse beim Tonhallenareal entstehen.

Das Projekt ist eines von mehreren aktuellen Hotelbauvorhaben im Schwarzwald-Baar-Kreis. Das Golfhotel Öschberghof als Top-Hotel im Südwesten will um 50 Zimmer erweitern und seinen einzigartigen Wellness-Bereich noch optimieren. Auch das Hotel Waldeck in Bad Dürrheim möchte 40 weitere Hotelzimmer anbauen. "Ein unproblematischer Anbau", findet Dehoga-Sprecher Bosse.

Günther Tarlatt ist Vorsitzender des Fördervereins Parasolhotel in Bad Dürrheim. 90 Zimmer soll das Behindertenhotel haben. Mit zwei Jahren Vorlaufzeit rechnet der Projektplaner. Dann soll Baubeginn sein. Eine Wellness-Abteilung ist nicht vorgesehen. "Wir wollen die Einrichtungen des benachbarten Solemar nutzen", bekennt er.

Wolf-Rüdiger Bosse hat für die Gäste seines Hotels in Villingen ebenfalls ein Arrangement. Sie dürfen kostenlos in einem Fitness-Studio in Villingen trainieren.

"Wenn Du einen Investor findest, ist das Ding gebaut"

Als weiteres großes Hotelprojekt im Schwarzwald-Baar-Kreis gilt der Umbau des denkmalgeschützten Hauses Hohenbaden in Bad Dürrheim. Der Gemeinderat verknüpfte kürzlich eine dort ebenfalls vorgesehene Wohnbebauung mit der Bedingung, dass zuerst ein Investor für das Hotel gefunden werden müsse. Doch nach einem Betreiber für das Haus wird schon seit längerer Zeit gesucht. "Hotelneubauten rentieren sich erst, wenn sie zum zweiten Mal verkauft werden", findet Bosse. "Aber wenn Du einen Investor findest, dann ist das Ding gebaut." Trotz der hohen Kosten, die ein Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes verschlingen würde, hält Bosse es durchaus für möglich, dass sich ein Investor findet. "Es wäre ein Segen für Bad Dürrheim. wenn so etwas kommt", sagt Günther Tarlatt, der das künftige Hotel im Haus Hohenbaden im Vier-Sterne-Bereich sieht.