Foto: connel_design/Fotolia.com

Veraltete Regelung bei Rufbussen wird geändert. Fahrgäste dürfen auch in Ortsteilen wieder zusteigen.

Schwarzwald-Baar-Kreis - Ein altes System wird nun geändert. Busfahrgäste können sich freuen: Sie dürfen ab nächster Woche bei Rufbussen wieder an allen Haltestellen des Fahrplans zusteigen.

 

"Nein, sie dürfen hier nicht einsteigen – nur aussteigen", so einen Satz könnten Passagiere der Buslinie 38 nach Niedereschach schon mal gehört haben. Nach 19 Uhr wird die Linie zum Rufbus und dann kann nur noch an der Haltestelle am Villinger Bahnhof eingestiegen werden.

Warum ist das so? Der Schwarzwälder Bote hat bei dem Busunternehmen Maier, das die Linie im Rahmen des Verkehrsverbunds Schwarzwald-Baar betreibt, nachgefragt.

Die Antwort von Geschäftsführer Bernhard Maier: "Das entscheidet das Landratsamt und ist auf das NÖK zurückzuführen." NÖK – das steht für das Verkehrskonzept Nordöstliches Kreisgebiet. In diesem wird das gesamte Rufbussystem im Kreis geregelt.

Pressesprecherin des Landratsamts Heike Frank erklärt: "Das Rufbussystem im Bereich des NÖK ist eines der ältesten beziehungsweise ersten im Schwarzwald-Baar-Kreis."

Ziel bei dem Konzept für die Rufbusse sei es damals gewesen, den Einwohnern am Abend Spätverbindungen von Villingen hinaus in die Fläche des nordöstlichen Kreisgebietes zu bieten.

Deshalb seien bei den Rufbussen am Abend nur Zusteigemöglichkeiten in Villingen angeboten worden, die Rufbusse hätten dann in der Fläche die Fahrgäste an den gewünschten Haltestellen aussteigen lassen.

Ein weiterer Grund für die Beschränkung (nur zum Ausstieg) sei die Tatsache gewesen, dass die Rufbusse im Nordöstlichen Kreisgebiet logistisch mit dem Rufbussystem des Stadtverkehrs Villingen-Schwenningen kombiniert seien. Man hätte im Vorhinein nicht einschätzen können, in welcher Intensität die Rufbusse von der Bevölkerung in Stadt und Umland angenommen würden. Man wollte nicht, dass es zu zeitlichen Kollisionen kommt, wenn Rufbusse innerstädtisch und zeitgleich für den Bereich des NÖK genutzt würden.

Beschränkung wird aufgehoben

Wie Frank erklärte, gehöre der Zustand bald der Vergangenheit an. "Diese Beschränkung bei den Rufbussen im nordöstlichen Kreisgebiet wird ab kommenden Montag, 8. März, aufgehoben", teilte die Pressesprecherin unserer Zeitung mit. Die Nahverkehrsabteilung habe dies mit den Unternehmen der Verkehrsgemeinschaft Villingen-Schwenningen besprochen.

"Das bedeutet, dass ab Montag alle Rufbusse nicht mehr nur ab Villingen, sondern von allen im Fahrplan angegebenen Haltestellen im Gesamtbereich des NÖK bestellt werden können, also auch im Ortsteilverkehr von Niedereschach (zum Beispiel von Kappel nach Niedereschach oder von Schabenhausen nach Niedereschach und umgekehrt)", erklärte Frank.