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Schwarzwald-Baar-Kreis Naturschutzgroßprojekt Baar spaltet Bauern

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Auch der Unterhölzer Wald bei Donaueschingen ist in das Großprojekt einbezogen. Foto: Archiv

Schwarzwald-Baar-Kreis - Sehr enttäuscht ist Landrat Sven Hinterseh vom Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband, der dem Naturschutzgroßprojekt Baar nicht zustimmen will. Landwirte im Kreistag, wie Ernst Reiser und Patrick Bossert, wissen, warum.

Adolf Baumann (FDP) berichtete als Beispiel für die Sinnhaftigkeit des Naturschutzgroßprojektes von Hanglagen, die bereits von Landwirten aufgegeben und den Schaf­haltern überlassen worden seien. "Ich wäre dankbar, dass diese Flächen noch in 15 Jahren so aussehen wie heute", sagte er.

"Ja, das gibt es. Es gibt aber auch Flächen, zum Beispiel in Pfohren, die sind gutes Ackerland", konterte Patrick Bossert (CDU). Diese könnten, so befürchtet er, im Naturschutzgroßprojekt weniger wert werden, weil Wiesen dann nicht mehr gedüngt würden." Bossert empfahl wie CDU-Fraktionssprecher Jürgen Roth, den Landtagsabgeordneten und ehemaligen BLHV-Vize Karl Rombach als Vermittler ins Boot zu nehmen.

"Wir sind uns einig auch in der Fraktion, dass das ein gutes Projekt ist", erklärte Roth. "Es gibt Ängste und Sorgen, dass den Landwirten Fläche genommen wird", bestätigte er. Trotzdem fände er es schön, die Verbände mitzunehmen. Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband ist dagegen, dass die zweite Phase, nämlich die Umsetzung des Naturschutzgroßprojektes Baar, eingeleitet wird, weil dann Produktionsflächen eingeschränkt würden. Im Herbst sollen noch mal Gespräche stattfinden.

Das bedeutet zunächst, dass Phase eins ein paar Monate länger dauern wird. Das Projekt ist außerdem teuerer geworden. 1000 Maßnahmen in 18 Fördergebieten sollen nun 8,6 statt fünf Millionen Euro kosten. Eine Verteuerung um 70 Prozent, wie Ernst Reiser vorrechnete. Allerdings muss der Kreis nur 72 000 Euro pro Jahr aufbringen, der Rest sind Fördermittel und ein Beitrag des Landkreises Tuttlingen. Für den Bauernverband entscheidend sei, erklärte der stellvertretende Landrat Joachim Gwinner, dass die Produktion "erheblich beeinträchtigt" würde. "Wir müssen intensiv darüber nachdenken, ob wir die Produktionsflächen ganz rausnehmen", sagte er. Es hätten bereits Gespräche mit einzelnen Landwirten und mit dem Verband stattgefunden.

"Analysieren Sie, welche Landwirte betroffen sind und reden Sie mit denen", schlug Ernst Reiser (Freie Wähler) dem Landrat vor. Das habe er schon vor fünf Jahren dem damaligen Landrat Karl Heim nahegelegt. "Doch der hat nicht gemacht, was ich gesagt habe." Diese betroffenen Landwirte, so Reiser, hätten Druck auf den BLHV gemacht.

"In drei Jahren haben wir auch nicht geschlafen", konterte Gwinner.

Persönlich sehr enttäuscht", zeigte sich Armin Schott (Grüne), dem das Projekt sehr wichtig ist. "Das ist eine Chance nicht nur für die Natur, sondern auch für Landwirtschaft und Wirtschaft.", sagte er. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete und Landwirtin Martina Braun sagte, man müsse sich die Frage stellen, ob die Betriebe wirklich immer größer werden müssten.

"Großes Unverständnis" äußerte Anton Knapp (SPD), zumal die Landwirte nach dem "doppelten Freiwilligkeitsprinzip" befragt worden seien, und auch Siegfried Heinzmann (SPD) erklärte, es sei wichtig, dass das Großprojekt durchgeführt werde, "selbst wenn es nur in abgespeckter Form ist. "Unsere Fraktion steht zu dem Projekt", sagte Heinzmann.

Landrat Hinterseh wies darauf hin, dass alle Forderungen, die der BLHV gestellt habe, erfüllt worden seien. "Wir waren entsetzt, als wir aus dem Nichts das Schreiben bekamen, wo wir doch eigentlich auf einem guten Weg sind", sagte er. Es stimme nicht, dass Produktionsfläche in großem Stil verschwinden werde. "Wir leben im Jahr 2016 und nicht 1950", so Jurist Hinterseh. Und er legte den Gegnern des Naturschutzgroßprojektes nahe: "Man muss an das Ende denken. Schließlich gibt es hoheitlichen Naturschutz und, wie wir es wollen, kooperativen Naturschutz."

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Cornelia Spitz

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