Die Gewinner des 26. Kulturpreises Schwarzwald Baar sind Natalia Brosel, Villingen- Schwenningen, und Luca Wassmer, Mönchweiler.
2025 erfolgte die vom Landkreis in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Schwarzwald-Baar im vierjährigen Wechsel in den Bereichen Musik und Gesang, Kleinkunst und Theater, Literatur und Dichtung durchgeführte Auszeichnung in der Kategorie Bildende Kunst.
Eine rekordverdächtige Anzahl von 48 Künstlern zwischen neun und 83 Jahren mit Bezug zum Landkreis reichten ihre Werke ein. Für die dreiköpfige Fachjury mit dem freischaffenden Künstler und Grafikdesigner Jonas Fehlinger, Atelierbesitzerin Sabine Zeisberg sowie Kunsthistorikerin und Kuratorin Cora von Pape war die Wahl der Preisträger eine Herausforderung.
Am Ende erhielten indes zwei junge Künstler den mit jeweils 5000 Euro dotierten Preis, bei denen die Kriterien künstlerisches Schaffen, Nachwuchs und Bezug zum Landkreis herausragten. Beide waren absolut überrascht und stolz über die Auszeichnung. „Ich habe lediglich eine Einladung zum heutigen Abend“, konnte Wassmer auch nach einer Stunde noch immer nicht fassen, dass er sich in die Liste der Kulturpreisträger Schwarzwald-Baar einreihen kann.
In ihrer Laudatio sprach Cora von Pape von zwei Kulturpreisträgern, deren künstlerische Arbeiten und Bezug zum Landkreis unterschiedlicher nicht sein könnten. So beschrieb sie das Wirken der 1991 geborenen Natalia Brosel als Ausdruck und tiefes Empfinden eigener Erfahrungen, die sie auf ihrem Lebensweg von Kasachstan, über die Krim, Kiew und Moskau nach Villingen-Schwenningen machte.
Dem 2006 in Villingen geborenen und Mönchweiler aufgewachsenen Lucas Wassmer attestierte von Pape in seinen Werken die Vielfalt an biologischen, formalen, physiologischen und künstlerischen Reizen auszudrücken, welche Bäume als Lebensform bieten. „Beide Preisträger eint, dass sie in ihrem Schaffen den Dialog suchen, Brosel zwischen den Menschen, Wassmer zwischen den Menschen und der Natur. Sie zeigen, dass kreative Entwicklung bedeutet, die eigene Handschrift ständig weiterzuentwickeln und neue Perspektiven auf vertraute Themen zu öffnen.“ Von Pape ergänzte, dass beide Künstler für eine zeitgemäße, offene Haltung gegenüber ihrer Kunst und Umgebung stehen.
Die Eröffnung hatte Hausherr Sven Hinterseh übernommen, der die Förderung und das Stattfinden von Kultur als eine Pflichtaufgabe für jede Gesellschaft bezeichnete. Er verwies am Beispiel der aus Schonach stammenden meterhohen Turmuhr auf die Kulturhistorie im Foyer des Landratsamtes. Zudem lud er ein, bis Mitte Dezember während den Öffnungszeiten die Werke der beiden Preisträger im Landratsamt zu besichtigen. „Kultur ist nicht alles, aber ohne Kultur ist alles nichts,“ schloss Hinterseh mit einem Zitat von Carl Valentin.
Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Schwarzwald-Baar, Florian Klausmann, unterstrich mit Nachdruck, dass die Kulturförderung als Unternehmenszweck unabhängig von Börsen und Finanzen zum Portfolio der Sparkasse Schwarzwald-Baar zählt.