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Schwarzwald-Baar-Kreis Elektrifizierung der Höllentalbahn wird zum Finanzhorror

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Die neuen Triebwagen der Baureihe 1440 von Alstom Coradia Continental werden ab dem Fahrplanwechsel im Dezember die dann elektrisch betriebene Höllentalbahn befahren. Foto: Kremenkow

Schwarzwald-Baar-Kreis - Zu einem Finanzhorror mit deutlichem Ärger über das Gebaren der Deutschen Bahn hat sich die Elektrifizierung der Höllentalbahn für die Schwarzwald-Baar-Kreisräte entwickelt.

Mit dem 17. Sachstandsbericht im Fachausschuss für Verwaltung und Wirtschaft informierte nun der Geschäftsführer des Zweckverbandes Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF), Uwe Schade, über eine weitere Kostensteigerung. Ziel des Bauprojektes ist die durchgehende Elektrifizierung einer umsteigefreien Bahnstrecke von Emmendingen über Breisach, Freiburg, Neustadt, Donaueschingen nach Villingen – und damit eine deutliche Verbesserung für die Nutzer dieser wichtigen Bahnverbindung.

Bereits 2011 hat der Schwarzwald-Baar-Kreis mit dem ZRF einen öffentlich-rechtlichen Vertrag über die Planung und Co-Finanzierung der Elektrifizierung und Infrastrukturertüchtigung der Schienenstrecke Neustadt-Donaueschingen abgeschlossen.

Trotz einiger Herausforderungen, vor allem bei den Tunnelarbeiten, werden die Baumaßnahmen pünktlich abgeschlossen sein. Die neuen elektrischen Fahrzeuge, die die Höllentalstrecke künftig bedienen sollen, wurden bereits geliefert und werden zur Schulung der Triebwagenführer genutzt. Am 15. Dezember soll die durchgängig elektrifizierte Ost-West-Verbindung wie geplant in Betrieb gehen.

Deutlich aus dem Planungsrahmen geraten sind die Gesamtbaukosten. Sie stiegen seit dem Sachstandsbericht von März 2017 von 30,04 auf 38,12 Millionen Euro. Für den Streckenabschnitt im Schwarzwald-Baar-Kreis erhöht sich der Kostenanteil für diesen Zeitraum um runde vier auf 18,51 Millionen Euro.

Deutlich formulierten Ärger hat im Fachausschuss ausgelöst, dass damit auch die ursprünglichen Planungskosten entsprechend den jüngsten Submissionsergebnissen angehoben wurden. Schades Erläuterung, dass bei der DB vergessen wurde, bestimmte Kosten aufzunehmen, konnte den Unmut der Kreisräte kaum beschwichtigen. Zumal der Geschäftsführer auch keine Garantie dafür abgeben konnte, dass es bei dem aktuellen Kostenstand für den Schwarzwald-Baar-Kreis von 18,51 Millionen Euro bleiben werde. Für Kreisrat Jörg Frey (FW) ist die Kostensteigerung für den Landkreis "grotesk". Gar kein Verständnis hat der Schonacher Bürgermeister dafür, dass trotz der eingeräumten Fehler dann auch noch die Planungskosten erhöht wurden. Frey resümierte eine "stümperhafte Planung und erbärmliche Umsetzung. Schade, das als Kreis schlucken zu müssen", und forderte einen "Rabatt für Versäumnisse" ein.

Oliver Freischlader (SPD) unterstellte, dass die Bahn nun über erhöhte Planungskosten ihre eigenen Mehrkosten zu finanzieren versuche. Trotz allem, "das Projekt ist es wert". Ebenso dringend notwendig sei die Elek­trifizierung bis Rottweil und die Weiterführung des Ringzuges. Ebenso harsch fiel die Kritik von Königsfelds Bürgermeister Fritz Link (CDU) aus. Er sieht "Unwahrheiten" bei der DB und möchte mögliche Schadenersatzforderungen prüfen. Die Grünen möchten bei der Bahn "Kulanz" einfordern und Adolf Baumann (FDP) sieht das Projekt zwar auf der Zielgeraden, man wisse aber nicht "was noch kommt".

Landrat Sven Hinterseh hatte "keinen Widerspruch zu Gesagtem", machte aber deutlich, dass man sich als Kreis an die Verträge halte und dort sei "Automatisierung verankert". Und "hätten wir das Projekt 2011 nicht angeschoben, wäre die Strecke nicht elektrifiziert worden". Vorerst gelte es, die Baustelle abzuschließen. Die Finanzierung der Mehrkosten koste den Kreis Liquidität. In der Kreistagssitzung am 4. November werde man im Rahmen des Haushaltsplanentwurfs 2020 Vorschläge machen, sagte der Landrat.

Die große Einweihungsfeier zur Höllental-Elektrifizierung findet am Samstag, 14. Dezember, statt.

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