Mehr als 600 Gäste aus der gesamten Bundesrepublik feierten am Mittwochnachmittag in der Neuen Tonhalle in Villingen-Schwenningen das 40-jährige Bestehen der Dualen Hochschule in Schwenningen. Foto: Kienzler

40 Jahre DHBW: Zur Feierstunde in der Neuen Tonhalle kommen mehr als 600 Gäste. Festredner ist Erwin Teufel.  

Schwarzwald-Baar-Kreis - Wie war das vor 40 Jahren? Statt Recherche im Internet zog man für eine Diplomarbeit von Bibliothek zu Bibliothek, weil die Bücher ausgeliehen waren, die Schreibmaschinen konnten höchstens eine Zeile speichern und die Professoren kamen zur mündlichen Prüfung sogar ans Krankenbett.

Diese Anekdoten kamen bei der 40-Jahr-Feier der Dualen Hochschule in der Neuen Tonhalle am Mittwoch zur Sprache. "Und was habt ihr damals verdient?", wollten die Studierenden des Jahres 2015 wissen. Immerhin waren das damals schon 500 bis 800 Mark.

Die Duale Hochschule, so erklärte deren Ehrensenator Erwin Teufel als Festredner, habe mit allen vier Rektoren großes Glück gehabt. Die vier wurden in Kurzfilmen dem Publikum in einer kurzweiligen Präsentation vorgestellt. Begonnen mit Rudolf Mann, dessen Tatkraft, Esprit und Weltoffenheit die damalige Sekretärin noch heute rühmt, bis zu Gernot Riegraf, dem das Studium Sozialwirtschaft zu verdanken ist und seinem Nachfolger Ulrich Sommer, dessen Innovationen in die Hochschulgeschichte Eingang finden sowie dem heutigen Rektor Jürgen Werner. "Sie alle sind erfahrene Leute und Idealisten", lobte Teufel.

Mit 14 Studierenden in persönlicher Atmosphäre begann es im Jahr 1975, heute sind es 2500. "Durch den enormen Ausbau der Studiengänge im Ausbauprogramm 2012 konnten wir den Bedarf unserer Dualen Partner erfüllen", berichtete Rektor Jürgen Werner im Verlauf der kurzweiligen Veranstaltung. Allerdings, so Werner, werden die Studierendenzahlen in den bestehenden Fakultäten nicht mehr wachsen. Die meisten Akademien seien schon auf einen neuen Bereich eingestiegen, die Gesundheitswissenschaften. Prorektor Hochenbleicher-Schwarz habe bereits vor zwei Jahren einen innovativen Pflegestudiengang entwickelt, der wegen eines Moratoriums des Ministeriums nicht eingeführt werden konnte. "Jetzt besteht die Möglichkeit, diesen Studiengang wieder zu beleben und auch wir können dadurch an diesem Zukunftsmarkt teilhaben", so stellte der Rektor in Aussicht. Er lobte die gute Zusammenarbeit mit der Hochschule Furtwangen, die nun von einem gemeinsamen Forschungsprojekt gekrönt werden könnte. Werner betonte die Bedeutung der Masterstudiengänge für die Duale Hochschule, deren Studierende die besten Abiturnoten hätten. Bei Schülerinformationstagen werde nach Masterstudiengängen gefragt. "Ohne eigene Masterstudiengänge werden unsere Dualen Partner deshalb nicht mehr die hoch qualifizierten Studierenden wie bisher rekrutieren können, sondern diese werden sich anderweitig orientieren", so Werner.

Stimmenimitator Peter von Kron überbrachte täuschend echt eine Glückwunschbotschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, "moderierte" eine Podiumsdiskussion, bei der er abwechselnd Günther Öettinger, Thomas Gottschalk und Gerhard Schröder gab. Und schließlich ließ er gar in einem literarischen Kabarett Marcel-Reich-Ranicki und Helmut Karasek die Festschrift zum Jubiläum der Dualen Hochschule vorstellen. Viel Beifall ernteten die Bronx-Sistas, die 2014 Weltmeister im Hip-Hop-Streetdance geworden waren. Radiomoderatorin Yvonne Blum führte gekonnt durch die Veranstaltung

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