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Schwarzwald-Baar-Kreis Coronavirus: Keine Entwarnung, aber kleinere Sorgen

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Unter den insgesamt 347 bestätigten Fällen standen am Donnerstag 210 Personen mit einer aktiven Corona-Erkrankung in der Statistik. (Symbolfoto) Foto: Pixabay

Schwarzwald-Baar-Kreis - Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Krise klingt so etwas wie Zuversicht heraus aus dem Gespräch mit Landrat Sven Hinterseh, Gesundheitsamtsleiter Jochen Früh und Klinik-Geschäftsführer Matthias Geiser. Die exponentielle Kurve scheint flacher zu werden, das Gesundheitssystem der Region ist noch nicht überlastet.

Die Entscheidungsträger des Landkreises, der Stadt und des Klinikums sitzen zwischen zwei Stühlen. Einerseits ist da der Blick auf die aktuellen Zahlen, der hoffnungsvoll stimmt. Andererseits aber ist da auch die Sorge, dass die Menschen in der Region gerade über die Feiertage, nach entbehrungsreichen Wochen und bei prognostiziertem schönstem Feiertagswetter schwach werden und sich treffen, anstatt Vernunft walten zu lassen und sich weiterhin an die Verordnungen zu halten.

Seit einigen Tagen scheinen die Auswirkungen der Schutzmaßnahmen und Schließungen in der Region spürbar zu werden. Unter den insgesamt 362 bestätigten Fällen standen am Freitag 217 Personen mit einer aktiven Corona-Erkrankung in der Statistik – 142 sind genesen, drei Menschen starben an den Folgen der Infektion. Das Wachstum liegt, so Jochen Früh, bei etwa drei Prozent und nicht mehr bei zehn Prozent. Dennoch sei es zu früh für eine Entwarnung, meint Früh, es könnte auch nur "eine kleine Verschnaufpause" vor erneut steigenden Zahlen sein. Die Feiertage müsse man abwarten um aus den jüngsten Zahlen einen Trend ableiten zu können.

Gesundheitssystem ist nicht überfordert

Ähnlich sieht es offenbar der Landrat des Schwarzwald-Baar-Kreises, Sven Hinterseh. "Die Maßnahmen in den vergangenen Wochen scheinen ihre Wirkung zu entfalten", freut er sich, noch vorsichtig. Es sei gelungen, die exponentielle Kurve abzuflachen, "so dass zumindest bei uns das Gesundheitssystem aktuell nicht überfordert ist". Läuft es weiterhin so, erwartet der Landrat am Dienstag nach Ostern einen Fingerzeig von höherer Stelle, etwa dem Land, für eine Exitstrategie.

Auch Klinik-Geschäftsführer Matthias Geiser klingt nicht mehr ganz so sorgenvoll wie der Vertreter des Schwarzwald-Baar Klinikums zuletzt. Nach aktuellen Prognosen habe man auch in der Corona-Klinik in Donaueschingen noch ausreichend freie Betten für die nächsten zwei Wochen. Das Ausmaß an Infektionen unter der Belegschaft entspreche etwa demselben Grad wie allgemein in der Bevölkerung. Von den 3200 Mitarbeitern, schätzt Geiser, seien etwa 15 bis 20 erkrankt.

Zwei Lieferungen von Schutzkleidung

Bezüglich der Ausstattung mit Schutzkleidung habe sich die Lage hinsichtlich der Mundschutze nach FFP2-Standard mittlerweile etwas verbessert, zwei Lieferungen trafen zwischenzeitlich ein. Bei allen anderen Schutzkleidungen jedoch werde es "zunehmend knapper".

46 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung wurden am Donnerstag stationär im Kreisklinikum behandelt sowie 19 Verdachtsfälle. Zu beklagen gab es dort seither sechs Todesfälle, wobei drei Verstorbene aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis stammen, zwei aus dem Landkreis Rottweil und einer aus der Region Breisgau-Hochschwarzwald, wie Kliniksprecherin Sandra Adams erläuterte. Und auch sie klingt zuversichtlich: "Ich denke, bis zirka Mitte April dürften die Zahlen stabil bleiben."

Verstöße können teuer werden

Ihren Teil dazu beitragen sollen auch die Kommunalen Ordnungsdienste (KOD) in den Städten und Gemeinden im Landkreis während der Feiertage. Alleine in Villingen-Schwenningen werden laut Pressesprecherin Oxana Brunner während der Feiertage sechs Mitarbeiter im Einsatz sein, darüber hinaus ist ein Sicherheitsdienst mit 24 Mitarbeiterin in diese Aufgabe eingebunden. Letzterer kann zwar keine Bußgelder verhängen, aber besonders Uneinsichtige durchaus an die KODs der Stadt verweisen. Dort werden immer wieder Verstöße registriert. Und das kann teuer werden: Kommen mehr als zwei Menschen zusammen, werden pro Kopf Bußgelder in Höhe von 250 Euro zuzüglich 28,50 Euro Verwaltungsgebühr fällig – bei Wiederholungstätern sogar das doppelte. "Und auch das kam schon mehrfach vor", sagt Brunner bedeutungsschwer. Die Einschränkungen im täglichen Leben also seien besser nach wie vor in Kauf zu nehmen.

Davon sind aktuell auch viele Autofahrer und vor allem Motorradfahrer betroffen, die es nach draußen zieht und die gerne ihre Cabrios und Motorräder, aber auch sonstige Fahrzeuge zulassen möchten. Frank Fetzer, der Leiter des Straßenverkehrsamtes, hat für sie keine guten Nachrichten: Die Wartezeiten für die Zulassungen der Kraftfahrzeuge ist beträchtlich, aktuell liegt sie etwa beim 12. Mai. Unternehmen und Autohäuser würden bevorzugt behandelt, Private brauchen Geduld und müssen vorher zwingend online einen Termin vereinbaren. Im Viertelstundentakt werden dann an normalen Tagen 38 Kundentermine von drei Mitarbeitern abgewickelt, an den langen Donnerstagen sogar 108. 1462 Zulassungsvorgänge seien so in der Vorwoche abgewickelt worden, erzählt Fetzer, der Privatkunden nur zwei Möglichkeiten aufzeigt: Wer aus zwingenden Gründen die Zulassung beschleunigen muss, etwa weil er als Arzt auf seinen Wagen angewiesen ist, müsse sich melden und erhalte dann vorher einen Termin. Alle anderen können sich an einen Zulassungsdienst wenden – das kostet zwar, geht aber auch schneller, weil Unternehmen bevorzugt behandelt werden.

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