Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Schwarzwald-Baar-Kreis Bürger wehren sich gegen zu "niedrige Flughöhe"

Von
Foto: © Combo Design – stock.adobe.com

Schwarzwald-Baar-Kreis - Jörg-Dieter Klatt hat nicht mal mehr an Sonntagen Ruhe. Nicht nur, dass die Bürgerinitiative seit langem gegen Fluglärm durch den Zürcher Flugverkehr im Kreis kämpft. Nun vermutet der BI-Sprecher auch noch an Sonntagen "zu niedrige Flughöhen".

In einem offenen Brief an die Redaktion des Schwarzwälder Boten stellt er seine Beobachtungen dar, die er an einem Sonntag Mitte August gemacht hat. "Am gestrigen Sonntag habe ich wahrgenommen, dass neuerdings selbst an Sonntagen der Warteraum RILAX für Warteflüge in Anspruch genommen wird", kritisiert er. Zwischen 10 und 12 Uhr, so Klatt, haben insgesamt zwölf Flugzeuge in "mutmaßlich zu niedriger Flughöhe" Warteschleifen über den Gemeinden Donaueschingen, Brigachtal, Villingen-Schwenningen und Bad Dürrheim geflogen. Da die Flüge im Warteraum RILAX praktisch immer auf "Flightlevel" 130 geflogen werden, um einen steilen Landeanflug auf Zürich zu vermeiden, "gehe ich davon aus, dass die Vorschriften am Sonntag missachtet worden sind, da ich die Flugzeuge in deutlich niedrigerer Flughöhe als an Wochentagen wahrgenommen habe", argumentiert er.

Die "vermutlich zu niedrige Flughöhe" ist das eine. Das andere: Für Jörg-Dieter Klatt ist das Maß voll. Seit 20 Jahren "haben wir ein grundsätzliches Problem mit dem Fluglärm" und den "Komfort-Wartezonen" für die Schweizer, zieht er Bilanz. Damit nicht genug: Und nun werde man auch noch an Sonntagen mit vermutlich zu niedrigen Flughöhen konfrontiert. Die BI wendet sich nun an zwei offizielle Stellen: Die zivile Flugsicherung Sky Guide von Schweizer Seite aus und die Deutsche Flugsicherung sollen Stellung zu den Flughöhen an jenem Sonntag nehmen. Klatt steht nicht alleine mit seinen Beobachtungen da: "Ich bin von einigen Leuten angesprochen worden."

Belastung für Region

Ganz gleich, welche Stellungnahmen auch zurückkommen mögen: Selbst wenn die vorgeschriebenen Mindestflughöhen eingehalten worden seien, stellen die Überflüge eine "unnötige zusätzliche Belastung der Region" dar. "Sollten nach Darstellung der Schweizer Behörden die Überflüge keine Störung der Sonntagsruhe ausgelöst haben, stellt sich die Frage, weshalb dann die Warteflüge nicht über schweizerischem Hoheitsgebiet gefunden haben?", frägt Klatt süffisant.

Unterstützung findet die Bürgerinitiative nicht nur durch regionale Politiker. Klatts Protestschreiben geht auch an das Landratsamt im Schwarzwald-Baar-Kreis. Ja, die Behörde werde reagieren, versichert Kristina Diffring, Referentin des Landrats Sven Hinterseh auf Anfrage des Schwarzwälder Boten. Man werde die Schweizer und die deutsche Flugsicherung um Angaben zu den Flughöhen an jenem Sonntag wie auch an den Tagen zuvor über Rilax bitten. Für die Kreisbehörde sind solche Negativ-Reaktionen aus der Bevölkerung ohnehin nichts Neues. In den vergangenen Monaten sei es immer wieder zu Äußerungen Betroffener gekommen, wonach zu niedrig geflogen werde, insbesondere aus dem Kreis Waldshut und der Gemeinde Hohentengen. "Das wurde auch im Fluglärmbeirat thematisiert."‹ Das deutsche Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) habe sich bereit erklärt, bei substantiellen Beschwerden – "die von Herrn Klatt sehen wir als solche an" – dem nachzugehen.

Zu Recherche "gern bereit"

Was sagt die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH zu den Vorwürfen? Zum Fall zunächst gar nichts. Pressesprecherin Kristina Kelek weiß nichts von Meldungen im Monat August. "Wenn es Abweichungen (zum Beispiel bei der Flughöhe) gebe, bekommen wir eine Meldung". Rein theoretisch.

Doch angesichts von rund 11 000 Flugbewegungen am Tag wollen es die Mitarbeiter der DFS genau wissen: "Wir brauchen exakte Angaben zu Datum, Uhrzeit und dem Gebiet, das überflogen wurde", so Kelek. "Dann sind wir gern bereit dazu, die Flugbewegungen zu überprüfen." Kelek weist aber auch darauf hin, dass im Sommer die Zahl der Beschwerden steige: "Die Menschen halten sich eher draußen auf und beobachten auch mehr."

Artikel bewerten
25
loading

Top 5

6

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.