Beliebt und modern: die Beruflichen Schulen im Kreis. Doch den Einrichtungen fehlen Lehrer. Foto: Kienzler

Kultusminister Andreas Stoch hört sich Sorgen an. Lehrer und Wirtschaft ziehen an einem Strang.

Schwarzwald-Baar-Kreis - Es hat schon Züge eines Marathonlaufs. Die Beruflichen Schulen im Kreis kämpfen seit Jahren dafür, genügend Lehrer zugeordnet zu bekommen, um die Unterrichtsversorgung zu 100 Prozent sicherstellen zu können. Wie sehr Schulleitern, Lehrern und Vertretern der Wirtschaft die optimale Unterrichtsversorgung auf den Nägeln brennt, wollen sie bei einem internen Gespräch mit Kultusminister Andreas Stoch verdeutlichen. Der Politiker kommt am Montag, 24. Februar, auf Einladung der Industrie- und Handelskammer (IHK) in den Kreis.

 

Mit dabei sein wird freilich auch Rainer Eberlei, geschäftsführender Schulleiter der Beruflichen Schulen im Landkreis. Der Rektor der Robert-Gerwig-Schule in Furtwangen weist im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten insbesondere auf die Benachteiligungen des ländlichen Raums hin. Ein Problem, das hinlänglich bekannt sei, ohne dass sich Wesentliches bei der Versorgung mit ausreichend Lehrern verbessert hat. Doch die Zahlen sprechen für sich: Das Defizit im Schwarzwald-Baar-Kreis (95/96 Prozent) sei doppelt so hoch wie im Großraum Stuttgart, erklärt Rainer Eberlei. Probleme gebe es an allen Beruflichen Schulen, vor allem in der Oberstufe fehlen Lehrkräfte für die Fächer Mathematik, Physik und Englisch. Überbrückt würde die fehlende Lehrerzahl durch Abordnungen und befristete Verträge. "Das ist aber keine Lösung und bietet überhaupt keine Kontinuität", verdeutlicht Eberlei.

Einen Funke Hoffnung sieht der Rektor mit einem vorgeschalteten Ausschreibungsverfahren für den ländlichen Raum am 10. Februar. Ob sich Lehrer tatsächlich für die Beruflichen Schulen in Furtwangen, Donaueschingen oder Villingen-Schwenningen entscheiden, bleibt freilich weiter offen. Die Schulen werden im Bemühen um ausreichend Lehrkräfte von der IHK und der Handwerkskammer unterstützt, versichert Rainer Eberlei.

Und auch weitere Fragen, so Eberlei, bleiben spannend. Wie gehe es weiter mit der regionalen Schulentwicklung und mache es Sinn, dass Gemeinschaftsschulen eine Oberstufe bekommen? Letztere Frage verneint der Rektor, denn an den Beruflichen Gymnasien gebe es bereits eine Oberstufe. So gebe es genügend Diskussionsstoff, wenn der Kultusminister zum Gespräch nach Villingen-Schwenningen kommt.