Die Kriste trifft die Wirtschaft der Region. Foto: Montage: Ulm

Mehr als 300 Unternehmen in der Region haben Geschäftsbeziehungen nach Russland, 123 in die Ukraine.

Schwarzwald-Baar-Heuberg - Mehr als 300 Unternehmen in der Region sind laut einer statistischen Auswertung der IHK direkt von den Auswirkungen der Krim-Krise und den wirtschaftlichen Verwerfungen betroffen. "Die Krim-Krise wird die Bedingungen für Exporte nach Russland und in die Ukraine sicherlich verschlechtern. In der Hauptsache sind Exporte in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik und Medizintechnik betroffen", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Albiez. Die russischen und ukrainischen Märkte seien ohnehin schwierig, da sogenannte "nicht tarifäre Handelshemmnisse" den Marktzugang erschwerten, also Hürden, die nicht direkt mit Zöllen oder sonstige Abgaben zu tun haben.

"Die Unternehmen sind derzeit vorsichtig. Geplante Investitionen werden erst einmal verschoben. Aufgrund der allgemein schwierigen Finanzsituation wird in die Ukraine in der Regel gegen Vorkasse geliefert", ergänzt IHK-Außenhandelsexperte Christoph Moschberger. "Beiden Staaten wird in den kommenden Jahren, basierend auf erheblichen Bodenschätzen, ein deutliches Wachstum zugetraut", so Moschberger.

Obwohl Russland in der IHK-Länderstatistik zur Zeit nur an 23. Stelle und die Ukraine lediglich auf Rang 44 steht, seien beide Länder ohne Zweifel wichtige Märkte für die heimische Wirtschaft. Thomas Albiez weist darauf hin, dass die IHK in dieser Situation den regionalen Unternehmen mit einem breiten Beratungsangebot zur Seite steht. Bei individuellen Problemstellungen greifen die IHK-Spezialisten auf die Expertise im IHK-Verbund zurück. So ist beispielsweise die IHK Rhein-Neckar in Mannheim auf den russischen Markt spezialisiert. "Politische Einflüsse gehören seit je her zu den Geschäftsrisiken. Als exportorientierte Region können die lokalen Unternehmen damit umgehen. Wichtig ist es, im Interesse der hiesigen Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft dennoch alle Chancen zu nutzen. Daran arbeiten wir gemeinsam", betont der Hauptgeschäftsführer. 207 Unternehmen aus der Region haben direkte Geschäftsbeziehungen mit Russland durch regelmäßige Exporte im Rahmen gewachsener Geschäftsbeziehungen in die Russische Föderation. In die Ukraine exportieren 123 Unternehmen.

Gleichzeitig importieren 20 hiesige Betriebe Waren aus Russland und zwölf aus der Ukraine. Über 45 regionale Unternehmen sind laut IHK in Russland vertreten, in der Ukraine sind es 22 Firmen. 26 Unternehmen und zwölf der Ukraine unterhalten sogar eine eigene lokale Niederlassung.

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