Die Deutsche Bahn lässt die Intercity-Züge der Gäubahn bald von Loks der Baureihe 110/115 oder 181 ziehen. Foto: DB

Mit Fahrplanwechsel benötigt DB die modernen Maschinen auf anderen deutschen Strecken.

Schwarzwald-Baar-Heuberg - Die derzeitigen Not-Intercityzüge der Deutschen Bahn (DB) auf der Gäubahn werden ab Fahrplanwechsel im Dezember mit älteren Lokomotiven der Baureihe 115 und 181 bestückt.

Derzeit werden die SBB-Waggons zwischen Stuttgart und Singen von zugstarken und schnellen Lokomotiven (Baureihe 101 oder 120) gezogen, damit der Notfahrplan weitgehend eingehalten werden kann. Diese Zugmaschinen werden nach DB-Auskunft für andere Intercityzüge benötigt, die quer durch Deutschland fahren.

Die Deutsche Bahn hat weiterhin Probleme, genügend ICE-Züge auf die Schiene zu stellen, da die kürzeren Wartungsintervalle eingehalten werden müssen. Dafür fahren als Ersatz Intercityzüge.

Zunächst verlautete, dass die wenigen Intercityzüge auf der Schwarzwaldbahn ebenfalls ihre modernen Loks verlieren. Dies wurde aber zurückgenommen, da diese sonst auf der Fahrt nach Hannover oder Dortmund auf den Schnellbahntrassen maximal 140, statt 200 Stundenkilometer fahren könnten.

Auf der Gäubahn ist die Situation anders, da Stuttgart der Start- und Endbahnhof nach Zürich ist. Teilweise werden unter der Woche je nach Bedarf ab 11. Dezember die Intercityzüge, die seit geraumer Zeit die ICE-Neigetechnikzüge ersetzen, durch die altgedienten Zugmaschinen ersetzt. An den Wochenenden werden nur diese langsameren Loks zum Einsatz kommen. Für die Fahrt zwischen Singen und Zürich wird wie bisher eine Schweizer Lok eingesetzt.

Die Baureihe E 10 (ab 1968 : 110) wurde erstmals im Jahr 1952 gebaut und im Schnellzugverkehr eingesetzt. Später diente sie als Nahverkehrslok im Wendezugbetrieb, zum Beispiel auf der Schwarzwaldbahn. 2005 wurden rund 30 Loks dieser Baureihe von DB Regio an DB AutoZug abgegeben. Diese Maschinen erhielten dann die Bezeichnung 115. Die DB-Baureihe 181 sind Zweisystemlokomotiven, die von der Deutschen Bundesbahn seit 1966 speziell für den grenzüberschreitenden Verkehr nach Frankreich oder Luxemburg beschafft wurden, so zum Beispiel zwischen Straßburg–Kehl und Offenburg. Bald kommen sie zum Einsatz auf der Gäubahn.

Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Gäubahn, Guido Wolf, hofft, dass bald wieder Neigetechnik-ICEs zum Einsatz kommen, damit die Strecke zwischen Stuttgart und Zürich wieder beschleunigt wird. Dazu zählt auch das zweite Gleis bei Horb.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: