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Schwarzwald-Baar Corona-Impfungen im Kreis gestartet

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Foto: Landratsamt Schwarzwald-Baar

Im Schwarzwald-Baar-Kreis wurde mit den Corona-Impfungen begonnen - warum trotzdem nicht eitel Sonnenschein herrscht, lesen Sie in unserem (SB+)Artikel.

Noch nie wurde ein Impftermin in der Region so gefeiert wie dieser: Es gab Glückwünsche an die Adresse des Fürstlich Fürstenbergischen Altenpflegeheimes in Hüfingen, dessen Leiter Manfred Komp wähnte sich "überglücklich und gottfroh". Rund 150 Kreisbewohner sind seit Donnerstag gegen das Coronavirus geimpft.

Schwarzwald-Baar-Kreis - Eitel Sonnenschein war dennoch nicht alles. Und das lag längst nicht an den Schneemassen, die am Donnerstag in der Region vom Himmel rieselten. Nein, das lag an der schleppenden Versorgung der Region mit Impfdosen. Am heutigen 15. Januar wäre eigentlich Impfstart gewesen, das zentrale Impfzentrum in Schwenningen ist längst gerichtet. Das Sozialministerium war es nicht. Kurzerhand teilte Sozialminister Manfred Lucha mit, der Impfstart im Landkreis verschiebe sich auf den 22. Januar. "Das müssen wir zur Kenntnis nehmen", befand Landrat Sven Hinterseh schmallippig und fokussierte sich stattdessen aufs Positive: "Umso schöner ist es, dass wir ein mobiles Impfteam aus Offenburg dahaben." Nun ist Offenburg zwar nicht alleine für den hiesigen Landkreis, sondern noch für einige andere darüber hinaus zuständig, weshalb nicht täglich ein Impfteam in den Schwarzwald-Baar-Kreis kommt. Am Donnerstag aber war das der Fall, sogar zwei Teams fanden den Weg – trotz der widrigen Wetter- und Straßenverhältnisse, welchen man am Ende sogar mit Schneeketten trotzen musste.

Nicht einmal die Hälfte der Belegschaft lässt sich impfen

Dann, am Donnerstagnachmittag gegen 15 Uhr, war es vollbracht: Etwa 90 Bewohner und 50 Mitarbeiter des F. F. Altenpflegeheimes in Hüfingen waren erfolgreich geimpft worden. Hannelore Schöne war die Erste gewesen. Die 91-Jährige freute sich, dass sie nun die erste von zwei erforderlichen Impfdosen erhalten hat.

War die Impfbereitschaft bei den betagten Bewohnern immens und wollen sich hier über 90 Prozent mit dem Pieks in den Arm gegen das heimtückische Virus schützen, war die Impfbereitschaft bei den Pflegekräften und ihre Kollegen nicht allzu hoch. Sogar etwas weniger als die Hälfte, meinte Heimleiter Komp, hätten sich letztlich impfen lassen. Insofern dient das Hüfinger Heim als Spiegelbild der Gesellschaft, wurde doch überregional bereits eine geringe Impfbereitschaft bei Pflegepersonal bemängelt.

Die Hoffnung ruht diesbezüglich nun auf weiteren Einrichtungen. Sukzessive sollen die Alten- und Pflegeheime durchgeimpft werden, gab Hinterseh die Marschrichtung vor. In 31 Heimen leben hier 2500 Menschen. Hinzu kommen die Mitarbeiter. Am heutigen Freitag will man den Impfreigen in der Hirschhalde in Bad Dürrheim und dem Menetatis-Heim in Schwenningen fortsetzen, nächste Woche in Königsfeld und für den 25. Januar steht das Awo-Seniorenheim in Schwenningen auf der Liste. Zuvor jedoch, am 22. Januar, soll dann endlich auch das regionale Impfzentrum in Schwenningen an den Start gehen – neben den Impfungen dort sollen ab diesem Tag zwei mobile Impfteams in den Kreis geschickt werden. Pro Woche, so der Plan, könnten dann 300 Impfungen in stationären Einrichtungen vonstatten gehen. "Das ist eine ganze Menge", findet Sven Hinterseh – wenngleich der Normalzustand in der Region bei 212 000 Kreisbewohnern, darunter 16 000 über 80-Jährige, noch in weiter Ferne liegt.

Impfzentrum für manche Kreisbewohner viel zu weit entfernt

Apropos Ferne: Liegt das zentrale Impfzentrum in Schwenningen auch für manchen Kreisbewohner viel zu weit entfernt, muss auf den großen Transport-Service in weiten Teilen trotzdem verzichtet werden. Hinterseh setzt dabei auf gut funktionierende soziale Strukturen und Nachbarschaftshilfen, auch wenn man am Ende niemanden im Regen stehen lassen will. Zudem, so Hüfingens Bürgermeister Michael Kollmeier, sei es in Zeiten von Corona vielleicht auch nicht allzu angesagt, "einen Reisebus voller über 80-Jähriger nach Schwenningen zu schicken". Und auch danach sind die Geimpften noch nicht gänzlich aus dem Schneider – "die Impfungen bewirken ausschließlich den Schutz der eigenen Gesundheit, man ist aber weiterhin möglicher Überträger", stellte Manfred Komp klar und zeigte damit im selben Atemzug auf, warum die Heimbewohner sich zeitgleich mit der Impfung nicht auch automatisch über gelockerte Corona-Beschränkungen freuen dürfen.

Das Gesundheitsamt meldete auch am Donnerstag die aktuellen Zahlen zur Verbreitung des Coronavirus im Schwarzwald-Baar-Kreis. Demnach wurden im Landkreis 53 neue Fälle registriert, in 4852 Fällen sind die Personen bereits wieder genesen (+30 zum Vortag). Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle liegt aktuell bei 5291 (+53), erneut sind vier Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus zu beklagen (jetzt 138). Somit liegt die Zahl der aktuell an Covid-19-Infizierten bei 301 Personen (+ 19). Im zentralen Corona-Abstrichzentrum in Schwenningen wurde am Mittwoch von 28 Personen ein Abstrich genommen. Im Schwarzwald-Baar-Klinikum befanden sich am Donnerstag 67 am Coronavirus erkrankte Personen. Laut Robert-Koch-Institut sind derzeit im Landkreis nur noch zwei Intensivbetten frei, von den 52 verfügbaren Betten sind 20 mit Covid-19-Fällen belegt, drei davon müssen invasiv beatmet werden. Die 53 neuen Fälle verteilen sich wie folgt im Landkreis: Bad Dürrheim (3), Blumberg (1), Brigachtal (2), Dauchingen (1), Donaueschingen (7), Furtwangen (2), Königsfeld (1), Mönchweiler (1), Niedereschach (2), Schönwald (1), St. Georgen (4), Tuningen (1), Unterkirnach (2) und Villingen-Schwenningen (25).

n Anlaufstellen

Das zentrale Abstrichzentrum in Schwenningen, Brandenburger Ring 150, für symptomlose Personen, ist wieder am Samstag von 9 bis 11 Uhr geöffnet. Die Hotlines des Landratsamtes stehen erst wieder am Montag für Fragen zur Verfügung.

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