Die Hechinger Eigenbetriebe planen für das Jahr 2026 mit schwarzen Zahlen. Den Gemeinderat freut’s.
Etliche Stadtwerke aus der Region haben in der jüngeren Vergangenheit Horrorzahlen vermeldet. Im Balinger Gemeinderat war der Schock groß, als offenbar wurde, dass die Stadtwerke in den vergangenen drei Jahren neun Millionen Euro an Verlusten angehäuft haben.
In Sigmaringen wurde ein Sanierungskonzept für die Stadtwerke nötig: Die Stadt muss ihre 100-prozentige Tochter mit einer 11,5-Millionen-Euro-Spritze stützen. Auch die Stadtwerke Tübingen haben einen Sparkurs eingeleitet: Die Gas- und Stromerträge sprudeln längst nicht mehr wie vor dem Krieg in der Ukraine. Auch bei den Stadtwerken Hechingen ist das Gasgeschäft seit 2024 eingebrochen.
Die verkaufte Menge ist im Vergleich zu den 2010er-Jahren auf nur noch ein Drittel eingebrochen. „Eigenbetriebe sind keine Cashcow mehr“, sagte Stadtwerke-Chef Markus Friesenbichler, als er dem Gemeinderat die Wirtschaftspläne für 2026 vorstellte. „Alle krisenhaften Entwicklungen machen sich bemerkbar.“
Stadtwerke bleiben erfolgreich
Die gute Nachricht lautete aber: „Gegen den Trend sind unsere Stadtwerke immer noch erfolgreich.“ Friesenbichler rechnet bei einem Haushaltsvolumen von 17,2 Millionen Euro mit einem schmalen Gewinn von 164.000 Euro. „Verglichen mit Nachbarkommunen stehen unsere Stadtwerke gut da“, betonte Bürgermeister Philipp Hahn. Die Kunden profitierten von Preissenkungen bei Gas und Strom zum Jahresanfang 2026.
Schulden sollen auf 18,4 Millionen Euro ansteigen
An beachtlichen Investitionen liegt es, dass der Schuldenstand im Laufe des Jahres von 17,8 auf 18,4 Millionen Euro ansteigen soll. Unter anderem sind 100.000 Euro für die Beton- und Aufzugsanierung im Parkhaus Stadtmitte eingeplant. Weitere 100.000 Euro wollen die Stadtwerke in E-Mobilitätskonzepte investieren, und 600.000 Euro schlagen für das Wärmeleitungsnetz auf dem Killberg zu Buche. Weitere 7,6 Millionen Euro für die Fertigstellung des Wohngebiets Killberg IV sind als Verpflichtungsermächtigungen auf 2027 und 20278 verschoben.
Ein ausgeglichenes Ergebnis und einen Schuldenabbau von 6,36 auf 6,2 Millionen Euro erwartet Friesenbichler für den Eigenbetrieb Betriebshof. Für den Eigenbetrieb Entsorgung ist ein Jahresgewinn von 50.000 Euro und ein Schuldenabbau von 213.000 Euro prognostiziert, obwohl mehr als eine halbe Million Euro in die Modernisierung der Kläranlage investiert werden sollen. Die stillgelegte Erddeponie wird zum Energiespeicher umgebaut. Der Schuldenberg des Eigenbetriebs, der ursprünglich 45 Millionen Euro betrug, ist inzwischen auf 28,2 Millionen Euro geschrumpft.