Der Titel des Dreiakters – „Rabatz am Dorfplatz“ – war Programm auf der Bühne der Oberschwandorfer Festhalle. Foto: Ursula Hellmann

Die Akteure der Oberschwandorfer „Brittles-Bühne“ wurden für ihre Aufführung des Dreiakters „Rabatz am Dorfplatz“ mit viel Szenenapplaus bedacht.

Die lebhaften Gespräche an den Tischen der lückenlos gefüllten Festhalle ließen auch diesmal die enge Verbundenheit der Oberschwandorfer und deren Gäste mit ihrer „Brittles-Bühne“ erkennen. Als der Vorhang sich zum neuen Stück „Rabatz am Dorfplatz“ aus der Feder von Pirmin Stern öffnete, gab er nur die stille dörfliche Kulisse frei. Sekunden später ertönte vom hinteren Saalende der laute Ruf einer jungen Frau auf der Suche nach einer Marie. Die Freundinnen trafen sich dann zwischen Roberts Landhandel und dem Haus an der anderen Seite vor dem langen Bretterzaun zwischen den beiden Nachbargrundstücken.

 

Ganz wichtige Erkenntnisse tauschten Kerstin und Marie aus über Männer im Allgemeinen und Ehemänner im Speziellen. Ein zweites Mal mussten Besucher ihre Stühle etwas verrücken. Von hinten zur Bühne mühte sich der schwer atmende Sackkarren-Fahrer Uwe und bugsierte seine Ladung die Stufen hinauf und vor Roberts Tür.

Uwe und seine Frau Kerstin hatten offenbar einigen privaten Stress. Da ging es mit echt schwäbisch-deftigen und spitzfindigen Anreden zur Sache. Spontaner Szenen-Applaus honorierte ab diesem Moment jede komödiantische Szene des gesamten dreiaktigen Handlungsablaufs.

Am Ausweg scheiden sich die Geister

Hauptthema war aber die finanziell katastrophale Situation von Roberts kleinem Handel mit Werkzeug für ländliche Betriebe. Angekommen im Zeitalter von Online-Verkaufsmodellen und Baumärkten, stand seine Existenz vor dem Aus. Seine Nachbarn – ob Freunde oder Neider – waren in ähnlich misslicher Lage.

Mit welchen Ideen und Vorschlägen dann jeder versuchte, aus der Misere herauszukommen, hatte aber bei den Damen völlig andere Prioritäten. Die Freundinnen träumten von einem zertifizierten Verkaufsstand mit Bio-Obst und Gemüse aus der Umgebung, die Männer um Robert sahen den Erfolg eher im Getränke-Großhandel und digitaler Verkaufsstrategie. Wie sich Uwe den Schnellversand von einem Kasten Bier in Packpapier vorstellte, sorgte für eine Lachsalve.

Weil beide Parteien für ihre Pläne professionelle Hilfe dringend nötig hatten, sahen Ortsbürgermeister Dieter und sein Konkurrent Leo ihre Chance, Bürgernähe anzubieten. Das Chaos wurde unübersichtlich, als zuerst geklärt werden sollte, ob es nun e-„mann“-zipatorisch oder e-„frau“-zipatorisch heißt, oder wie die weibliche Form von Sackkarre geschrieben wird. Die Diskussion endete natürlich dort, wo sie anfing – bei Null.

Zweite Aufführung früh ausverkauft

Unverhofft sachlich kam dann plötzlich der witzige Azubi Mike mit einem klugen Vorschlag: „Der dumme Zaun zwischen den Nachbarn muss nun endlich weg!“ Zusammen mit Hauruck abgeräumt, waren alle endlich zufrieden und wollten ihre wirtschaftlichen Neuanfänge zu einem gemeinsamen Geschäftsmodell ausbauen. Und Freundin Marie gab den Schluss-Effekt: „Jetzt ist alles gut geworden!“.

Im Ensemble der Brittlesbühne waren Lena Mehl (als Sekretärin des Bürgermeisters) und Michael Stanger (als papageibunter Azubi und schicker Geschäftsmann) zum zweiten Mal dabei. Senior Siegfried Mehl blickt auf 45 Jahre Bühnenpräsenz zurück. Für die präzise Soufflage war Nicole Gayer an der richtigen Stelle. Die zweite Aufführung für Kinder und Senioren am darauffolgenden Samstagnachmittag (plus Tombola) war schon sehr früh ausverkauft.