Die Zopflerbühne führte bei der Jahresfeier der Egenhauser Vereine in der Silberdistelhalle das schwäbische Lustspiel „Döner, Durst und Dosenwurst“ von Bernd Gombold auf. 400 Zuschauer waren hellauf begeistert.
Die Platzkarten gingen weg wie warme Semmeln. Selbst in der hintersten Reihe war kein Platz mehr frei. Im Foyer der Halle stapelten sich die Preise einer reich bestückten Tombola.
Als nach der Begrüßung des Männergesangvereins-Vorsitzenden Bernhard Brenner der Vorhang aufging, fiel der Blick auf eine aufwendig dekorierte Bühne – links die Metzgerei Fleischle, rechts der Dönerladen Sultan. Von der Decke baumelten für eine Eröffnungsparty bunte Wimpel an der Leine.
In unzähligen Proben hatten sich zehn Amateurschauspieler unter der Regie von Marion Schuler auf ihre Rollen vorbereitet und setzten sich bei der Aufführung wirkungsvoll in Szene. Die meisten Einsätze hatten Sandra Rath als temperamentvolle und liebestolle Fleischereifachverkäuferin Edeltraud, die ihre körperlichen Reize auf der Jagd nach einem Mann offenherzig zur Schau stellte, und Markus Dingler als türkischer Dönerbudenbesitzer Erkan, der im dritten Akt plötzlich in Unterhose mit aufgedrucktem Schweinekopf dasteht.
Bunte Charaktere
Jutta Müller verwandelte sich in die streitbare Bio-Grundschullehrerin Gesine. Karl Häberle (Stefan Henßler) und seine Frau Magda (Birgit Bürkle) waren auf der Suche nach einer Frau für ihren altledigen Sohn August (Erik Wollschläger), der sich mit Händen und Füßen wehrte, als Edeltraud auf einer Bank zum körperlichen Angriff überging.
Cora Großmann fiel als Friseurmeisterin Gitti mit feuerroten Haaren und schickem Top auf und damit, wie sie den überheblichen Tattoo- und Fitnessstudiobesitzer Joe (Paul Volz) anschmachtete, der häufig über Frauen lästerte.
Mit von der Partie war Daniel Neudert als Polizist Edgar, der schon morgens um zehn an die Mittagspause denkt und einen Kriminalfall dann als erledigt abhakt, wenn die Verschollenen nicht von allein auftauchen.
Dieter Krauß liefert Spezialeffekte
In Nebenrollen griffen Laura Schmelze, Andi Brenner, Florian David, Torsten Hammer, Daniel Steeb und Michael Schuler ins Geschehen ein. Techniker Dieter Krauß hatte nicht nur für eine perfekte Ausleuchtung der Bühne und guten Ton gesorgt (die Laiendarsteller agierten mit Headset), sondern auch für Spezialeffekte.
Bei der Eröffnungsparty im Dönerladen wurde ausgelassen getanzt und an der Wasserpfeife genuckelt. Am nächsten Morgen konnte sich niemand mehr daran erinnern, warum die Grundschulrektorin vom Erdboden verschluckt und im Tattoo-Studio zwei Leichen entdeckt wurden. Sie zu Dosenwurst zu verarbeiten, wie Edeltraud vorschlug, war keine gute Idee. Am Ende klärte sich alles auf und der im Kühlraum bibbernde August wurde befreit.
Die Zuschauer amüsierten sich bei der mit Lokalkolorit angereicherten, derb-frivolen Aufführung königlich, spendeten bei Auf- und Abgängen der Spieler Zwischen- und donnernden Schlussapplaus.
Vorstellung für Senioren
In den Pausen wurden Lose für die Tombola verkauft. Alle Sachpreise waren gespendet. Der Schwank wurde bei der Seniorenvorstellung am Sonntagnachmittag noch einmal aufgeführt. Diesmal hatte nicht der Sportverein FC Egenhausen, sondern der örtliche Tischtennisclub die Bewirtung mit Kaffee und Kuchen übernommen.