Rat: Schwanauer stimmen für Sonderzuwendung / FC Nonnenweier und VfR Allmannsweier bauen Heim

Kontrovers diskutiert hat der Schwanauer Rat über die Sonderzuwendung für den Bau eines gemeinsamen Vereinsheims für den VfR Allmannsweier und den FC Nonnenweier. Zu hoch sahen einige Räte die 1,1 Millionen Euro für "allein zwei Vereine".

Schwanau. Mit dem Beginn der Planung der Polder Elzmündung war schnell klar, dass das Sportgelände des FC Nonnenweier nicht aufrecht erhalten werden könne. Die Anlage liegt mitten im Baugebiet des Polders. Zunächst stellte sich der FC quer, hatte sich dann aber doch, durch die Spielergemeinschaft mit dem VfR Allmannsweier für einen neuen Standort ausgesprochen (siehe Info).

Das Sportgelände des FC umfasst neben dem Gelände, das der Gemeinde gehört, zwei Rasenfelder, ein Vereinsheim mit Nebenanlagen und ein Parkplatz. Vom Land Baden-Württemberg wurde für die Gesamtanlage eine Entschädigung von 1,1 Millionen Euro ausgehandelt. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde nun darüber diskutiert, ob dieses Geld dem FC und dem VfR für den Neubau eines gemeinsamen Vereinsheims als Sonderzuwendung ausgezahlt werden soll. Michael Frenk, Vorstandsmitglied des VfR Allmannsweier, erläuterte den Räten die Pläne zum neuen Vereinsheim.

Patrick Fertig (FWV) konnte dem Antrag grundsätzlich folgen, sah in allerdings als "zu weitläufig" an. Er war der Ansicht, dass die Sonderzuwendung nicht nur für das Vereinsheim zugeteilt werden soll, sondern auch für weitere bauliche Maßnahmen bis zum Jahr 2030. Kuno Hamm (CDU) wies darauf hin, dass es für die Vereinsförderung in der Gemeinde eine Satzung gibt, die für Investitionen eines Baus eine Förderung von 25 Prozent vorsieht. "Der Großteil der Entschädigung geht für das Gelände und nicht für das Vereinsheim drauf. Somit bin ich der Meinung, steht der Gemeinde das Geld zu", sagte er. Im Rahmen der Gleichbehandlung aller Schwanauer Vereine forderte er, dass für den Neubau 25 Prozent Vereinsförderung und eine weitere Zuwendung für das Gelände bezahlt werden soll.

"Ich habe mit der Zahlung eines Betrags von 1,1 Millionen Euro an nur zwei Vereine etwas Bauchschmerzen", äußerte sich Silke Weber (FWV). Georg Zeller (FWV) merkte ergänzend an, dass andere Vereine auch ohne Sonderzuwendungen investiert hätten. Diese müssten nun ihre Schulden abtragen. Einige Räte sahen sich zu wenig informiert und forderten, dass die Entscheidung noch einmal vertagt werden soll.

Auch wurde die Frage in den Raum geworfen, ob nicht eine Planung für ein größeres Sportgelände – vielleicht auch mit einer neuen Halle für kulturelle Veranstaltungen – möglich sei. "Hier geht es lediglich um die Frage der Sonderzuwendung, darin wird nichts weiter verbaut. Auch der immer wieder in den Raum geworfene FC Schwanau, der bis heute nicht zu Stande gekommen ist, kann nicht mit in die Entscheidung einfließen, das ist Kristallkugelleserei", stellte Schwanaus Bürgermeister Wolfgang Brucker klar.

Mit elf Gegenstimmen und sechs Zustimmungen sprach sich der Gemeinderat Schwanau zunächst gegen eine Vertagung der Beschlussfassung aus. Daraufhin stimmte das Gremium mit zwölf Zustimmungen, vier Gegenstimmen und einer Enthaltung dafür, dass der VfR Allmannsweier und der FC Nonnenweier eine Sonderzuwendung für die Errichtung einer Sportanlage in Allmannsweier erhalten. Diese soll für den Bau eines neuen Vereinsheims am Sportplatz Allmannsweier ebenso genutzt werden, wie für alle baulichen Investitionen bis ins Jahr 2030.

Der FC Nonnenweier war nicht von Anfang an für die Umlegung ihres Sportgeländes. Zunächst forderte er, dass das Gelände erhalten werden soll. Hierfür hätte das Gelände aufgeschüttet werden müssen, damit es auf eine Höhe kommt, die eine Überflutung beim Betrieb des Rückhalteraums verhindert. Im Laufe der Zeit kam es dann zum Zusammenschluss in Form einer Spielgemeinschaft zwischen dem FC Nonnenweier und dem VfR Allmannsweier. Erneut wurde überlegt, das Sportgelände am Rhein aufzugeben und einen neuen, gemeinsamen Platz für den Sportbetrieb zu suchen. In einer Mitgliederversammlung hat sich der FC Nonnenweier dafür ausgesprochen, das Gelände aufzugeben.

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