Der letzte Zeller Schwan ist gestorben. Nun überlegt die Stadt, wieder ein Pärchen anzuschaffen. Foto: zVg/Marion Isele

Ein Schwanenweiher ohne Schwan? So sieht es momentan in Zell aus. Der letzte Zeller Schwan – das Wappentier – ist gestorben. Dabei wurde das Gewässer gerade erst gereinigt.

Die Stadt Zell ohne Schwan? „Unmöglich“, wird sich jeder Zeller denken. Denn das Tier gehört einfach zur Stadt. Es ist allgegenwärtig – auf Fahrzeugen, Wappen, Fahnen, auf der Zeller Jubiläumswand und sogar auf Mülleimern – es ist eben sein Wappentier. Dass ausgerechnet nun der Zeller Schwanenweiher unbewohnt ist, mag so manchen Zeller traurig stimmen.

 

Denn am frühen Morgen des 1. April ist der letzte Zeller Schwan im Weiher gestorben. Dabei war das Gewässer gerade erst aufwendig gereinigt worden. „Die Lebensbedingungen sind echt komfortabel im Schwanenweiher.

Aufwendig war die tagelange Reinigung des Schwanenweihers durch Mitarbeiter des Werkhofs. Foto: zVg/Marion Isele

Er ist jetzt wieder sauber, das Grün ist zurückgeschnitten und es ist ein echter Aufenthaltsort im Städtle“, freut sich Bürgermeisterin Marion Isele über den großen Aufwand, den die Mitarbeiter des Werkhofs sowie der Zeller Anglerverein für die Reinigung betrieben haben. Dieser war wiederum auch eine lange Planung vorausgegangen.

Todesursache noch unklar

Doch dann verstarb völlig unerwartet der letzte Zeller Schwan. Da dieser mit durchgebissenem Hals gefunden wurde, glaubten so manche daran, es sei ein Fuchs gewesen. Isele selbst glaubt nicht daran. Geklärt sei die Todesursache aber noch nicht. Es habe sich aber auch eine Dame vom Tierschutz gemeldet, die der Stadt helfen will und, mit der man nun im Austausch sei.

Auf diesem Bild schwimmt der Schwan noch. Sein Zuhause sollte schöner werden. Foto: zVg/Marion Isele

Vor dem Tod des Schwans hatte man sich noch Gedanken gemacht, einen zweiten anzuschaffen, dieser hätte sich aber mit dem „Hausherrn“ verstehen müssen, erläutert Isele. Eigentlich ist der Zeller Schwanenweiher eine Art „Auffangstation“, etwa für verletzte oder eingeschränkte Tiere. Sollte sich die Stadt – in Absprache mit dem Tierschutz – nun dafür entscheiden, wieder Schwäne im Weiher zu halten, müsse man nun direkt nach einem Paar suchen.

„Alle mit an Bord nehmen“

Das Veterinäramt sehe zumindest keine Probleme für eine zukünftige Schwanenhaltung, macht Isele klar. Es gehe eben darum, alle Interessen, Wünsche, Bedürfnisse zu sehen, abzuwägen und dann zu entscheiden, sagt Isele. „Ich glaube, es ist gut, immer alle mit an Bord zu haben“, so die Bürgermeisterin.

„Schwan gehört zu Zell“

Und: „Es geht darum, dass der Schwan irgendwie zu Zell gehört, er hier eigentlich ein schönes Leben hat und wenn wir Tieren so ein zu Hause geben können, würden wir das wohl auch machen“, sagt Isele abschließend. Fazit: Wie es also genau weitergeht und, ob schon bald wieder Leben einkehrt im Zeller Schwanenweiher, müsse erst noch entschieden werden.

Der „Ehemann“ des toten Schwans mit dem Namen „Hansi“ (alle Schwäne im Weiher tragen diesen Namen) verstarb bereits im August 2025. Er wurde damals von der Feuerwehr geborgen. Das Veterinäramt vermutete, dass er eines natürlichen Todes gestorben war. Das Paar kam 2014 nach Zell.

Wie die Schwäne nach Zell kamen

Lebende Schwäne
kamen erst Mitte der 1930er Jahre nach Zell. Die Nationalsozialisten hatten Zell zum „Kurstädtchen mit den 100 Spazierwegen“ auserkoren und Zell zu einem Touristenort für „Kraft durch Freude“-Reisen gemacht. Was fehlte, war eine attraktive Parkanlage. So wurde der Reichsarbeitsdienst angewiesen, aus dem maroden ehemaligen Eisweiher der Montfortschen Brauerei einen Schwanenweiher mit Park anzulegen. So kam das erste lebende Schwanenpaar nach Zell. Ein Umstand, der die Bezeichnung Schwanenstadt ab nun untermauerte.