Theresa Jäschke posiert für den Kalender 2017. Foto: Blasmusikkalender

Neue Auflage präsentiert 24 weibliche und männliche Models aus Musikvereinen. Auch Horber dabei.

Schwaikheim/Horb - Welches Bild haben Sie bei Blasmusik im Kopf? Ganz schön, aber irgendwie von vorgestern? Vielleicht ändert sich das ja jetzt. Denn das Motto des Blasmusikkalenders lautet: So sexy kann Blasmusik sein.

Theresa Jäschke spielt seit 13 Jahren Posaune. Eigentlich sollte es die Querflöte sein, aber der Opa machte ihr dann doch das andere Instrument schmackhaft. "Ich wollte meinem Opa gefallen und ihn stolz machen, deshalb habe ich mich davon überzeugen lassen", erzählt die 22-Jährige und lacht. Theresa ist seit elf Jahren beim Musikverein Schwaikheim im Rems-Murr-Kreis aktiv. Und ist jetzt ein ganz besonderes Aushängeschild ihres Vereins: Denn im Blasmusikkalender 2017 ist sie eines der Models. Seit vier Jahren gibt es dieses Projekt. "Das Team des Blasmusikkalenders hat sich in den vergangenen Monaten auf die Suche und fand erneut 24 (auf-)reizende Damen und Herren – allesamt in Musikvereinen und Blaskapellen verwurzelt", sagt Thomas Greisel, Initiator des Blasmusikkalenders.

Für Theresa war es die erste Erfahrung dieser Art. "Das professionelle Fotoshooting hat richtig Spaß gemacht." Dabei war den Models freigestellt, wie viel Haut sie zeigen. Für die 22-Jährige war es kein Problem, ein bisschen mehr zu zeigen. "Meine Mama war begeistert, mein Papa und mein Freund waren am Anfang etwas skeptisch, doch als sie die Bilder gesehen haben, fanden sie es ebenfalls toll." Und ihr Umfeld? "Ich habe nur positives Feedback bekommen – aus dem Musikverein und auch von meinen Schulkameraden." Theresa macht gerade ihren Techniker im Maschinenbau, also Männerdomäne: "Die Jungs haben gesagt, dass der Kalender im Klassenzimmer aufgehängt wird", erzählt sie und grinst.

Am Sonntag wird der Kalender offiziell im Allgäu präsentiert. Noch ist es ein Geheimnis, in welcher Situation Theresa zu sehen sein wird. Nur eines verrät sie: "Mein Motorrad ist dabei."

Doch warum hat sie überhaupt beim Blasmusikkalender mitgemacht? Frech antwortet sie: "Ich wollte zeigen, dass Blasmusik mehr ist als zwei Opas, die Polka spielen." So ähnlich sieht es auch Greisel: "In vielen Köpfen hat Blasmusik nur etwas mit Musik zu tun. Wir aber möchten zeigen, dass Blasmusik auch neue Wege gehen kann, sich optisch durchaus reizvoll und sexy zeigen kann."

Das war auch das Ziel von Jens Dieberger aus Horb (Kreis Freudenstadt). Der Musiker der Musikkapelle Horb ist im Herrenkalender zu sehen. "Es ist wichtig zu zeigen, dass Tradition und Heimatverbundenheit nicht im Widerspruch zu Moderne, Lifestyle und Weltoffenheit stehen."

Nachwuchsprobleme in den Musikvereinen

Dennoch: Viele Musikvereine haben Nachwuchsprobleme. "Auch in meinem Musikverein suchen wir. Viele sagen: In einem Musikverein zu spielen ist langweilig, und es ist nicht meine Musik", erzählt Theresa, die ihre Jugendzeit im Musikverein nicht missen möchte: "Es ist eine tolle Gemeinschaft. Wir haben immer gute Laune."

Die Musikvereine sind gefordert, findet Greisel. "Wir müssen mit der Zeit gehen, neue Medien und neue Werbeplattformen nutzen, um zu zeigen, dass Blasmusik so einiges zu bieten hat." Kritiker gibt es natürlich auch. Greisel, sein Team und die Fangemeinde der Kalender sind hier klar anderer Ansicht. "Mit erotischen Bildern für eine Sache zu werben hat unserer Meinung nach nichts mit einem ›niedrigen‹ Niveau zu tun, zumal die Bilder weder pornografisch sind, noch sind einzelne Körperteile zu sehen. Fotoaufnahmen sind wie die Blasmusik an sich in erster Linie Kunst!"

Theresa würde wieder mitmachen. Auch sonst könnte sie sich vorstellen, vor der Kamera zu stehen. Und wenn der Playboy anruft? Sie lacht: "Dann müsste ich erst einmal eine Nacht drüber schlafen und mit meinem Freund reden."

Weitere Informationen: www.blasmusikkalender.de; dort kann der Kalender auch bestellt werden

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