Um das Ergebnis des Unternehmens bei schwieriger Lage zu verbessern, setzt Schweizer Electronic auf Kurzarbeit. Foto: Wegner

Der Vorstand der Schweizer Electronic AG hat die Prognose der Schweizer Gruppe für das Geschäftsjahr 2024 angepasst und entsprechende Maßnahmen eingeleitet, darunter auch die Vorbereitung von Kurzarbeit.

In einer Ad-hoc-Mitteilung teilte die börsennotierte Schweizer Electronic AG am Freitag mit, dass die Umsatzprognose von 140 bis 150 Millionen Euro aufgrund des erfolgreichen Großserienstarts der Embedding-Technologie unverändert aufrechterhalten werden könne. „Die Technologie, welche in hybriden Antriebstechnologien eingesetzt wird, profitiert deutlich von der Nachfrageschwäche bei reinen strombetriebenen Fahrzeugen“.

 

Andererseits treffe Schweizer die aktuell schwierige gesamtwirtschaftliche Lage der deutschen Wirtschaft, insbesondere der deutschen Automobilindustrie. Dies habe zur Folge, dass sich die Auslastung des Werkes in Schramberg spürbar verschlechtert habe. „Infolgedessen erwarten wir ein EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von zwei bis fünf Millionen Euro (bisher zehn bis elf Millionen Euro) für das Jahr 2024. Obwohl sich das Handelsgeschäft mit unseren asiatischen Partnern positiv entwickelt, konnten diese Ergebnisbeiträge die Verluste im deutschen Werk nicht voll kompensieren“. Die schwächere Ergebnisprognose wirke sich auch auf die zu erwartende Eigenkapitalquote aus: „Wir prognostizieren nun eine Eigenkapitalquote von 20 bis 25 Prozent (bisher 25 bis 28 Prozent)“. Der Vorstand erwartet für das erste Halbjahr 2024 Umsatzerlöse von rund 74 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2023: 68,7 Millionen Euro). Die Ermittlung der weiteren Kennzahlen sei derzeit noch nicht abgeschlossen. Aufgrund des schwachen zweiten Quartals könne jedoch erwartet werden, dass das EBITDA null bis eine Millionen Euro für das erste Halbjahr betragen werde.

Der Vorstand teilte weiter mit, dass das Management unmittelbar ein Programm zur Ergebnisverbesserung eingeleitet habe, um der Auslastungssituation im Werk Schramberg Rechnung zu tragen: „Wir rechnen damit, dass die Maßnahmen in den nächsten Monaten erste Wirkung zeigen werden“. Wie der Vorstand auf Anfrage mitteilte, gehörten dazu nicht nur „Sachkosteneinsparungen und Vertriebsintensivierung“, sondern auch die Vorbereitung von Kurzarbeit am Standort Schramberg. Dazu sei mit dem Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen worden. In den nächsten Tage erfolge die Anmeldung der Kurzarbeit bei der zuständigen Agentur für Arbeit in Rottweil. Da zur Zeit wegen der gesamtwirtschaftlichen Lage zahlreiche Unternehmen der Region Anträge stellen, gebe es eine Bearbeitungszeit. Mit dem erhaltenen Bescheid könne man dann Näheres über den Umfang und die Dauer der Kurzarbeit sagen. Im Gegensatz zu Schramberger Firmen mit anderer Rechtsform ist Schweizer als börsennotierte Aktiengesellschaft verpflichtet, mit einer Ad-hoc-Meldung über Änderungen der Ertragslage zu berichten.