Der Schwabe lacht gerne und natürlich am liebsten über sich und seine schwäbische Seele. Diesen Eindruck hat die Schwaben-Nacht in der voll besetzten Ebinger Festhalle bestätigt. Kurz zusammengefasst: Es war eine Mords- Kommede.
Es wird gelacht, mal hämisch, mal lauthals. Über die Schwänke und Sprüche. Wenn man Glück hat mit Augenzwinkern ausgedacht und vorgetragen oder bis zur Schmerzgrenze überzogen.
Fünf Schwergewichte der schwäbischen Comedians geben, was sie geben können: Ute Landenberger alias Käthe Kächele, Eckhard Grauer alias Leibssle, Peter Leonhard alias Karl-Heinz Dünnbier, Michael Linke alias Schwertgosch und Wolfgang Heyer. Letzterer gibt den Slam-Poeten und schwätzt sich durchs Programm mit Sprüchen, die oft charmant, mitunter aber grenzwertig sind und nicht wirklich komisch. Aber erst einmal die Frage: „Send Schwoba do?“ und: „…jemand aus Baden?“ Heidi ist da und wird auf die Bühne gebeten: „Subber“, lobt Heyer.
Draußenwäschetrockner heizen nicht und duschen im Sportheim
Dieser kennt die schwäbische Seele und ihre Befindlichkeit ganz offensichtlich. Beweise gefällig? Schwoba seien Pfandflaschensammler, Draußenwäschetrockner, heizten nicht, duschten lieber im Sportheim, was kein Wunder sei. Denn schon die Eltern hätten ihren Kindern aus dem Schparbiachle vorgelesen.
Karl-Heinz Dünnbier hingegen zaubert und verrät gleich zu Anfang, dass er direkt vom Kreuzschiff Aida komme – voll besetzt mit Schwaben. Woran man das erkenne? Keine Möwe fliege dem schicken Kahn hinterher. Und er bindet sich flugs eine Krawatte um – „Die han i vom Affen aus Burladingen“ – nachdem er den Ur-Zaubertrick entzaubert hat: Tuch in die Faust gestopft, plopp, Ei in der Hand – sogar ein rohes.
Es geht auch ganz kurz – zumindest beim Leibssle
Leibssle verrät, dass seine Kinder einfach nur Buaba und Mädle seien. „Des kann man sich heut gar nicht mehr vorstellen.“ Das Klischee, dass Schwaben mit ihrer Sprache immer auf den Punkt kämen, belegt er: Filme wie „Zwölf Uhr mittags“ hießen einfach „Maahlzeit“ und das berühmte Zitat „Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss“ werde kurz übersetzt: „Ma sott.“
In die Vollen geht dann Michael Link. Greift ein Wolf mitten im Wald einen Mann Mitte 50 in bleckend-buntem Jogger-Dress an? „Ha noi, des Auge isst schließlich mit.“ Da steht der Link-Michael in der Schlange vor der Supermarktkasse. Ein 14-jähriger Alpha-Kevin mit nur einer Chipstüte spricht ihn an: „Hey Alta, kann ich kurz vorne.“
Nach Jugendkurzsprache, Gendern, Sparen, Waschlappen statt Dusche und was sonst noch so anliegt, kommt die Kächele in Knall-Orange: Auch solo bearbeitet sie intensiv die vielen Missverständnisse zwischen Mann und Frau: „Kennscht Du oin, kennscht Du älle.“ Da lacht frau bestätigend und man lacht halt mit.
Wie Männer, Büsche und Bäume überleben
Von einem Männerabend kommt er geräuschvoll heim und schiebt einen elends-schweren Sessel direkt vors Bett der Angetrauten. Warum? „Damit i’s bequemer hau, wenn’s Theater losgeht.“ Auch ihr Appell kommt gut an: „Männer, Büsche und Bäume überleben auch, wenn Ihr sie nicht anpieselt.“ Lustig ist zudem die ziemlich farbig geschilderte Szene über das, was eine Frau besonders antörnt: ein nackter Mann mit schwarzen Socken oder am FKK-Strand Volleyball spielend. Da lacht der Schwabe und die Schwäbin: So a Kommede!