Wind, Hagel, starker Regen: Beim Unwetter vom 23. Juni zeigten sich Schwachstellen in der Empfinger Kanalisation. (Archiv) Foto: Baiker

Das Unwetter mit Hagel und Starkregen am 23. Juni war Thema in der Sitzung des Gemeinderats. Es ging um die Frage, welche Konsequenzen gezogen werden.

Empfingen - Timo Gfrörer von Büro Gfrörer legte dazu eine Machbarkeitsstudie "Verbesserungspotenzial der aktuellen Entwässerungsstruktur in der Gemeinde Empfingen" vor. Ziel dieser Studie war es, aufzuzeigen, wie mittel- bis langfristig Maßnahmen ökologisch, wirtschaftlich und zielgerichtet realisiert werden können.

Starke Überlastung

Bei dem Unwetter mit Starkregen wurde die Entwässerungsstruktur durch das Oberflächenwasser stark überlastet.

Zunächst wurde die aktuelle Situation beschrieben. Es gibt drei natürliche Ableitungstrassen – beziehungsweise: im Bestand sind drei Einlaufsbereiche, so im Osterbach, im Eichenweg und im Elmeweg/Felsenäcker. Der Anschluss beruht ausschließlich auf Mischwassersystem. Zudem gibt es eine großflächige Bewirtschaftung mit Mais.

Als Problemstellungen wurden hydraulische Probleme genannt: aus den Außengebieten werden große Oberflächenabflüsse topographisch bedingt über die Einleitungspunkte auf das Bestandnetz geleitet, für welche das Kanalnetz grundsätzlich nicht ausgelegt ist. Die Vermischung von unbelastetem Oberflächenabflüssen mit häuslichen und gewerblichem Schmutzwasser ergibt ökologische Probleme.

Immer schwächer konzentriertes Abwasser, also immer mehr Fremd- und Regenwasser auf der Kläranlage, ergibt wirtschaftliche Probleme.

Mögliche Maßnahmen

Timo Gfrörer nannte mögliche Maßnahmen, dies zeitlich als kurzfristig, mittelfristig und langfristig beschrieben, auf, so den Aufbau eines Rückhaltebeckens sowie eines Abfanggrabens zur Fassung des Abflusses aus dem entsprechenden Einzugsgebiet. Ein Überflutungsschutz für die Gebiete Felsenäcker/Elmeweg und Reichenhalden sei sehr wichtig. Wenn die weitere Entwicklung von Reichenhalden angegangen werde, so Bürgermeister Truffner, müsse größer gedacht werden.

Das Regenwasser in den bestehenden Außengebieten muss über separate Entwässerungsachsen in Richtung überirdischem Gewässer abgehängt werden. Die Trennung von unbelastetem Oberflächenwasser und Schmutzwasser müsse gelingen. Weitere mögliche Maßnahme ist der Aufbau eines nördlichen Rückhaltebeckens zur Pufferung der nördlichen Außengebiete.

Zusammenfassend formulierte Timo Gfrörer in seiner Machbarkeitsstudie rechtliche und formelle, hydraulische, Entwicklungs-bezogene, technische, ökologische und wirtschaftliche Aspekte.

"Wir bleiben am Ball und steigen in dieses wichtige Thema ein", sicherte Bürgermeister Truffner zu.