Christoph Nothacker, Oberlengenhardter Abteilungskommandant (rechts) und sein Stellvertreter präsentieren den Hygiene-Anhänger der Feuerwehr Schömberg. Foto: Gemeinde

Anhänger wird in Oberlengenhardt stationiert. Dekontamination eines Löschzuges möglich.

Schömberg - Dekontamination, also die fachgerechte Beseitigung von gefährlichen Verunreinigungen an Personen oder Objekten ist für die Feuerwehr zwar nichts Neues, aber doch eher ein seltenes Phänomen. Mit der Corona-Pandemie haben Schutz und Desinfektion indes neue Maßstäbe erreicht, sodass die Feuerwehr Schömberg mit einem Hygiene-Anhänger reagiert.

"Er steht einsatzbereit im Gerätehaus unserer Abteilung Oberlengenhardt und wird bei Bedarf vom jeweiligen Einsatzleiter im Gemeindegebiet angefordert", fasste Gesamtkommandant Rainer Zillinger zusammen. Gemeinsam mit dem Oberlengenhardter Abteilungskommandant Christoph Nothacker, dessen Stellvertreter Michael Kraft und Gerätewart Uli Wegner stellte er den Hygiene-Anhänger vor.

"Die Kameraden dieser Abteilung wurden dafür geschult und stellen den größtmöglichen Schutz und die Einsatznachsorge mit dem entsprechenden Equipment sicher", hob Zillinger die Bedeutung des zusätzlichen Anhängers speziell für Pandemie-Zeiten hervor. Denn bei Einsätzen in Klinikräumen, Pflegeheimen oder auch bei Einsätzen mit infizierten Personen, um nur einige Beispiele zu nennen, bedarf es anderer Maßnahmen als nach einem Brand unter Atemschutz. "Uns war schnell klar, dass wir eine Schömberger Lösung schaffen müssen, schließlich haben wir alle eine Fürsorgepflicht für unsere ehrenamtlichen Einsatzkräfte", unterstrich der höchst erfreute Gesamtkommandant die Investition von 2000 Euro für das Material, während der Anhänger im Bestand war.

Ersatzkleidung und -schuhe für die Einsatzkräfte

Neben Zelten und Planen beinhaltet das im Fuhrpark integrierte Fahrzeug Ersatzkleidung und -schuhe für die Einsatzkräfte eines kompletten Löschzuges mit 22 Personen, einen Transportwagen, natürlich Masken, Desinfektionsmittel, Schutzanzüge und Dekontaminationsausstattung. Einmal war der Anhänger bisher im Einsatz.

"Mit dem Hygiene-Anhänger zeigen unsere Feuerwehrleute einmal mehr große Verantwortung und viel Fingerspitzengefühl für ihre Mitmenschen und Kameraden", zollte Bürgermeister Matthias Leyn den freiwilligen Einsatzkräften Respekt.

"Die Integrierte Leitstelle weiß um dieses Fahrzeug und falls Bedarf ist, sind wir auch bereit, in Nachbarorten damit auszuhelfen", stellte Zillinger in Aussicht. Gleichwohl sehen die Feuerwehrleute den Anhänger vorläufig als Provisorium, da seine Ladefläche offen ist. "Optimal wäre ein Anhänger mit Planaufbau", wünschen sich die Brandschutzkräfte eine kompakte Möglichkeit des Transports.