Willkommen, kleine Schwäne – doch vorerst hinterm Bauzaun. Wie Passanten nicht aus Fehlern lernen und die Stadt zu Maßnahmen greift.
Die junge Schwanenfamilie an der Horber Inselspitze sorgt derzeit für große Freude. Viele Passanten bleiben stehen, um die Tiere zu beobachten und zu fotografieren.Was eigentlich ganz schön klingt, wird durch einen langen Bauzaun mit Sichtschutz wortwörtlich in den Schatten gestellt.
Dieser ist laut der Stadt Horb vor rund zwei Wochen vom städtischen Bauhof aufgestellt worden. „Der Stadtverwaltung wurde zuvor berichtet, dass das dort brütende Schwanenpaar unter anderem mit Steinen beworfen wurde. Auch werde dort immer wieder Müll entsorgt.“ Die Maßnahme sei mit dem Veterinäramt und der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt.
Schweres Leben für Schwäne in Horb
Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Vorfälle – sowohl durch natürliche Umstände als auch durch menschliches Verhalten verursacht – die den Schwänen das Leben in Horb immer wieder erschwerten.
Beim Hochwasser im Juni vergangenen Jahres blieb auch eine Schwanenfamilie nicht verschont. Das Paar hatte unter der Fußgängerbrücke am Mühlkanal gebrütet. Tierfreunde warfen Stroh ans Ufer, um den Vögeln zu helfen, ihre Eier zu retten.
Tierschützerin Jaqueline Dießner teilte zur gleichen Zeit ein Foto auf Facebook: Ein Kind holt zum Tritt aus. Sie schrieb dazu: „Zur Info! Wir werden dieses Verhalten beim Ordnungsamt und Polizei melden!“ Eine entsprechende Meldung mit der Bitte um Schilder oder andere Maßnahmen ging tatsächlich ans Ordnungsamt – mit Erfolg. Schilder wurden von der Stadt aufgestellt. Die Polizei vorerst nicht eingeschaltet.
„Die Leute lernen nicht dazu“
Neben dem Müll ist auch die Fütterung der Schwäne in diesem Jahr wieder Thema. Trotz früherer Maßnahmen, Diskussionen in Horber Facebookgruppen und Aufklärung durch Jaqueline Dießner, landen weiterhin Küchenabfälle und schimmeliges Brot am Ufer – kein neues Problem.„Die Leute lernen nicht dazu“, beklagt die Tierschützerin. Die Situation sei im Vergleich zu den Vorjahren unverändert. Das Füttern schade nicht nur der Gesundheit der Tiere, sondern fördere auch Revierkämpfe und locke Ratten an – eine Gefahr für Eier und Küken.
Positive Beobachtungen
Laut der Stadt Horb sind die vorgenommenen Maßnahmen erfolgreich. „Wir konnten beobachten, dass kein neuer Müll hinzugekommen ist.“
Bilder der Redaktion zeigen am Montag einen Eiskarton und eine Chipstüte hinter dem Zaun zwischen den Schwänen liegen. Seitdem wurde jedoch auch von unserer Seite keine negative Beobachtung mehr gemacht.
Keine weiteren Maßnahmen in Planung
Solange die Küken noch im Nest sind, bleibt der Schutzzaun bestehen. Weitere Maßnahmen oder Strafen sind vorerst nicht geplant. Die Stadt sei sich der Probleme der vergangenen Jahre bewusst und stimme sich daher „regelmäßig mit dem Landratsamt über geeignete Maßnahmen zum Schutz der Tiere“ ab.
Bei illegaler Müllentsorgung könne die Stadt lediglich eine Ordnungswidrigkeit verhängen – vorausgesetzt, die Verursacher sind namentlich bekannt. Würde darüber hinaus eine Tierwohlgefährdung bekannt sein, habe die Stadt in der Vergangenheit auch schon dem zuständigen Veterinäramt Bescheid gegeben. Dort könnten dann weitere Schritte eingeleitet werden.