Über die Lage am Schulzentrum Glatten berichteten die Schulleiterinnen Heidi Strobelt und Stefanie Berkowitz im Gemeinderat. Beide beklagen Raumprobleme.
Im Schuljahr 2025/2026 ist die Schülerzahl an beiden Schulen etwas rückläufig. Sie sank an der Grundschule von 95 auf 87 Kinder und an der Brüder-Grimm-Schule des Landkreises von 65 auf 55 Kinder.
Raumprobleme vermeldeten beide Schulleiterinnen. Dabei drehe es sich nicht um Klassenzimmer, sondern eher um kleinere Einheiten – Räume, die man mit Kleingruppen nutzen könne, etwa mit den Lesepaten. Davon brauche man viel mehr – Nischen im Schulhaus, in die man einen Tisch stellen könne und vielleicht vier Stühle. Man brauche einfach Platz und Raum, um in der heutigen Zeit mit den Anforderungen, die vorgegeben seien, zu unterrichten, so Heidi Strobelt, die Leiterin der Grundschule.
Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer sagte, dass ihn das Raumthema der Schule seit seinem Amtsantritt begleite. Das sei ein Dauerthema des Schulträgers. Pfeifer zeigte sich zuversichtlich, dass ein Gebäude in der Nachbarschaft gekauft werden könne. Die Grunderwerbsverhandlungen liefen bereits, und es gebe Vorüberlegungen, wie man die Schule dann erweitern könne.
Schulsozialarbeit wird gut angenommen
Gut kommt die im vergangenen Jahr eingeführte Schulsozialarbeit für beide Schulen an. Diese wird von einer Fachkraft der Akademie Eigensinn mit einem Stellenumfang von 50 Prozent abgedeckt. Das Angebot werde von allen am Schulleben Beteiligten sehr gut angenommen, berichtete Strobelt und fügte hinzu: „Das Kollegium ist sehr dankbar und profitiert auch von der Schulsozialarbeit.“
An der Grundschule Glatten sind im laufenden Schuljahr 87 Schüler in fünf Klassen mit durchschnittlich 17 Schülern. Im nächsten Schuljahr wird es laut Strobelt eine starke erste Klasse mit 25 Schulanfängern geben. Mit dem Kindergarten gebe es das ganze Jahr über eine intensive Kooperation, die sich bewährt habe. Die Grundschüler kommen aus Glatten (74), Böffingen (vier), Neuneck, Dornstetten und Dürrenmettstetten (jeweils drei).
Grippewelle erfasst Schulzentrum
Zum Stammkollegium gehören sechs Lehrerinnen. Unterstützung gibt Pfarrerin Stefanie Helbling mit vier Stunden Religionsunterricht sowie Lernbegleitung und Kernzeitbetreuung.
Trotz 100-Prozent-Pflichtunterrichtsversorgung gab es im Januar Probleme durch Krankheit von zwei Klassenlehrerinnen, so dass man wegen der Grippewelle teilweise ganze Klassen zuhause lassen oder zusammenlegen musste.
Beim Übergang an weiterführende Schulen wechselten drei Kinder ans Gymnasium, acht an die Realschule, zwei an die Gemeinschaftsschule und vier an die Werkrealschule. Durchweg erhalte man von den weiterführenden Schulen gute Rückmeldungen zum Stand der Kinder, die von der Grundschule Glatten kommen, verkündete Strobelt, die seit 25 Jahren an der Schule in Glatten ist, stolz.
Berkowitz verlässt die Brüder-Grimm-Schule
Die Brüder-Grimm-Schule ist ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) mit Förderschwerpunkt Sprache. Mehrere Bausteine prägen laut Stefanie Berkowitz neben dem sprachtherapeutischen Unterricht die Arbeit der Schule: der sozialpädagogische Dienst, die Beratungsstelle Frühförderung, die Mitarbeit im Sprachheilkindergarten Dornstetten und die Inklusion.
Zum Stichtag am 22. Oktober 2025 besuchten 55 Schüler – zwischenzeitlich sind es 57 – aus dem gesamten Landkreis die Schule. Diese werden von 14 Lehrerinnen in drei Kombiklassen (eins und zwei), einer dritten Klasse und zwei vierten Klassen unterrichtet. Unterstützung gibt es von zehn Lehrbeauftragten sowie Jugendbegleitern und Lesepaten, wofür man sehr dankbar sei, so Schulleiterin Berkowitz. Sie gab bekannt, dass sie zum 31. August die Schule verlasse.