Bis zum Schuljahresende ist sie noch an ihrem Schreibtisch, dann verlässt Christa Maser nach 28 Jahren das Dornstetter Schulzentrum. Foto: Günther Foto: Schwarzwälder Bote

Abschied: Christa Maser hat in ihrem Arbeitsleben viel erlebt – jetzt geht die Schulsekretärin in Ruhestand

Als "Mädchen für alles", "gute Seele des Hauses" und "Multitasking-Frau" ist sie aus dem Dornstetter Schulzentrum eigentlich nicht mehr wegzudenken. Aber der Tag des Abschieds rückt näher. Zum Schuljahresende verlässt Christa Maser ihr Sekretariat – nach 28 Jahren.

Dornstetten. Ihre Ausbildung hatte die gelernte Verwaltungsangestellte beim Landratsamt Freudenstadt absolviert, ehe sie 1980 in das Dornstetter Rathaus wechselte. Dann folgte eine Familienpause. Seit 1993 ist Christa Maser als Sekretärin im Schulzentrum Dornstetten tätig.

Langweilig kann ihr nach dem, was sie und Schulleiter Uwe Kretzschmer im Gespräch mit unserer Zeitung erzählen, in den vergangenen Jahrzehnten keine Sekunde geworden sein. Neben der umfangreichen Korrespondenz und Kommunikation mit Eltern, Schülern, Lehrern oder Ämtern, ob per E-Mail, Brief, Telefon oder vor allem im persönlichen Gespräch, gehören auch die Materialausgabe und umfangreiche Verwaltungstätigkeiten zu ihren Aufgaben.

Für letztere allerdings, sagt Maser, müsse sie sich an manchen Tagen "die Zeit richtig stehlen" – "vor allem, weil wir feste Sprechzeiten abgeschafft haben". Und begründet lachend, weshalb feste Sprechzeiten gar nicht gingen: "Wir haben immer befürchtet, dass wenn die Sekretariatstür zu ist, Schüler, Eltern und Lehrer sonst zu den Fenstern reinkommen."

Zu ihrem Alltag gehört laut Maser auch das Kümmern um "Bauchwehkinder", die sich im Sekretariat Trost und Hilfe holen. Bei kleineren oder größeren Blessuren gelte es auch schon mal, den Krankenwagen zu rufen. Immer wieder kämen auch Eltern vorbei, um ihren Sprösslingen das daheim vergessene Vesper nachzuliefern.

Im Berufsalltag einer Schulsekretärin erlebe man eben "die unmöglichsten und kuriosesten Dinge", sagt Christa Maser. Ins Detail will sie in ihrem Rückblick nicht gehen, die Worte einer wohl überforderten Mutter am Telefon gibt sie aber dennoch wieder: "Frau Maser, soll ich meinen Kevin heute in die Schule schicken, er hustet doch so?"

Als Mutter und Großmutter konnte die scheidende Schulsekretärin stets einen guten Rat geben. Und als versierte Verwaltungsfachfrau, die im Dornstetter Rathaus zudem viele Jahre lang auch Personalrätin war, kannte und kennt sie auch die Vorlieben und Marotten ihrer vielen Vorgesetzten ganz genau. Immerhin arbeitete sie mit sechs Schulleitern und vier Bürgermeistern jahrelang eng zusammen: Neben den Schulleitern Friedrich, Schatz, Beck, Pfahler, Kurz und Kretzschmer waren dies die Bürgermeister Feuerbacher, Pütsch, Flik und Haas. Aber auch an ihre Zusammenarbeit mit den Hausmeistern Stahl und Weberling erinnert sie sich noch gut und gerne.

Der Plan: Reisen mit Mann und Wohnmobil

Aus dem Nähkästchen plaudert Christa Maser allerdings nicht. Vielmehr belässt sie es bei der Feststellung: "Es war hier eigentlich immer schön. Jeder Vorgesetzte war auf seine Art ein interessanter Charakter. Jeder Chef hatte so seine Stärken und seine Eigenarten, aber alle waren sie immer sehr, sehr korrekt." Schön sei es außerdem immer gewesen, wenn sich die Zehntklässler "so liebevoll verabschiedet" hätten.

Ihr derzeitiger Vorgesetzter, Realschulrektor Uwe Kretzschmer, lobt Masers "angemessenes Reagieren auf kritische Situationen" und betont, dass seine scheidende Schulsekretärin multitaskingfähig sei und – egal ob Schülern, Lehrern, Eltern oder der Stadtverwaltung gegenüber – stets den richtigen Ton finde.

Pläne für die Zeit nach ihrem Abschied aus dem Schulzentrum hat Christa Maser bereits einige. Vor allem will sie mit ihrem Ehemann Gerhard und dem Wohnmobil "ganz, ganz viel weg, wohin auch immer". Und sich endlich auch einmal Zeit nehmen, um Haus und Garten in Ruhe zu versorgen. Auch auf mehr Zeit für ihre Enkel und für ihre Hobbys freut sie sich schon.

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