Wo sonst sich die Elterntaxis stauen, ist nun die Straße frei. Das ist eine Folge des Bewegungsprojekts an der Winterlinger Grundschule. Rektor Matthias Gayer freut es. Foto: Christoph Holbein

Das Projekt SpoSpiTo-Bewegungs-Pass läuft an der Grundschule in Winterlingen. Es geht darum, dass die Kinder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Tretroller zum Unterricht kommen – als bewegter Einstieg in den Tag.

„Es ist doch komisch, nahe an der Schule zu wohnen und dann mit dem Auto hierher zu fahren“, sagt der achtjährige Majd. Für ihn ist es deshalb selbstverständlich, an dem Projekt SpoSpiTo-Bewegungs-Pass, das bis Mitte Mai an der Grundschule in Winterlingen läuft, teilzunehmen. „Ich bin auch schon fitter geworden“, resümiert er. Laufen für mehr Gesundheit ist ein Ziel des Projektes.

 

Ein anderes ist, dem Verkehrschaos morgens vor der Schule Herr zu werden: „Das hat sich enorm verbessert“, betont Rektor Matthias Gayer. Jetzt sieht er Eltern zusammen mit ihren Kindern zur Schule laufen – oder Schüler, die in Gruppen zusammen marschieren. So ist beispielsweise die siebenjährige Aylin, begleitet von ihrer Mama, mit Klara und Vanessa unterwegs. „Das Projekt ist gut angekommen. Ich bin sehr überrascht und positiv gestimmt“, freut sich Gayer, der die Eltern mittels eines Info-Briefes vorab informiert hat.

Selbst für einen Teil des Weges gibt es ein Fleißbild im Bewegungspass

Auch der siebenjährige Levin aus der ersten Klasse findet das Projekt gut und denkt darüber nach, auch künftig weiterhin zur Schule zu laufen. Auf eine solche Nachhaltigkeit hofft auch Rektor Gayer: „Vielleicht spielt sich das ein. Die Kinder wollen laufen.“ Einen Eintrag in den Bewegungspass gibt es auch, wenn die Eltern die Kinder nur ein Stück fahren, etwa vom zwei Kilometer entfernten Fachberg her, und sie dann einen Teil des Weges zu Fuß zurücklegen. Einen solchen „Stempel“ erhalten zudem die Kinder, die mit dem Fahrrad zur Schule fahren.

Gayer sieht morgens nur noch vereinzelt Elterntaxis: „Fast alle nehmen teil.“ Hinter dem Projekt steht zudem das gesamte Lehrerkollegium. Die Resonanz ist groß: „Alle zeigen sich dem Projekt gegenüber aufgeschlossen.“ So sind alle 23 Kinder der Klasse 1b dabei. Zumal es auch etwas zu gewinnen gibt. Und „es ist gut für die Umwelt, weil es weniger Abgase gibt“, betont die siebenjährige Elinor. Das Laufen mache auch fit, erklären die Erstklässler. „Da kann ich mich besser konzentrieren im Unterricht, und das ist gesund für die Knochen“, weiß die siebenjährige Giulia.

Es stinkt nicht mehr so nach Abgasen – und sogar der Hund darf mit

Ähnliches verlautet aus der Klasse 1a. So will der siebenjährige Atakan auch nach dem Projekt weiter laufen: „Das macht voll Spaß.“ Derweil hat die siebenjährige Klara eine Reihe mit Unterschriften in ihrem Bewegungspass fast schon voll: „Das gefällt mir“, zumal sie dabei auch etwas zur Verkehrssicherheit lernt, muss sie doch die Straße an einer Ampel überqueren.

Weniger Verkehr und mehr Fitness

Auch in der dritten Klasse sind fast alle Schüler mit an Bord. „Das ist ein sinnvolles Projekt“, sagt der achtjährige Phil. Und die gleichaltrige Lotta findet das Vorhaben „toll“, weil jetzt weniger Autos vor der Schule parken und damit Anlieger einen Stellplatz finden.

Weniger Verkehr in der eigenen Straße bemerkt auch die neunjährige Freya: „Das ist jetzt umweltfreundlicher.“ Beim achtjährigen Max läuft mitunter auch sein Hund mit: „Der ist froh darüber, dass er mit spazieren gehen darf.“ Für den achtjährigen Jona ist es grundsätzlich besser, dass weniger Autos herfahren und viel mehr zu Fuß gegangen oder mit dem Fahrrad gefahren wird: „Dann stinkt es nicht mehr so nach Abgasen.“ Und für den neunjährigen Bah ist es ein Sportprogramm am Morgen, bei dem weniger CO₂ anfällt. Auch die gleichaltrige Joelina sieht den Fitness-Vorteil: „Morgens bin ich noch müde, wenn ich dann zur Schule gelaufen bin, bin ich topfit.“ Das bestätigt die achtjährige Joelle: „Ich kann jetzt beim Turnen viel höher springen und bin schneller.“

Schulprojekt: SpoSpiTo-Bewegungs-Pass

Sicherer Schulweg:
Für mehr Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz auf dem Schulweg ist das Schulprojekt SpoSpiTo-Bewegungs-Pass auch an der Grundschule in Winterlingen gestartet. In Baden-Württemberg fördert die Sparkassen-Finanzgruppe das Vorhaben, das für Sporteln, Spielen und Toben steht. Ziel ist, die Zahl der Elterntaxis an der Grundschule zu minimieren, um so das Verkehrschaos und die Gefahrensituationen zu entschärfen. Gleichzeitig soll das Projekt die Schulkinder animieren, sich an der frischen Luft zu bewegen. Und es gibt einen Nebeneffekt: Weniger Autoverkehr schont die Umwelt und sorgt für mehr Klimaschutz. Zudem sammeln die Kinder Erfahrungen. Sie sollen deshalb den Weg zur Grundschule zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Tretroller zurücklegen – als bewegter Einstieg in den Tag. Über sechs Wochen hinweg wird das in den Bewegungspass eingetragen. Als Anerkennung gibt es eine Urkunde. Und alle Pässe nehmen an einer Verlosung teil. In Winterlingen endet das Projekt am 12. Mai.