In den Fachräumen für Chemie, Physik und Biologie „kann es jetzt losgehen“ – freute man sich bei der Übergabe. Die Renovierung war überfällig.
Ein freudiges Ereignis. Auf jeden Fall. Johannes Hess, Schulleiter des Progymnasiums, und die geschäftsführende Schulleiterin Monika Rudolf sahen die nun abgeschlossene Sanierung der Fachräume für Chemie, Physik und Biologie im Gebäude Progymnasium/Realschule aber auch als Notwendigkeit – für die es dringend an der Zeit gewesen sei. Da wollte bei der Übergabe am Donnerstagabend niemand widersprechen.
Wie sich Hess zurückerinnerte, waren die Räume schon 2016, als er seine Stelle in Burladingen antrat, arg in die Jahre gekommen; vom pädagogischen Konzept her und mit Blick auf die Anforderungen des Digitalzeitalters bereits damals hoffnungslos überaltert.
Den Sicherheitsbestimmungen entsprachen sie ebenfalls nicht mehr. („Dass nie etwas passiert ist, ist der Kompetenz der Lehrkräfte zu verdanken“, schmunzelte Hess.) Abgewirtschaftet waren die Zimmer sowieso. Nachvollziehbar, nachdem das Schulgebäude im Jahr 1975 seinen Betrieb aufgenommen hatte und bis dato nie eine größere Renovation der Zimmer stattgefunden hatte. „Es war klar, dass wir hier mit einem Kübel Farbe nicht weit kommen würden.“
Langer Weg
Gehör fand das Anliegen der Schule zunächst einmal nicht. Die Sanierung, daran erinnerte Bürgermeister Davide Licht, wurde erst 2022 in den städtischen Haushaltsplan aufgenommen. Danach sei es bis zur Freigabe und Realisierung relativ schnell gegangen. Der Start erfolgte im Februar 2024.
Einen ganz erheblichen Teil zur Vorbereitung für die nachfolgenden Arbeiten, so Licht, habe der Bauhof übernommen, ehe rund 20 Fachfirmen für die Neugestaltung und die technische Einrichtung zu Werke schreiten konnten. Die städtischen Mitarbeiter entkernten die Räume in Rekordzeit. „Das ging Schlag auf Schlag“, meinte Licht und Monika Rudolf stimmte ihm zu.
Kaum wiederzuerkennen
Die Lehrräume für den naturwissenschaftlichen Unterricht präsentieren sich teils vollkommen verändert. Jetzt ist Experimentieren und Arbeiten in Gruppen möglich. Das war zumal im Chemieraum mit seinem Hörsaal-Charakter überhaupt nicht möglich. Die ehemalige Lehrsammlung für den Biologieunterricht wurde ausgeräumt, dort befindet sich nun ein Klassenzimmer für „Bio“.
Drei weitere Räume sind ebenfalls saniert, und erlauben dem Lehrpersonal die Vorbereitungen für den Unterricht. Sie stehen aber eventuell auch für Kleingruppen oder AGs zur Verfügung.
Löwenanteil der Kosten trägt die Stadt
Kostenpunkt? Eine Million Euro. Die Summe, so wiederum der Bürgermeister, werde zu einem Drittel aus Landesmitteln bezuschusst. Den Löwenanteil habe freilich die Stadt zu tragen. Trotz prekärer und zunehmend klammer Finanzlage sei es trotzdem die richtige Entscheidung gewesen, die Sanierung anzugehen, die Schule fit für die Zukunft zu machen und den Schülerinnen und Schülern besseres Lernen zu ermöglichen.
Kurze Ansprachen
Den kurzen Ansprachen folgte jeweils der Beifall der anwesenden Gemeinderäte (nicht allzu viele), der Lehrkräfte, von Mitarbeitern des Rathauspersonals, des Bauhofs sowie der Eltern- und Schülervertreter, die der Einladung zur Übergabe gefolgt waren. Der Dank von Hess und Rudolf galt der Stadt, dem Bauamt, zugleich den Kolleginnen und Kolleginnen, die während der Bauzeit mit dem eingeschränkten Platzangebot klarkommen und teils improvisieren mussten. Darin eingeschlossen war nicht zuletzt der Dank an die Schülerinnen und Schüler, die ebenfalls von den Umständen betroffen waren und sie mitgetragen haben.
Für den gesamten Schulverbund
Die Räume, auch das kam zur Sprache, stehen dem gesamten Schulverbund, also auch Haupt- und Werkrealschule zur Verfügung. Aufgrund der gelungenen Planung und Konzeption, so war es zu verstehen, werde man sich nicht auf die Füße treten.
Kreidezeit ist passé
Johannes Hess führte anschließend vor, wie eine Tafel heutzutage funktioniert. Vorbei die Zeiten als mit Kreide gekratzt und mit dem Schwamm gewischt wurde. Die Darstellungen auf dem Schirm (Screen) können beispielsweise direkt digital an die Schüler übermittelt werden. In den weiteren Räumen durften sich die Gäste an kleinen physikalischen und chemischen Experimenten erproben oder im Biologiesaal durchs Mikroskop blicken – bevor man sich zuletzt zu einem Stehempfang im Zimmer der vormaligen Biologie-Lehrsammlung zum Stehempfang einfand.
Ausstattung wird übernommen
Die Ausstattung für die Fachräume mit ihren Geräten, Chemikalien oder Apparaturen wird aus dem vorhandenen Bestand übernommen. Von den ausgestopften Tieren der Biologie-Sammlung ist allerdings nur ein kleiner Rest in einer Vitrine erhalten. Die anderen mussten entsorgt werden. Hygienebestimmungen!
„Es mussten dicke Bretter gebohrt werden, aber es ist vollbracht, jetzt kann es losgehen“, hörte man zum Abschluss.
Das wurde erneuert
Sieben Räume mit einer Fläche von 420 Quadratmeter wurden von rund 20 Fachfirmen neu erstellt und mit zeitgemäßer Technik ausgestattet. Erhebliche Vorarbeiten leistete der städtische Bauhof. Koordiniert wurden Planung und Ausführungen von Timo Fischer, Bautechnik, Bauamt Burladingen, als Nachfolger von Thorsten Bung, der die ersten Schritte in die Wege geleitet hatte.