Schon länger muss die Gechinger Schulturnhalle eigentlich saniert werden. Jetzt wird das Vorhaben endlich konkret. Foto: Tröger

Die Sanierung der Schulturnhalle beschäftigt den Gechinger Gemeinderat schon länger. Mit der Vergabe dreier Gewerke wird sie nun konkret.

Gechingen - Der Flachdachbereich über den Umkleiden und Sanitärräumen ist undicht, das eindringende Wasser wird mit einem Eimer in der Umkleide aufgefangen. Bei Schlagregen dringt Wasser durch die Westfassade der Turnhalle, in einem Materiallager steht ebenfalls eine Schüssel, weil es dort öfter tropft. Auch die Fenster von Umkleiden und Halle sind undicht. In den Stahlbetonfertigteilplatten der Fassaden rosten die Bewehrungen, was an den vielen rostigen Ablaufspuren zu sehen ist und was schon zu Abplatzungen sowie freiliegenden Bewehrungen geführt hat. Außerdem sind die Verfugungen zwischen den Platten rissig und spröde. Das Gebäudeensemble der Schlehengäuschule ist 50 Jahre alt. Außer einer Generalsanierung der Flachdächer 1997/98 fanden keine weiteren Sanierungs- oder Erhaltungsmaßnahmen statt. Höchste Zeit also, dass etwas passiert.

Künftig Photovoltaik auf dem Dach

Das Gebäude soll energetisch saniert werden. Im ersten Schritt wird die Gebäudehülle, also Dach und Außenwände, in Angriff genommen. Auf die bestehenden Dächer von Halle und Nebenräumen wird eine Schrägdachkonstruktion aufgesetzt und darauf soll eine Photovoltaikanlage montiert werden. Die Außenwände erhalten eine Wärmedämmverbundschicht, die bisherigen Fenster sollen durch wärmetechnisch verbesserte ersetzt werden.

Kein Angebot für Wärmedämmung eingegangen

Für die Gewerke Gerüstbau, Rohbau und Holzbau sind bei der vom Büro Bugenings aus Calw vorbereiten beschränkten Ausschreibung jeweils mehrere Angebote eingegangen, nicht jedoch für die Wärmedämmung. Das einzige Angebot für die Fensterarbeiten musste aus formalen Gründen ausgeschlossen werden, wie Bauamtsleiter Heinz Braun in der jüngsten Gemeinderatssitzung berichtete. Die Fensterbauarbeiten und die Wärmedämmung wurden erneut ausgeschrieben, lediglich für die Dämmarbeiten kam ein Angebot zurück. Es sei eine neue Erfahrung für die Gemeinde, "wir geben eine Ausschreibung raus und erhalten teilweise kein Angebot", sagte der Bauamtschef.

Vier Gewerke sind vergeben

En bloc hat der Gemeinderat einstimmig sein Plazet für die vier Gewerke gegeben: Das Gerüst stellt die Firma Schnürle aus Pforzheim zum Angebotspreis von knapp 19 800 Euro. Die Rohbauarbeiten führt Firma Schwarz aus Althengstett aus für 71 300 Euro, die Holzbauarbeiten wurden vergeben an die Firma Rothfuß aus Neubulach für 197 300 Euro und die Wärmedämmarbeiten an die Firma Häußler Stuckateur aus Bad Liebenzell für 127 440 Euro. Alle genannten Beträge sind Brutto-Preise.

"Was passiert, wenn wir keine Fenster bekommen? Gibt das zusätzlichen Verzug", war die Sorge von Martin Pfuhler (Freie Wähler). "Ich gehe gezielt auf Anbieter zu mit der Bitte, ein prüfbares und wertbares Angebot abzugeben, das wir dann freihändig vergeben", hofft Braun, dass das noch klappt. Der Gemeinderat ermächtigte in seinem Beschluss die Verwaltung, so zu verfahren, wenn sich ein eventuelles Angebot im Kostenrahmen bewegt.

Arbeiten beginnen Ende Juli

Wann die Arbeiten ausgeführt werden, wollte Jan Wentsch (FW) wissen. Laut Braun soll der Gerüstbau und vorbereitende Arbeiten Ende Juli beginnen, die gesamte Bauzeit bezifferte er bis Ende des Jahres. Ob der Wärmeschutzverbund, der auf die Außenwände aufgebracht wird, fußballsicher ist, interessierte Claus Schaible (FW), denn auf dem Rasenplatz neben der Turnhalle wird auch gekickt. Das sollte so sein, er werde aber nochmal nachhaken, versprach Braun.

Nach dem Stand bei den beantragten Zuschüssen fragte Wolfgang Premm (Freie Wähler). Man gehe davon aus, dass man die Einzelgewerkförderung wie bestellt bekomme, so Braun. 189 000 Euro sind zugesagt aus dem Programm "Kommunaler Sportstättenbau". Der im Mai gestellte Antrag "auf Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien in Gebäuden durch Einzelmaßnahmen (BAFA)" ist noch in Bearbeitung, heißt es dazu in der Tischvorlage. Verträge dürfen jedoch jetzt schon geschlossen werden, das ist laut BAFA nicht förderschädlich, ergänzte Braun.