Die Schultoiletten in Tieringen sind nicht mehr auf dem Stand der aktuellen Technik – wie hier in einer Berliner Schule. Foto: dpa/Stefan Schaubitzer

Höchste Zeit wird es, in der Grundschule Tieringen die Schülertoiletten zu sanieren, wie bei der Sitzung des Technischen Ausschusses deutlich wurde. Die Bilder zeigten WCs aus einer Zeit, da die Eltern der heutigen Schüler noch nicht geboren waren.

Sukzessive saniert die Stadt Meßstetten die Schülertoiletten in den Schulen der Stadt – und die der Matthias-Koch-Grundschule in Tieringen haben es besonders nötig, wie die Bilder zeigten, die Bauamtsleiter Claus Fecker in die jüngste Sitzung des Technischen Ausschusses mitgebracht hatte.

 

Bei der jüngsten Haushaltsberatung hatten die Gemeinderäte die Priorität als „hoch“ eingestuft, zumal nicht nur eine zeitgemäße Ausstattung fällig ist – noch sind alte Druck-Spüler eingebaut und die Wasserhähne müssen von Hand auf- und zugedreht werden –, sondern auch eine neue Lösung für die Raumsituation, denn die Sanitärräume für die Pennäler beherbergen auch Putzzeug, Müll und Lagergut, zum Beispiel Spielgeräte für den Schulhof.

Die Trennwände in Meßstetten-Farben

Wie die Toiletten nach der Sanierung ausgestattet sein sollen – mit neuen Trennwänden in frischen Meßstetten-Farben, mit Spül-Tasten und kontaktlosen Wasserhähnen, zeigte Fecker anhand von Fotos bereits sanierter Schul-Toiletten. Womit er auch bewies, dass „nix über den normalen Standard hinaus geschaffen wurde“, wie Fecker betonte. Im Klartext: Goldene Wasserhähne leistet sich auch die gut gepolsterte Stadt Meßstetten nicht.

Dennoch wird die Sanierung nicht billig. Die erste Variante, die Fecker vorstellte, basiert auf einem Raumkonzept aus dem Jahr 2010 und sieht eine Verkleinerung der WC-Flächen zugunsten von Putz-, Müll- und Lagerflächen vor, wofür allerdings neue Zwischenwände und Türen sowie die Umlegung von Wasser- und Abwasseranschlüssen nötig wären. Der Preis: 150 000 Euro.

Der Mittelweg kommt am besten an

Variante zwei zum Preis von 110 000 Euro sieht vor, die Spielgeräte in ein Gartenhäuschen auf dem Schulhof auszulagern, und den bisherigen Putzraum zur Lagerung des Mülls bis zur Abfuhr zu verwenden. Außerdem bietet diese Variante die Option, im Vorraum des Jungen-WCs, der bestehen bliebe, eine barrierefreie Toilette einzubauen.

Weitere 10 000 Euro preisgünstiger wäre die Variante drei, wie Fecker erläuterte, denn hier sei auch der Aufwand am geringsten. Dabei bliebe der Putzraum vor dem Jungen-WC bestehen und nur die technischen Armaturen wie WC-Becken, Urinale und Waschtische würden erneuert.

Laut Ortsvorsteher Jürgen Löffler hat sich der Ortschaftsrat ganz klar für Variante zwei ausgesprochen, und auch Ausschussmitglied Valentin Angst aus Tieringen befürwortet sie, wünscht sich aber, dass der Putzraum nicht im Vorraum der Mädchen-Toilette untergebracht wird, sondern irgendwo anders im großen Schulgebäude.

Einstimmiges Votum für die modifizierte Variante

Die Ausschussräte Alfred Sauter, Harald Horn und Jürgen Clesle gefiel ebenfalls die zweite Variante am besten – allerdings plädierte Clesle dafür, gleich eine barrierefreie Toilette einzubauen und dafür lieber auf eine Kabine im Jungen-WC zu verzichten – immerhin stünden neben zwei weiteren dann immer noch drei Urinale zur Verfügung.

Bürgermeister Frank Schroft stimmte zu: „Wir kommen nicht umhin, wenn wir schon eingreifen, auch gleich die Barrierefreiheit herzustellen.“ Entsprechend soll das Bauamt die Variante zwei noch modifizieren – und dann umsetzen. Die Ausschussräte votierten einstimmig dafür.