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Schulstart in Nagold Kaum Probleme beim Online-Unterricht

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Unterricht daheim am PC: In Nagolds weiterführenden Schulen ist der Start weitgehend gelungen. Foto: Perrey

Anders als vielerorts in Baden-Württemberg lief der Schulstart in Nagold weitestgehend reibungslos. Dennoch ist bei der digitalen Infrastruktur noch einiges zu verbessern. Mehr lesen Sie dazu in unserem (SB+)Artikel.

Nagold - Nicht überall hat der Schulstart nach den Weihnachtsferien geklappt. Die Lernplattform "Moodle" bereitete Lehrern und Schülern an zahlreichen Schulen Probleme. Die Nagolder Schulen setzen derweil auf andere Angebote und konnten diese Probleme umgehen.

Die Christiane-Herzog-Realschule setzt auf die Lernplattform "Sdui". Ähnlich wie bei "Moodle" gab es aber auch hier Anlaufschwierigkeiten. Technische Störungen sorgten für Ladeschwierigkeiten, erklärt Schulleiter Andreas Kuhn. Über die Lernplattform erhalten die Schüler das Unterrichtsmaterial. Falls diese aber nicht funktioniert, werden die Arbeitsblätter an die schulischen E-Mail-Adressen geschickt, die jeder Schüler bekommen hat. Für den Videounterricht nutzt die Schule das Programm "Webex", das im Regelfall sehr stabil laufe, so der Rektor. "Durch die schulischen Mailadressen und ›Webex‹ konnten wir die aktuellen Probleme von Sdui umgehen", sagt Kuhn. "Allerdings muss man den Lernplattformen, die in der EU gehostet werden, zugute halten, dass sie so gut wie alle gerade ›Ladeprobleme‹ haben." Auch wenn es an der ein oder anderen Stelle hakt: "Insgesamt bin ich als Schulleiter mit dem Start des Fernunterrichts bei uns an der CHR zufrieden", so Kuhn.

"Wir hatten keine Probleme und konnten um 7.25 Uhr starten"

Der Schulauftakt am Otto-Hahn-Gymnasium lief reibungslos ab. "Wir hatten keine Probleme und konnten um 7.25 Uhr direkt starten", erklärt Schulleiter Ulrich Hamann. Die Schule setzt bereits seit einem halben Jahr auf das Programm "Microsoft Teams", mit dem Video-Konferenzen über das Internet abgehalten werden können. Mit "Teams" habe man bisher gute Erfahrungen gemacht, es laufe grundsätzlich stabil. Das war auch zum Start am Montag der Fall. Die Schüler erhalten das Unterrichtsmaterial von den Lehrern direkt über die Software. Zwischendurch werden die Videokonferenzen durch Arbeitsphasen unterbrochen. Die Schüler arbeiten dann online in Gruppen oder alleine.

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Und auch an der Zellerschule in Nagold ist mit man mit dem Schulstart zufrieden. Der Unterricht verlief laut Rektor Ulrich Schubert "hervorragend". Der Unterricht erfolgt per Videokonferenz. Die Schüler erhalten Arbeitsblätter, die sie ausgefüllt wieder zurückschicken. In den Klassenstufen 1 bis 4 setzt die Schule ebenfalls vermehrt auf digitalen Unterricht, zusätzlich zu den Lernmaterialien, die Eltern vor Ort abholen konnten. Rund 20 Schüler befinden sich zudem in Notbetreuung, die zusammen mit dem Youz organisiert wurde. "Die Eltern meldeten zurück, wie dankbar sie sind, dass wir so schnell die Notbetreuung und den Fernunterricht organisiert haben", sagt Schubert.

"Wir kontrollieren zu Beginn der Stunde die Anwesenheit"

Die Schulleitungen und Lehrer sind also bemüht, beim digitalen Fernunterricht alle Schüler zu erreichen. Es besteht aber dennoch die Gefahr, dass einzelne Schüler abgehängt werden, sei es, weil sie keine Lust haben am Unterricht teilzunehmen oder weil ihnen zu Hause die Endgeräte fehlen. "Wir kontrollieren zu Beginn der Stunde die Anwesenheit – idealerweise über die Kamera – und rufen dann reihum während der Stunde die Schülerinnen und Schüler auf. So wissen wir schnell, wer nicht dabei ist und können dann gezielt nachhaken", sagt Hamann. "Zentral ist der regelmäßige Kontakt in kurzen zeitlichen Abständen", meint auch Schubert. Wenn ein Schüler am Fernunterricht nicht teilnimmt, werde das den Eltern mitgeteilt.

Bei Bedarf bekommen Schüler Tablets ausgeliehen, damit sie zu Hause am Fernunterricht teilnehmen können. An der CHR wurden die Leihgeräte erst kurzfristig geliefert und mussten von Lehrern noch eingerichtet werden. "Aus meiner Sicht eigentlich nicht die originäre Aufgabe der Lehrkräfte. Hier würden wir uns eine noch intensivere Unterstützung durch unseren Arbeitgeber oder durch den Schulträger wünschen – ich bin aber zuversichtlich, dass uns diese in den kommenden Wochen und Monaten gewährt wird", sagt Kuhn. Auch Schubert ist zuversichtlich, dass die Stadt Nagold als Schulträger in den nächsten Wochen noch nachhelfen werde, und die Zellerschule dann ebenfalls Leihgeräte ausgeben kann.

Doch es hapert auch noch an der digitalen Infrastruktur. Zwar sei man am OHG "technisch gut aufgestellt", doch der zu langsame Internetzugang sei derzeit das Hauptproblem. "Hier warten wir seit Jahren auf den Glasfaseranschluss", erzählt Ulrich Hamann. "Die Stadt Nagold hat ihn für die erste Hälfte des Jahres 2021 versprochen." Bis dahin liefern sogenannte "Giga Cubes" schnelles Mobilfunknetz aus der Steckdose. Diese Geräte müssen allerdings aus dem Schul-Etat finanziert werden.

Die Nagolder Schulen konnten bereits im vergangenen Jahr, mal mehr mal weniger, Erfahrungen mit digitalen Fernunterricht sammeln und darauf aufbauen. Dennoch ist dieser kein vollwertiger Ersatz. "Fernunterricht funktioniert", meint Hamann. "Stoff lässt sich vermitteln. Schule ist aber mehr als Stoffvermittlung." Bildung habe auch viel mit sozialem Lernen zu tun und das sei auf digitalem Weg nur schwer möglich. "Pädagogik lebt von der Begegnung und der Beziehung. Diese beiden wichtigen Aspekte kommen natürlich im Präsenzunterricht viel stärker zum Tragen", sagt Schubert. "In der jetzigen Phase steht allerdings der Gesundheitsschutz über allem und da muss Schule eben auch Ihren Beitrag leisten." Trotz der Abstriche, die durch den Fernunterricht gemacht werden müssen, sei er ein adäquates Mittel die Schüler "halbwegs verlässlich zu beschulen", meint Kuhn.

Ob es ab dem 18. Januar für Grundschul- und Abschlussklassen wieder Präsenzunterricht geben wird, steht noch nicht fest. Die Schulen warten noch auf die Entscheidung des Landes am Donnerstag. Die Mehrheit der Schüler wird aber auch dann noch weiterhin zu Hause unterrichtet werden.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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