Beim Frühlingsfest der Waldorfschule am neuen Standort wurde ein Maibaumtanz präsentiert. Foto: Ralf Recklies

Der neue Standort auf dem Wimberg ist offiziell seiner Bestimmung übergeben worden. Für die Einrichtung weiterer Klassen wird auch über einen Neubau nachgedacht.

Mit einem Frühlingsfest hat die Emil-Molt-Schule am Wochenende zum Kennenlernen ihres neuen Schulgeländes auf dem Wimberg eingeladen. Dabei wurde ein halbes Jahr nach dem Umzug von den seither genutzten Räumen an der Eduard-Conz-Straße nun auch der neuen Schulstandort an der Pestalozzistraße offiziell seiner Bestimmung übergeben.

 

Unter anderem gratulierte Oberbürgermeister Florian Kling zu dem neuen Schulstandort der Freien Waldorfschule Calw, in den Räumen der ehemaligen Werkrealschule. Kling sagte den Verantwortlichen zu, ihnen bei der weiteren Entwicklung des Schulstandorts zur Seite zu stehen. Schließlich will die Waldorfschule weiter wachsen und ihr Angebot ausbauen.

Erstmals eine achte Klasse

Eines Tages, so der Wunsch, sollen die an der Emil-Molt-Schule unterrichteten Kinder dort auch ihren Schulabschluss machen können. Dafür sind aber weitere Klassen- und Fachräume erforderlich, die möglicherweise durch einen Neubau geschaffen werden sollen. Seither werden die Schüler nur bis zur Klassenstufe sieben unterrichtet. Mit Beginn des neuen Schuljahrs wird es erstmals eine achte Klasse geben. Viele der Calwer Waldorfschüler haben ihren Schulabschluss bislang in Pforzheim gemacht. Die dortige Waldorfschule kooperiert schon seit geraumer Zeit mit der die Emil-Molt-Schule.

Eltern sehr gefordert

„Wir hatten uns ganz bewusst dazu entschlossen, den Bezug unseres neuen Standorts erst in diesem Jahr zu feiern“, sagt Anna-Rebecca Hahn, die selbst Mitglied des Schulleitungsteams und des Trägervereins der Calwer Waldorfschule ist. Die Eltern seien bei der Neugestaltung und beim Umzug der Schule im vergangenen Jahr stark gefordert gewesen. Daher habe man zunächst darauf verzichtet, eine Einweihungsfeier zu organisieren, bei der die Eltern und aktuell 15 Lehrkräfte laut Hahn einmal mehr gefordert gewesen wären.

Derzeit rund 120 Schüler

Bei zahlreichen Aufführungen der aktuell rund 120 Schüler aus den Klassenstufen eins bis sieben, bei Aktionsangeboten für Kinder jeden Alters sowie bei Führungen durch die Schulgebäude hatten die Besucher die Möglichkeit, die Angebote mit all ihren Facetten kennenzulernen. Im Zuge der Schulraumbesichtigungen wurden die Besucher darüber informiert, wie die Lehrstoffvermittlung in den einzelnen Klassenstufen erfolgt.

Ob bei Singspielpräsentationen oder musikalischen Einzeldarbietungen von Schülern, ob bei Chorauftritten, der Präsentation eines Maibaumtanzes oder im Rahmen einer Ausstellung von Schülerbildern: Überall wurde den Besuchern offenbar, dass den Schülern gerade im kreativ-künstlerischen Bereich viel Raum geboten wird.

Großen Zuspruch fanden zudem viele selbst gebastelte Dinge, die im Rahmen des Frühlingsfestes erworben werden konnten. Mitmachaktionen an verschiedenen Stationen standen ebenfalls hoch im Kurs. Mal wurden munter Blumen gefilzt, mal nach Schätzen in Holzhackschnitzeln gesucht. Und auch zum Erleben alter Spiele bereitete allen Beteiligten großen Spaß.

„Wir sind mit dem Zuspruch sehr zufrieden“, so Anna-Rebecca Hahn, die selbst durch die Schulräume führte und dabei auch viele Fragen von neugierigen Eltern beantwortete. Angesichts der Einzügigkeit und der bereits großen Nachfrage seien für das nächste Schuljahr aber nur noch wenige Plätze frei, informierte Hahn Eltern, die noch mit überlegen, ihr Kind auf die Waldorfschule zu schicken.

Logistische Herausforderungen

Der Umzug aus dem Gebäude des Schwesternwohnheims beim ehemaligen Calwer Krankenhaus auf den Wimberg hat sich laut Hahn sehr bewährt. Man sei gut am neuen Standort angekommen, auch wenn es anfangs einige logistische Herausforderungen gegeben habe. Positiv sei gewesen, dass man in ein bestehendes Schulhaus habe ziehen können, das mit Schulhof und Grünflächen vieles biete, was für einen guten Schulbetrieb nötig sei.