Gerade auch in Pandemiezeiten ist Schulsozialarbeit wichtig.Symbolfoto: © Valerii Honcharuk – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Schulsozialarbeit: Kinder machen sich in Pandemiezeiten Gedanken um die Zukunft / Gespräche wichtig

Nur sieben Monate nach der Einführung der Schulsozialarbeit an der Grundschule Schiltach/Schenkenzell steht fest, wie wichtig die Entscheidung der Gemeinderäte hierfür war. Dies zeigte ein erster Arbeitsbericht von Saskia Gatermann in der Schenkenzeller Ratssitzung.

Schenkenzell. Die gebürtige Hamburgerin ist nach Auskunft von Bürgermeister Bernd Heinzelmann seit dem Schuljahr 2020/21 im Auftrag der Rottweiler Stiftung Lernen-Fördern-Arbeiten, der die Schulsozialarbeit übertragen wurde, mit einem Arbeitsumfang von 50 Prozent tätig.

Wie Gatermann berichtete, biete sie Schülern Einzelfallhilfe und Kriseninterventionen an und begleite sie beim Lernen. Für die Lehrer sei sie Ansprechpartnerin bei Schwierigkeiten mit einzelnen Schülern oder der Klassensituation. Sie könne Ideen für eine ruhigere Unterrichtsgestaltung einbringen. Das Kollegium sei sehr offen für ihre Anregungen. Eltern und Erziehungsberechtigte schreibe sie direkt an, berate sie in Erziehungsfragen – beispielsweise bei aggressivem Verhalten eines Kindes – und unterstütze sie bei Problemen im schulischen Kontext. In den Klassen biete sie soziales Lernen, Sozialkompetenztraining, Persönlichkeitsförderung und Förderung des Klassenklimas in der Findungsphase an.

"Ich habe das Gefühl, dass meine Arbeit angenommen wird. Alles hat gut geklappt, so lange die Schule offen war", bilanzierte die Pädagogin zufrieden. Bisher habe sie 39 Schüler beraten, ein Drittel davon aus der Klasse 3. Hauptthemen bei den Mädchen seien Streitigkeiten, bei den Jungs gehe es mehr um Verhaltensauffälligkeiten. Mit Eltern habe sie 55 Gespräche geführt.

Ängste, Nöte und Überforderung der Schüler seien durch die Schulschließung größer geworden. Sie sorgten sich, ob sie durch die entstandenen Lernlücken ihren Schulabschluss schafften, beziehungsweise die nächste Klassenstufe erreichten. Sofern sie noch Geschwister hätten, würden sie häufiger beim Lernen abgelenkt und der Medienkonsum nehme zu. Aufgrund von Doppelbelastung durch Homeoffice und Homeschooling seien auch viele Eltern überfordert. Über die eingerichtete Notbetreuung, mittels Telefon, E-Mail und Hausbesuche halte sie den Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen, schilderte Gatermann. Während der Schulschließung unterstütze sie lernschwache und verhaltensauffällige Kinder in der Notbetreuung und entwickle Strategien, damit sie den Anforderungen im Homeschooling gewachsen seien.

"Ich bin als Hamburgerin sehr gut im Schwarzwald angekommen, auch wenn der Dialekt für mich anfangs gewöhnungsbedürftig war. Die Arbeit bereitet mir unheimlich viel Spaß und Freude. Für die Zukunft wünsche ich mehr präventive Arbeitsweise", so Gatermann.

Bürgermeister Bernd Heinzelmann stellte fest: "Die Problematik in der Schule driftet in eine andere Richtung. Schulsozialarbeit ist eine äußerst interessante Geschichte und ein Plus für die Schule. Da werden wir noch einiges zu tun haben, vor allem durch die Corona-Pandemie. Bis in einem Jahr werden wir wieder berichten lassen. Dann hoffentlich ohne Maske", zeigte sich der Bürgermeister zuversichtlich.

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