Auf den steigenden Bedarf an Schulsozialarbeit reagiert die Stadt Dornstetten nach einem Ratsbeschluss mit einer neuen Halbtagsstelle und einer weiteren Stellenaufstockung.
Mehr Personal beziehungsweise einen höheren Stellenumfang soll es im Bereich Jugendsozialarbeit – Schulsozialarbeit und mobile Schulsozialarbeit – geben. Dafür sprach sich der Dornstetter Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung bei einer Enthaltung aus.
Sonja Beck, geschäftsführende Schulleiterin, hatte zuvor prägnant und präzise den dringenden Bedarf an Schulsozialarbeit in stark veränderten bildungspolitischen und gesellschaftlichen Zeiten gegenüber früher geschildert. Dabei hatte sie vor allem auch immer wieder anhand einer prall bestückten Präsentation den stark gestiegenen psychologischen Handlungsbedarf hervorgehoben.
Nicht nur um die Kinder und Jugendlichen müsse man sich kümmern, es gehe auch vermehrt um die Einbeziehung der Eltern, um helfen zu können. Alles sei sehr kräftezehrend und zeitintensiv, so der Tenor. Und Unterstützung sei mittlerweile schon im Grundschulalter erforderlich.
Immenser Arbeitsaufwand
Ihre Vorrednerinnen Sabine Heim (Schulsozialarbeiterin an Realschule, Werkrealschule und Andreas Steinhöfel-Grundschule) und Sabine Lietz (Schulsozialarbeiterin am Gymnasium und an der Grundschule Hallwangen) sowie Nora Bitsch aus dem Bereich mobile Schulsozialarbeit der Werkrealschule hatten in ihren knappen, doch effektiven Tätigkeitsberichten ebenso den kaum bis gar nicht mehr zu bewältigenden Arbeitsaufwand in ihren Bereichen konstatiert.
Dass die Botschaft im Rat klar angekommen sei, betonte sodann Bürgermeister-Stellvertreterin Ilona Costantino (FW/CDU). Auch die Kreisjugendamtsleiterin Angelika Klingler war in der Sitzung mit ihrer Kollegin anwesend und bezog ebenso Stellung zu den mehr als herausfordernden Zeiten im Bereich der Jugendarbeit allgemein.
Zum einen soll nun für die Dornstetter Schulen für die Schulsozialarbeit eine Halbtagsstelle mehr geschaffen werden. Angesiedelt sein soll die Stelle an den Grundschulen, was, so Sonja Beck, den Effekt haben soll, dass die weiterführenden Schulen dann im Anschluss an die Grundschulzeit „reifere“ Kinder an ihre Schulen bekämen.
Stellenbesetzung dauert
Die Erhöhung bei der Schulsozialarbeit direkt an den Schulen bringt laut Stadtverwaltung im laufenden Jahr Kosten von 21 000 Euro mit sich, diese seien in der Personalkostenhochrechnung 2026 berücksichtigt. Der Betrag beziehe sich erst einmal auf sechs Monate, früher scheine eine Stellenbesetzung nicht realistisch. Pro Jahr spreche man dann künftig vom doppelten Kostenbetrag. Entsprechende Lohnerhöhungen seien für die Zukunft mitzudenken. Hingewiesen wird darauf, dass die Personalkosten jährlich bis zu einem gewissen Prozentsatz förderbar seien.
Zum anderen soll der Beschäftigungsanteil im Bereich mobile Schulsozialarbeit auf das Doppelte erhöht werden, von einer 15,4-Prozent-Stelle – sechs Wochenstunden – auf eine 30,8-Prozent-Stelle.
Anstellung über Bruderhaus-Diakonie
Die Anstellung der mobilen Schulsozialarbeit läuft über die Bruderhaus-Diakonie. Bislang greift laut Stadtverwaltung eine Finanzierungsvereinbarung mit der Stadt Dornstetten. Seit 2023 lägen die jährlichen Gesamtkosten zwischen 15 000 und 16 500 Euro. Grundsätzlich stünden nun für eine Stellenerhöhung im Haushalt 2026 Mittel zur Verfügung, der Haushaltsansatz liege bei 34 000 Euro. Aber künftige Personalkostensteigerungen könnten diese Zahlen verändern, auch darauf weist die Stadt hin.