DIe Situation um die Trichtinger Grundschule bleibt unklar. Nun warten die Beteiligten auf die Stellungnahme aus Rottweil. Foto: Kopf

Ende Juli wurde im Gemeinderat die Schließung des Schulstandortes Trichtingen beschlossen. Zwischendurch wurde es etwas ruhiger, nun ist aber wieder Bewegung im Thema. Trichtinger und Harthausener Bürger, Vereine und Gemeinderäte setzen sich zur Wehr und haben sich juristische Hilfe geholt.

Epfendorf-Trichtingen - "Die Bürger sind angelogen worden". Diesen drastischen Vorwurf hört man von Trichtinger Bürgern im Zusammenhang mit der geplanten Schließung ihrer Grundschule. Obwohl das Thema bereits per Mehrheitsbeschluss durch den Gemeinderat gegangen ist, geben die Trichtinger und Harthausener nicht auf und schalten nun weitere Instanzen wie das Landratsamt ein.

Aufklärungsarbeit

Konkrete Namen sollen nicht genannt werden, wie die Gruppe im Gespräch mit unserer Redaktion anmerkt. Hinter dem Versuch, die Schließung der Grundschule aber doch noch zu verhindern, sieht sie sich von den Gemeinderäten aus Trichtingen und Harthausen, den örtlichen Vereinen und dem Großteil der Bevölkerung unterstützt.

Um besser auf das Thema aufmerksam zu machen und aufzuklären, wurde eine Bürgerinformation mit den aus Sicht der Gruppe wichtigsten Punkten erstellt. "Ein Gesprächsangebot wurde vom Bürgermeister abgelehnt. Die Bevölkerung weiß teils gar nicht Bescheid, wie der Stand wirklich ist, auch viele Epfendorfer nicht", so ein Sprecher der Gruppe.

Geschlossen werden soll die Schule, weil der Investitionsbedarf für zwei Standorte zu hoch und die Lehrerversorgung an einem Standort besser sein soll. Beide Punkte sind auch Sicht der Gruppe aber nicht zutreffend, weswegen man sich gute Chancen ausrechnet. "Wir haben nun das Landratsamt eingeschaltet. Dort sind mehrere Beschwerden und Eingaben eingegangen".

Zudem sei von mehreren Bürgern und Gemeinderäten eine namhafte und auf diesem Gebiet erfahrene Kanzlei aus Stuttgart beauftragt. "Die Kanzlei hat so einen Fall schon einmal gewonnen", äußert sich ein Gruppensprecher.

Klage als Option

Aktiv eingreifen werde die Kanzlei aber nur, wenn das Landratsamt den Beschluss als gültig einstuft. Sollte dies der Fall sein, werde die Kanzlei für die Interessen der Gemeinde Trichtingen vor Gericht ziehen und gegen das Urteil klagen. "So weit soll es wenn möglich gar nicht kommen. Wir sind ja an einer Lösung interessiert und haben auch Vorschläge". Nichtsdestotrotz spricht die Gruppe von einer hohen Erfolgswahrscheinlichkeit im Falle einer Klage.

Auf unsere Nachfrage bestätigte das Landratsamt, dass die Rechtsaufsichtsbehörde die Rechtmäßigkeit des Gemeinderatsbeschlusses aktuell prüft und im Kontakt mit der Gemeinde Epfendorf steht. Zum Abschluss des Verfahrens lassen sich gegenwärtig noch keine zeitlichen Aussagen treffen.

Nach Aussage der Gruppe, sei die Kanzlei zudem bemüht, in Abstimmung mit dem Landratsamt, die Verpflichtung die Grundschule laut Eingemeindungsvertrag zu erhalten, durchzusetzen. Hierzu sagt die Pressestelle des Landratsamtes jedoch: "Ein Kontakt seitens der Kanzlei wurde zu uns bisher nicht aufgenommen".

Die Schließung der Schule wäre ab dem Jahr 2024 geplant. Ob es wirklich so weit kommen könnte, liegt nun zunächst in den Händen des Landratsamtes. Aufgeben wird die Gruppe aber auf jeden Fall nicht. "Wirklich alle halten zusammen, das ist faszinierend zu sehen und gab es so in dieser Form noch nicht", bestätigt ein Mitglied.