Auf dem Hof der Fünf-Täler-Schule in der Höfener Straße in Calmbach entstehen derzeit drei Ersatz-Klassenzimmer. Doch dabei wird es nicht bleiben.
Bei der Sanierung des Realschulgebäudes der Calmbacher Fünf-Täler-Schule gibt es jetzt – deutlich sichtbar – Bewegung. Am Dienstagmorgen wurden die Module, umgangssprachlich auch Container genannt, angeliefert, die während der weiteren Bauphase als Klassenzimmer dienen sollen.
Dazu wurden zunächst im Schulhof Betonpfeiler als Fundament und Gründung gegossen. Nun wurden die insgesamt 23 Module mit Lastwagen angeliefert und mit einem Autokran an Ort und Stelle gehievt.
Für den aktuellen Bauabschnitt entstehen so drei Klassenzimmer im Erdgeschoss und im Obergeschoss noch zusätzlich Rektorat, Sekretariat sowie ein kleiner Besprechungsraum, gibt Bad Wildbads Stadtbaumeister Volkhard Leetz auf Anfrage unserer Redaktion Auskunft.
Und bis die Klassenzimmer nutzbar sind, vergeht wenig Zeit. Die Module seien bereits gedämmt und vorkonfiguriert, auch beispielsweise die Elektronik sei schon verlegt, und würden dann „an den Schnittstellen zusammengebaut“, so Leetz weiter. Dazu würden Dichtungen eingezogen sowie die Stahlrahmen der einzelnen Module mit Krallen verbunden.
Vor Weihnachten fertig
Eventuell noch in dieser Woche, laut Leetz aber „auf jeden Fall vor Weihnachten“ können diese Arbeiten bereits abgeschlossen werden. Die Schüler können die neuen Klassenräume dann ab Januar – nach den Weihnachtsferien – nutzen. Plan sei es von vornherein gewesen, die schulfreie Zeit zu nutzen, „um das umzuorganisieren“.
Diese neuen Klassenzimmer mit einer Größe von jeweils mehr als 70 Quadratmeter dienen als Ersatz für die im Haus B, wo es dann mit der Sanierung weitergehen soll. Die Lehrer und Schüler müssen auf kein Klassenzimmer verzichten, durch die in Modulbauweise geschaffenen Räume bleibt die Anzahl der Unterrichtsräume gleich.
Doch dabei wird es nicht bleiben. Weitere Container-Klassenzimmer kommen dazu, „wenn wir im A-Gebäude auslagern müssen“, erklärt Leetz. Die kommen noch mal oben auf die jetzt aufgebauten Module drauf. Deshalb sei auch „so aufwendig gegründet“ worden, so der Stadtbaumeister weiter.
Wie lange die Räume dann genutzt werden, darauf kann und will sich Leetz nicht festlegen. Zwar gebe es einen entsprechenden Rahmen-Zeitplan – ob der aber so eingehalten werden könne, hänge von vielen Dingen ab, zum Beispiel dem Verlauf der Ausschreibungen.
Ein Mammutprojekt
Die Baustelle an der Fünf-Täler-Schule in der Höfener Straße in Calmbach ist eines der größten Projekte, das die Stadt Bad Wildbad in den kommenden Jahren zu stemmen hat. Und schon jetzt ist absehbar, dass die geplanten Kosten wohl nicht ausreichen werden. Im Dezember 2020 brachte der Gemeinderat das Mammutprojekt auf den Weg. Der damalige Bürgermeister Klaus Mack bezeichnete es gar als „das größte Sanierungsprojekt, das die Stadt jemals durchgeführt hat“. Damals lagen die geplanten Kosten bei rund zwölf Millionen Euro. Für den ersten Bauabschnitt wurde mit Kosten von rund 4,5 Millionen Euro geplant. Die Prognose, die Stadtbaumeister Volkhard Leetz beim Baustellenrundgang des Gemeinderats vor rund einem Jahr vorlegte, lag aber bereits bei rund 5,9 Millionen Euro, also etwa 1,4 Millionen Euro mehr als geplant. Im Juni dieses Jahres rechnete die Verwaltung mit Gesamtkosten von etwa 14 Millionen Euro. Sowohl Leetz als auch Architekt Eberhard Raupp rechneten – ebenfalls Stand Juni – mit einem Abschluss der gesamten Sanierung und Erweiterung der Fünf-Täler-Schule zum Ende des Jahres 2026.