Landrat Thorsten Erny war zum Antrittsbesuch in Wolfach. Er informierte sich über laufende bauliche Projekte und kam mit Ehrenamtlichen zum Austausch zusammen.
51 Städte und Gemeinden zählt der Ortenaukreis, am Mittwoch rückte Landrat Thorsten Erny zum Antrittsbesuch allein Wolfach in den Fokus. Neben dem Eintrag ins Goldene Buch standen ein Gespräch mit Gemeinderats-Vertretern, der Blick hinter den Baustellenzaun an der Herlinsbachschule sowie der Austausch mit Vertretern des Ehrenamts an. Der habe Eindruck hinterlassen, erklärte Pressesprecher Kai Hockenjos am Donnerstag.
Landrat informiert sich über Zeitplan bei der Schule
„Ein Mammutprojekt“, umschrieb Bürgermeister Thomas Geppert den auf elf Millionen Euro veranschlagten Um- und Ausbau des Herlinsbach-Schulkomplexes. „Drei Gebäude, vier Bauabschnitte, fünf Zuschussprogramme“, fasste Christoph Wussler vom Büro WWG-Architekten zusammen. Der zweite Bauabschnitt sei angelaufen, der erste Abschnitt solle um Pfingsten herum abgeschlossen werden.
Nächster Brocken: die Innensanierung des B-Baus im dritten Bauabschnitt. Der soll zu Ostern 2027 beginnen und dann „ein gutes Jahr“ in Anspruch nehmen. Wurde der A-Bau im laufenden Betrieb noch Stockwerk für Stockwerk saniert, habe man für den B-Bau mit der Schulleitung eine Lösung gefunden, den Gebäudeteil für die Bauphase zu räumen. „Eine Erleichterung für alle Beteiligten“, so Wussler. So könne auf allen drei Stockwerken parallel gearbeitet werden, wodurch er auf bessere Konditionen bei den Ausschreibungen der Gewerke hofft. Als letzter Akt des Herlinsbach-Pakets soll wie berichtet in weiter Zukunft der C-Bau abgerissen werden. Die damit entstehende Freifläche sei auch gedacht, um „in Zukunft Handlungsspielräume zu haben – vielleicht für die Sporthalle“.
Weitere 700.000 Euro aus dem Ausgleichsstock
Während manche Ecken der Schule momentan noch Rohbau-Charme versprühen, wird in den ersten neuen Klassenzimmern schon unterrichtet. Die moderne Technik hat dabei auch ihre Tücken, berichtete Schulleiterin Sarah Baas. Im Dachgeschoss stehen digitale Tafeln, für die die Lehrer geschult wurden und die ein echter Gewinn seien. Ein Stockwerk tiefer gebe es schon eine neue Geräte-Generation, „die hat viele Kinderkrankheiten“. Am Ende der Tour war der Landrat sicher: „Sie dürfen sich freuen auf das, was kommt.“ Geht’s nach Erny, dann auch auf einen neuen Boden in der Pausenhalle. „Da gibt’s zwei Lager. Das ist nicht ausdiskutiert“, sagte Geppert. Baas und er wünschten sich „etwas Frischeres“, andere lobten, dass der alte Steinboden robust und pflegeleicht sei.
Mit oder ohne Boden: Bislang habe Wolfach knapp 1,4 Millionen Euro aus dem Ausgleichstock für das Schulprojekt erhalten. Fürs Projektjahr 2026 seien weitere 700.000 Euro Zuschuss aus dem Ausgleichstock beantragt. Erny mache sich für eine Bewilligung stark: „Der Schulterschluss stimmt.“
Landrat Erny freute sich über die zahlreichen Teilnehmer-Wortmeldungen
„Insgesamt muss man sagen, dass das sehr lebhaft war“, bilanzierte Landratsamts-Pressesprecher Kai Hockenjos am Donnerstag zum Bürgerdialog im Blauen Salon. Thorsten Erny habe sich über die vielen Wortmeldungen der rund 20 Teilnehmer gefreut. „Es war einer der engagiertesten und lebhaftesten Bürgerdialoge.“ Ehren-Narrenvater Hubert Kessler regte an, Genehmigungen für Fasnets-Umzüge, bei denen sich nichts ändert, direkt für fünf Jahre zu erteilen, um Kosten und Zeit zu sparen. Manfred Schafheutle brach eine Lanze für die Fördervereine und warb um bürokratische Erleichterungen. Erny versicherte, dass die Mitarbeiter der Kreisverwaltung Ermessensspielräume nutzen sollen. Bruno Heil warb unter anderem für eine Moderation des Kreises bei der interkommunalen Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen und eine Stärkung des Katastrophenschutzes. Viele bei DRK und Feuerwehr seien bereit, sich da zu engagieren. Der Katastrophenschutz werde „von Berlin nicht so offensiv nach unten gepredigt“, sagte Erny.