Zwei Brücken im Obertal zwischen Schuttertal und Dörlinbach waren Thema im Gemeinderat.
Die baugleichen Holzbrücken am südlichen Ausgang des Ortsteils Schuttertal und auf Höhe der Abzweigung Kasperhof, die sich Fußgänger und Radfahrer teilen, stammen noch aus den 1990er-Jahren. Die vorgeschriebenen Hauptprüfungen beider Brücken in den Jahren 2022 und 2023 haben schlechte Noten ergeben. Beide Bauwerke wurden mit der Note 3,4 bewertet. Laut Beschlussvorlage der Gemeinderatssitzung am vergangenen Dienstag haben Überprüfungen ergeben, dass eine Erneuerung der hölzernen Brückenüberbauten erforderlich ist. Das Fachbüro Isenmann aus Haslach hat eine Sanierung als unwirtschaftlich bewertet.
Auf der Sitzung stellte nun Mario Roll, Mitarbeiter des Büros, zwei verschiedene Szenarien vor. Wenn die Brücken in einem ähnlichen Zustand erneuert werden, liegen die Kosten pro Brücke demnach bei etwa 170.000 Euro. Aufgrund des Alters und der Breite beider Brücken von knapp zwei Metern werden diese Projekte nicht gefördert.
Ingenieurbüro mit weiteren Entwürfen beauftragt
Neue Brücken samt breiterem Zugang und entsprechenden Widerlagern mit einer Breite von 3,5 Metern würden knapp 380.000 Euro pro Brücke kosten. Diese wären aber, so Roll, durch das sogenannte Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz förderfähig. Er bezifferte die Höhe der möglichen Förderung auf insgesamt 190.000 Euro. Brücken ohne Förderung wären in einem Jahr neu errichtet, die Brücken mit Förderung würden etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen.
Eine längere Diskussion, wie und wo Kosten bei den Brücken eingespart werden könnten, die gefördert werden, beendete Kurt Weber (CDU) mit einer einfachen Frage: „Ist das jetzt der richtige Zeitpunkt?“ Er bezweifelte, dass das Vorhaben angesichts der derzeitigen finanziellen Situation unbedingt jetzt notwendig sein muss.
Roll und Bauamtsleiter Wolfgang Wölfle stellten allerdings eine rhetorische Gegenfrage: Erfüllt eine Brücke, die sich Radfahrer und Fußgänger teilen müssen, ihren Zweck noch, wenn sie so erneuert wird, wie sie vor 40 Jahren genehmigt worden war? Gerade, weil sich ja inzwischen etliche Vorschriften weiterentwickelt hätten.
Bürgermeister Matthias Litterst regte am Ende der Diskussion an, das Ingenieurbüro mit weiteren Entwürfen zu den realistischen Vorschlägen – nur drei Meter Breite oder weniger Spannweite – zu beauftragen und dann erneut über die Thematik zu beraten. Dem folgte der Gemeinderat stillschweigend.
Noten für Brücken
Jede Brücke und alle anderen Ingenieurbauwerke werden im Abstand von sechs Jahren einer Hauptprüfung durch erfahrene und speziell ausgebildete Ingenieure unterzogen. Die Kriterien Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit werden zu einer Zustandsnote von 1 (sehr guter Zustand) bis 4 (ungenügender Zustand) zusammengefasst.