FDP-Politiker Timm Kern (Mitte) forderte eine gemeinsame Bildungspolitik aller Parteien. Foto: Scheffel-Gymnasium

Beim Besuch des FDP-Bildungspolitikers Timm Kern ging es auch um Herausforderungen für das Lahrer Gymnasium. Ein wichtiges Thema war dabei die Ausstattung.

Der bildungspolitische Sprecher der FDP/DVP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg, Timm Kern, hat das Scheffel-Gymnasium in Lahr besucht. Begleitet wurde Kern von den Gemeinderätinnen der Freien Demokraten Regina Sittler (Lahr) und Siham di Caro (Friesenheim).

 

Schulleiterin Antje Bohnsack und Studiendirektor Torsten Lorenz führten laut Mitteilung der Schule durchs Gebäude und sprachen über Herausforderungen. Zentrale Themen waren Lehrkräftemangel, steigender Unterrichtsausfall und die wachsende Belastung durch Verwaltungsaufgaben. Bohnsack machte deutlich, dass die Belastungsgrenzen vieler im Kollegium erreicht seien.

Keine Chemie-Experimente aufgrund von veralteter Ausstattung

Dabei schade ständiger Zeitmangel im Schulalltag: „Wir brauchen die Zeit. Zeit für Bildung. Zeit für Persönlichkeitsentwicklung. Zeit für den Schüler.“ Kern plädierte vor diesem Hintergrund für einen Ausbau der Schulsozialarbeit und die Einführung von „digitalen Hausmeistern“ zur Wartung der IT, um die Lehrkräfte zu entlasten.

Ein besonders dringliches Problem zeigte sich beim Rundgang durch den Chemieraum. Dort können derzeit keine chemischen Experimente abgehalten werden, da die sicherheitstechnische Ausstattung veraltet ist und eine ordnungsgemäße Lagerung der Chemikalien nicht gewährleistet werden kann.

Kern reagierte alarmiert: „Wenn die engagierte Lehrerschaft nicht durch ordentliche Ausstattung flankiert wird, und wie hier im Beispiel keine Experimente im Unterricht durchführen kann, ist das ein alarmierendes Signal Richtung Landesregierung.“

Im Anschluss präsentierte Studiendirektor Torsten Lorenz ein neues Schulprojekt. Die Schüler der Klassenstufe 9 planen und bauen ein Schülercafé, einen Raum, der Rückzug, Austausch und konzentriertes Lernen verbinden soll.

Das Scheffel ist Zukunftsday-Schule und hat die Stunden zum selbstorganisierten Lernen in den Stundenplan eingebaut. Die Lehrkräfte sind dabei Lernbegleiter und geben den Rahmen. Die Schüler Charlotte Rapp und Aurelio Antonacci waren von Anfang an mit dabei: Sie äußerten sich erfreut darüber, dass Schülern etwas zugetraut werde und sie hier ihre Stärken entwickeln könnten, ohne dass alles gleich benotet werde. Lorenz lobte das Engagement der Jugendlichen: „Die Schülerschaft hat enormes Potential und dieses Potential will gefördert und abgerufen werden.“

FDPler Timm Kern macht sich für einen „Schulfrieden“ stark

Kern erneuerte zudem seinen Appell an alle demokratischen Parteien, sich in einem „Schulfrieden“ auf einen überparteilichen Grundkonsens zu einigen, um Schulen vor grundlegenden Reformwechseln nach jeder Landtagswahl zu schützen. „Schulen brauchen Stabilität, nicht ständig wechselnde Leitbilder“, so Kern.

Lahrs Gemeinderätin Regina Sittler wies während des Besuchs auf die schwierige Haushaltslage der Stadt Lahr hin: „Nicht alles, was wünschenswert ist, ist finanziell auch realisierbar. Das ist die traurige Wahrheit. Doch gerade in der Bildung muss ein Schwerpunkt liegen.“ Gemeinsam mit di Caro betonte sie: „Es ist wichtig, schulische Anliegen und Schülerinitiativen nach Kräften zu unterstützen und die Themen weiterzutragen.“

Zum Abschluss tauschten sich alle Beteiligten über weitere bildungspolitische Themen aus. Kern kündigte an, die Eindrücke des Besuchs in seine parlamentarische Arbeit einfließen zu lassen.