Streit um eine Grundschule Hallerhöhe: So stimmte der Technische Ausschuss ab. Nächste Woche entscheidet der Gemeinderat.
Darum geht’s: Es liegen zwei Varianten für den geplanten neuen Grundschulstandort Hallerhöhe in Schwenningen vor.
Die Variante eins geht davon aus, dass das bestehende Gebäude Hallerhöhe für insgesamt 4,5 Millionen Euro saniert werden muss. Für die Dauer der Sanierung sollen die Grundschüler in den Containern unterrichtet werden, die bereits während der Sanierung von Deutenberg-Gymnasium und -Schulverbund als Ersatzräume für den Unterricht genutzt wurden und werden. Der neue Grundschulstandort in Schwenningen fängt mit Erstklässlern an und wird dann nach und nach weiter „befüllt“ mit zweizügigen Klassen. Losgehen soll der Unterrichtsbetrieb zum Schuljahr 2025/26. Eine Grundschule Hallerhöhe soll zum Schuljahr 2027/28 in Betrieb gehen.
Die Variante zwei
Die Variante zwei ist quasi später dazu gekommen, weil angesichts einer angespannten Lage des städtischen Haushaltes eine dauerhafte Containerlösung finanziell günstiger kommt: eine Million statt 4,5 Millionen Euro. Den Auftrag an die Verwaltung, dies mit zu prüfen, erging aus der Reihen der Fraktionsvorsitzendenrunde. Das wiederum brachte Eltern, Elternvertreter und die bisher in die Planung eingebundenen Vertreterinnen der – geschäftsführenden – Schulleitung auf die Barrikaden. Befürchtet werden unter anderem Abstriche am pädagogischen Konzept, das ungutes Aufeinandertreffen von Grundschülern und den „Großen“ der dort beheimateten weiterführenden Schulen auf dem Schulweg und in den Pausen. Zuletzt gab es ein Gespräch zwischen Eltern und Stadtverwaltung dazu.
Große Einigkeit
In der Sitzung des Technischen Ausschusses am Dienstagabend in der Neuen Tonhalle herrschte dann große Einigkeit darüber, die Variante eins weiterzuverfolgen (13 Ja-Stimmen und drei Enthaltungen). Oberbürgermeister Jürgen Roth hatte den Tagesordnungspunkt anmoderiert und sprach sich dabei für die Variante eins aus. „Wir möchten an dem ursprünglichen Plan festhalten, vor allem wegen des Spannungsfeldes am Standort der Container“, sagte Dirk Sautter (CDU).
Andreas Flöß kündigte an, die FW-Fraktion werde sich enthalten, weil einige offene Fragen im Raum stünden. Die Tendenz gehe allerdings auch in Richtung Variante eins. Außerdem regte er an zu überprüfen, ob auf dem Gelände der Hallerhöhe nicht auch noch Platz sei für einen Kindergarten. Martin Rothweiler (AfD) wertete den Unterricht in Containern als „Provisorium, nicht mehr und nicht weniger“. Eine Haushaltssanierung solle nicht zu Lasten der Kinder gehe.
„Der Standort Hallerhöhe funktioniert gut für Grundschulkinder“, sagte Ulrike Salat (Grüne) und sprach sich für ihre Fraktion ebenfalls für die Variante eins aus. „Wir waren erstaunt, wie man von einem auf den anderen Tag das Thema so umdrehen kann.“ Gemeint war der Vorschlag, die Containerunterbringung zur Dauerlösung zu machen. „Wir waren auch vor Ort und haben uns Prügel geholt von den Schulleitern“, merkte Bernd Lohmiller (SPD) an. Das sei jetzt Schnee von gestern. Aus pädagogischer Sicht sei die Variante eins richtig. Das trage auch seine Fraktion mit. Dem schloss sich außerdem Michael Steiger für die FDP an.
Bürgermeister Detlev Bührer informierte, dass es sich beim Empfehlungsbeschluss für die Variante eins noch um keinen Projektbeschluss handele. Wenn auch der Gemeinderat zustimmt, wird die Variante eins weitergeplant und mündet dann in einen Projektbeschluss ein. Die Zeit drängt, will man die Hallerhöhe tatsächlich zum Schuljahr 2027/28 fertig saniert haben.