VS spart bei der Ganztagsbetreuung. Kurzfristig entlastet das den Haushalt. Doch wenn pädagogische Betreuung durch Aufbewahrung ersetzt wird, zahlt am Ende eine ganze Generation, meint unserer Autorin Eva-Maria Huber.
Was hätte wohl Schulreformer Johann Pestalozzi zu den jüngsten Weichenstellungen in der Bildungspolitik von Villingen-Schwenningen gesagt?
Entweder hätte er Rauch in den Sitzungssaal des Gemeinderats gelassen oder wäre mit den anderen Rektoren der betroffenen fünf Ganztagsschulen in VS kopfschüttelnd aus dem Saal gegangen.
Am städtischen Sparen führt kein Weg vorbei. Doch ausgerechnet die Spartaste bei der Bildungspolitik zu drücken, spricht von wenig Weitsicht. Freilich wird es kurzfristig günstiger, wenn die Stadt die Nachmittagsbetreuung selbst übernimmt. Doch was ist gewonnen, wenn reine Aufbewahrung pädagogisch wertvolle Betreuung ablöst und dafür die Eltern auch noch zahlen sollen?
Was bleibt, sind Pestalozzis Scherben. Der Preis ist auf lange Sicht hoch, zu hoch.