Den Schulen in Oberndorf standen recht schnell Geräte zur Verfügung. (Symbolfoto) Foto: pixabay

Corona hat der Digitalisierung an den Oberndorfer Schulen auf die Sprünge geholfen. Über den aktuellen Sachstand ließ sich der Gemeinderat informieren.

Oberndorf - Wenn Corona auch viele Nachteile mit sich bringt, so hat sie auch eine Entwicklung stark angeschoben: die Digitalisierung, insbesondere in Schulen. Was aktuell läuft, darüber informierte Hans-Joachim Ahner in der Gemeinderatssitzung.

Mit einem Bericht über die Digitalisierung der Oberndorfer Schulen war die Stadtverwaltung einem Wunsch der SPD-Fraktion nachgekommen.

Masse von Förderprogrammen

Die aktuelle Corona-Situation habe eine Masse von Förderprogrammen in Gang gesetzt. So gibt es die Digitalpakte eins bis vier und das Schulbudget Corona. Das Landkreisprojekt "Schulen ans Netz" sei inzwischen abgeschlossen, informierte Ahner den Gemeinderat.

Für den Digitalpakt eins sei ein so genannter Medienentwicklungsplan erforderlich geworden. Ein solcher zertifizierter liegt für die Grundschulen Beffendorf, Bochingen, Lindenhof, Hochmössingen und die Grundschule am Schulverbund bereits vor. Bei den weiterführenden Schulen hat der Schulverbund bereits einen Medienentwicklungsplan. Das Gymnasium am Rosenberg und die Grundschule Aistaig stünden kurz vor der Fertigstellung der Pläne, die Ivo-Frueth-Schule steckt in der Zertifizierungsphase.

Ein solcher Plan sei unbedingt notwendig, um bewilligte Gelder dann auch abrufen zu können. Bei der Abrechnung müsse dieser vorliegen, erklärte Ahner.

Aus dem Digitalpakt eins stehen der Stadt Oberndorf insgesamt rund 590.000 Euro für alle Schulen zur Verfügung. Der Großteil der Förderung ist für notwendige bauliche Maßnahmen verplant. Die Kommune hat einen Eigenanteil in Höhe von 20 Prozent der Investitionskosten zu tragen. Digitale Endgeräte werden mit bis zu 20 Prozent des Gesamtinvestitionsvolumens gefördert.

Geräte frühzeitig bestellt

Die Mittel können unabhängig von der Schulgröße oder -art eingesetzt werden, wo sie benötigt werden. Zu beachten sei, dass den Grundschulen Bochingen und Lindenhof sowie dem Gymnasium über den Kommunalen Sanierungsfonds bereits Fördermittel für Umbaumaßnahmen zur Digitalisierung bewilligt worden seien, erwähnte Ahner. Deshalb falle für diese Schulen eine Förderung aus dem Digitalpakt eins weg.

Das so genannte Sofortausstattungsprogramm des Landes, der Digitalpakt zwei, ist bereits umgesetzt worden. Die Stadt hat Mittel in Höhe von 130 000 Euro erhalten und in 102 Notebooks und 217 Tablets für die Schulen investiert. "Wir haben die Geräte zum Glück frühzeitig bestellt gehabt", sagte Ahner.

Im dritten Digitalpakt geht es um die Betreuung und Wartung des Netzes und der Geräte. Dafür erhält die Stadt 65 000 Euro vom Land. Die Summe könne für eigenes Personal oder ein Dienstleistungsunternehmen investiert werden, erklärte Ahner.

"So ein digitaler Hausmeister macht Sinn", fand Dieter Rinker (FWV). Er sprach sich gegen die Beauftragung von Fremdfirmen aus. Günter Danner (SPD) wollte wissen, ob die 65.000 Euro einmalig vergeben würden. "Corona hat der Politik zwar Beine gemacht, aber in vier bis fünf Jahren sind die Geräte veraltet. Und was dann? Wir müssen da Druck machen, um eine gewisse Nachhaltigkeit zu erzielen", fand er. "Die Serverbetreuung ist wichtig. Das kann nicht von den Lehrkräften abgedeckt werden", sagte Ruth Hunds (SPD).

Lüftungsgeräte nicht nötig

Der Zuschuss von 65.000 Euro sei einmalig, bestätigte Ahner. Der Städte- und der Gemeindetag setzten sich dafür ein, dass das Land auch in ein paar Jahren die Kosten übernehme, zumal es seine Aufgabe sei.

"Aber wie es oft der Fall ist: Wenn man eine Aufgabe bekommt, soll man auch noch für die Finanzierung sorgen", kritisierte Bürgermeister Hermann Acker, dass viel an der Stadt hängen bleibe.

Das Schulbudget Corona sollte die Schulen dazu befähigen, dringende Maßnahmen, etwa im Bereich der Belüftung oder der Hard- beziehungsweise Software, umzusetzen. Rund 50 000 Euro, die schulscharf eingesetzt werden, gab es dafür. Die Mittel müssen bis Ende Juli abgerufen werden. Die Stadt und die Schulen stimmen sich derzeit ab, welche Anschaffung getätigt werden soll.

Früh angehen sollte man nun Maßnahmen zur Entkeimung beziehungsweise Belüftung, meinte Dieter Rinker. Die Notwendigkeit für ein Lüftungsgerät sähen die Schulleiter nicht, erwiderte Ahner. Das habe die Stadt frühzeitig abgefragt.

Durch die Landkreisinitiative würden inzwischen alle Schulen über einen Glasfaseranschluss verfügen, verkündete Hans-Joachim Ahner zudem. Rund 30.000 Euro habe die Stadt dafür bereitgestellt. Im Gymnasium und in der Grundschule Lindenhof sei die Maßnahme größtenteils umgesetzt. Die Beffendorfer Schule sei bereits angeschlossen, andere Grundschulen folgten nun. Die Kosten bewegen sich je Schule zwischen 5000 und 15.000 Euro.

Herausfordernd seien die baulichen Maßnahmen am Schulverbund. Pläne für Kabelverbindungen und die "Ausleuchtung" lägen vor. Die Ausschreibung werde derzeit vorbereitet. In der Ivo-Frueth-Schule wird der Anschluss in diesem Jahr umgesetzt. 30 000 Euro sind im Haushalt eingeplant.

2021 sind zur Umsetzung von Projekten aus dem Digitalpakt eins außerdem 175 000 Euro eingeplant. Für weitere Anschaffungen nach den Medienentwicklungsplänen werden 125.000 Euro fälllig. Der Abschluss erfolgt 2022 mit voraussichtlichen Kosten von 100.000 Euro.

Er habe sich bei einem Experten erkundigt, sagte Dieter Rinker. Oberndorf habe die Förderpakete optimal abgerufen und damit Vorbildfunktion.

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