Über den Sanierungsstau am OHG Nagold und an anderen Nagolder Schulen wird heftig diskutiert. Foto: Thomas Fritsch

Zu einem Kommentar von Heiko Hofmann und den Erwiderungen von Alt-Oberbürgermeisters Rainer Prewo über die Nagolder Schulpolitik hat uns unser Leser Werner Lösch aus Nagold folgende Meinung.

Der Nagolder Redaktionsleiter des Schwarzwälder Boten schrieb in den vergangenen Wochen über die städtische Schulpolitik und deren Auswirkungen, insbesondere über die „Abwanderung“ von Grundschülern zu den weiterführenden Schulen der Nachbargemeinden.

 

Von Alt-Oberbürgermeister Dr. Prewo wurde er dafür kritisiert. Tatsächlich hat Heiko Hofmann aber recht: Ich arbeitete von 1982 bis 2018 als Lehrer und ab 2004 als Abteilungsleiter am OHG. Meine Frau arbeitete von 1988 bis 2018 als Lehrerin an der Zellerschule. Die baulichen Veränderungen der vergangenen 20 bis 25 Jahre waren aus der Not geboren. Was kaputt war, musste repariert werden, was an Räumen fehlte, musste hinzugebaut werden. Dies gelang nicht immer zur rechten Zeit. Zwei Beispiele: Es wurden Klassen des OHG in die Stadthalle und in die Zellerschule ausgelagert. Die Digitalisierung wurde zu spät und zu klein begonnen und durchgeführt. Was die Zukunftsinvestitionen anging, so muss man den Vorwurf „zu spät und zu wenig“ dick unterstreichen.

Bei der Umstellung der Zellerschule von Werkrealschule auf Gemeinschaftsschule wurde das eigentlich notwendige Geld eben nicht zur Verfügung gestellt. Die umliegenden Gemeinden Ebhausen und Jettingen hatten - in Relation der Gemeindegrößen - deutlich mehr zur Verfügung.

Was das OHG angeht, so wurde innerhalb der Schulleitung unter Federführung von Matthias Flury eine Planung für Umbauten und Neugestaltung ausgearbeitet. Wenn ich mich richtig erinnere, war diese 2015 fertig und in gedruckter Form an das Rathaus geschickt worden. Was daraus geworden ist, weiß ich nicht. Auch die Schuletats wurden während meiner „Amtszeit“ zweimal gekürzt.

Das OHG wurde und wird in Reden gerne als das Flaggschiff der Nagolder Schulen bezeichnet. Damit eine Flotte funktioniert, braucht es aber mehr als nur schöne Worte.

Werner Lösch, Nagold

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