Ein großzügiges Areal: Auf dem Festplatz, Neuwiesen genannt, soll die neue Schule in Wellendingen gebaut werden. Linksaußen: Container des Kindergartens. Foto: Pfannes

Wie geht es mit der Schule weiter? Die Sinne geschärft und eine Entscheidung getroffen hat der Wellendinger Gemeinderat.

Eine Entscheidungshilfe gibt das Büro Hitzler Ingenieure (Stuttgart), das die drei Standorte für einen möglichen Neubau der Schule genauer unter die Lupe genommen hat.

Wie nach Diskussion Anfang Februar allen klar wurde, ist die ursprüngliche Idee mit einem Neubau mit Pausenhof im Norden keine gute Variante. Vor knapp drei Monaten kamen deshalb die drei Alternativstandorte Festplatz, Kreisverkehr bei der Schule plus Privatgärten und Brunnenwasen ins Spiel.

Das Ingenieurbüro hat zwischenzeitlich alle drei Möglichkeiten bewertet. Fläche, Schulbetrieb, Abbruch Bestand, Andienung Baustelle, Verortung Baustelleneinrichtung, Beeinträchtigung Nachbargebäude und Eingliederung ins „Stadtbild“ lauteten die Kriterien.

Und da fällt der Kreisverkehr Schule plus Privatgärten gleich unter den Tisch. Unabhängig von Wünschen und Hinweisen der Privatgartenbesitzer, die an die Schule angrenzen.

Eine spezielle Etikette

Brunnenwasen und Festplatz erhalten jeweils – bis auf einen Ausnahme – die Höchstbewertung bei den Kriterien. Als sinnvoll erscheint der Festplatz für die Ratsrunde. Auch, aber nicht nur, weil für den Brunnenwasen anderes vorgesehen ist.

Zwar will sich Bürgermeister Thomas Albrecht das Etikett „Prestigeobjekt des Schultes“, das ihm Armin Klaiber verleihen könnte, nicht umhängen, doch mit Blick auf den Planungswettbewerb und einen 800er-Kanal, an den Armin Klaiber erinnert, neigt sich die Waage sehr schnell Richtung Festplatz.

„Nicht ideal“ und „genial“

Thomas Schauber betont, dass es dieser Standort der Gemeinde ermögliche, in Ruhe zu bauen und dann umzuziehen. „Der Aufwand hat sich gelohnt.“ Und Frank Friesch merkt an, dass auf dem Brunnenwasen an drei Seiten Durchgangsverkehr sei. Für eine Schule auch nicht gerade ideal.

Als genial wertet der Schultes die Festplatzlösung. Und der jetzige Festplatz wiederum zieht dann nach dem Abbruch auf das Gelände des jetzigen Schulgebäudes um.

Die Variante „Schulgebäude bleibt und wird saniert plus Unterricht während der Bauzeit in Containern“ wäre eine sehr teure Lösung, erinnert Thomas Albrecht. Bei 30 000 Euro für die Container pro Monat und einer Bauzeit von zwei Jahren käme allein hierfür eine bemerkenswerte Summe zusammen.

Eine Probebohrung

Nachdem also die Standortfrage geklärt ist, soll nun das Ingenieurbüro den Auslobungstext für einen Architektenwettbewerb final zusammenfassen, damit dieses Projekt der Gemeinderat zeitnah per Beschluss auf den Weg bringen kann.

Erforderlich ist außerdem, eine Probebohrung auf dem Festplatz-Gelände. Hier soll das Büro Kaiser aktiv werden. Armin Klaiber erinnert an eine Auffüllung (fünf Meter) – mit Blick auf den genauen Standort der neuen Schule.

Wie das Büro Hitzler Ingenieure berechnet hat, sei von einer Fläche von 3500 Quadratmetern für Grundschule plus Freifläche/Spielfläche auszugehen. Nur ein Detail: Jeder der derzeit 230 Schüler „bekommt“ laut Vorgabe fünf Quadratmeter Fläche im Außenbereich. Eines der vielen Vorschriften in deutschen Landen.

Deutsch gesprochen

Und da im Gemeinderat in der Regel deutsch (oder schwäbisch) gesprochen wird, soll auf Hinweis von Armin Klaiber doch auf „neudeutsche“, also pseudo-englische Ausdrücke verzichtet werden. Diese Bitte mit Nachdruck wird dann – auch teilweise – erfüllt.

„Kiss and go“ inklusive

So wird aus dem „Drive-in“ (Eltern liefern ihre Kinder mit dem Auto bis vor die Klassentür ab) eine „Fahr-nei-Schule“. Für die „Kiss-and-go“-Zone (Mutter verabschiedet Sohn) findet jedoch nicht einmal der polyglotte Schultes spontan einen Ersatz.