Friesenheims Bürgermeister Erik Weide Foto: Piskadlo

Was beschäftigt die Gemeinden 2026? Unsere Redaktion hakt bei Bürgermeistern nach. Für Erik Weide haben in Friesenheim die neue Kita und der Schulumbau Priorität.

„2025 haben wir Themen angestoßen, 2026 werden wir diese fortführen“, sagt Erik Weide. Friesenheims Bürgermeister hat dabei eine ganze Reihe von Themen im Blick, die zwar eben nicht neu sind, bei denen er sich aber diverse Fortschritte erhofft. Ein Überblick.

 

Ganz oben steht die neue Kita in Heiligenzell – „der erste kommunale Kindergarten“, so Weide. Die Einrichtung im ehemaligen Kloster soll mit vier Gruppen im Jahr 2027 in Betrieb gehen. „Es ist ein Abenteuer“, blickt Weide auf die Herausforderungen. Schließlich ist es an der Gemeinde, das Personal für den Betrieb der Kita zu finden. Aber der Rathauschef zeigt sich optimistisch, dass dies gelingt – auch aus finanzieller Sicht.

Schulumbau und neue Kita bekommt man finanziert

Friesenheim startet zwar mit einem Minus von 2,2 Millionen Euro ins Haushaltsjahr, doch „der Haushalt hat sich in der Regel positiv entwickelt“, berichtet Weide. Vor allem erweise sich das Friesenheimer Gewerbe glücklicherweise als krisenfest. „Alles Geld“, so Weide plakativ, müsse Friesenheim in Schulen und Kitas stecken. „Die Standards sind so hoch“, kritisiert er die Vorgaben von Bund und Land, die den Gemeinden ohne angemessene Finanzierung aufgedrückt werden. Doch sowohl die neue Kita als auch den Umbau der Schule werde man finanziert bekommen.

Letzterer steht an, da auch Friesenheim den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in den kommenden Jahren nach und nach für alle Schulklassen umsetzen muss. „Wir brauchen das aufgrund der Menge“, stellt Weide klar. Stand jetzt werde eine Klasse ausweichen müssen, für die müssen neue Räume her. Auch das Lehrschwimmbecken und der Bau einer neuen Sporthalle werden Friesenheim im Jahr 2026 beschäftigen.

Kläranlage wird ausgebaut

Ebenso sollen bei einem „schönen Projekt“, so Weide, die Bagger anrollen. Die Rede ist vom Ausbau der Kläranlage bei Schuttern. Hier ist die bisherige Erweiterung „an der Grenze“, erklärt Weide, weshalb nun die vierte Reinigungsstufe hinzukommen soll. Eigentlich erst ab 50 000 Einwohner verpflichtend, ist Friesenheim hier Teil eines Modellprojekts. Über die vierte Reinigungsstufe sollen Spurenstoffe, wie sie unter anderem in Arzneimittel, Pestiziden, Insektiziden, Körperpflegeprodukten oder Süßstoffen vorkommen, eliminiert werden. Das ganze geschieht über den Einsatz von Aktivkohle. Die Gemeinde, beziehungsweise der Abwasserverband Friesenheim, nimmt dafür einiges an Geld in die Hand. 26 Millionen Euro werden in den kommenden Jahren investiert.

Bürgermeister will bis zu vier Windräder

Weiter will Friesenheim auch beim Thema Windkraft vorankommen. „Drei bis vier Anlagen auf unserer Gemarkung“ schweben Weide vor. Entsprechende Vorranggebiete östlich von Heiligenzell und Oberweier wurden zwar vor der zweiten Offenlage des Regionalplans verkleinert, sind jedoch noch in ausreichender Größe vorhanden. Sorgen bereitet Weide diesbezüglich lediglich die Netzkapazität. Er hofft, dass ein Ausbau der großen Stromtrassen in der Rheinebene rasch erfolgt.

Ein „tolles Projekt“ soll selbstverständlich auch das geplante Demenzzentrum mit 100 Plätzen auf dem Oberle-Areal werden. Hier gehen, so Weide, 2026 die Planungen weiter – ebenso auf dem „Startklahr“-Areal rund um den Lahrer Flugplatz. Hier steht für das Gebiet IGP III die Erweiterung nach Norden an – auf Friesenheimer Gemarkung – „und wir sind mehr mit im Boot“, freut sich Weide.

Zur Person

Erik Weide, 51 Jahre alt, ist seit dem 1. April 2016 Bürgermeister von Friesenheim. Vor zehn Jahren wurde er im zweiten Wahlgang zum Nachfolger von Armin Roesner gewählt. 2024 startete seine zweite Amtszeit. Die Friesenheimer bestätigten ihn mit 97,6 Prozent der Stimmen im Amt.