E-Zigaretten enthalten oftmals Nikotin und krebserregende Stoffe. Jörg Springmann von der Realschule Sulz erklärt, wie man vor Ort mit sogenannten Vapes umgeht.
Fast jeder vierte Schüler zwischen der fünften und der zehnten Klasse hat schon einmal E-Zigaretten probiert, sieben Prozent dampfen mindestens einmal im Monat, ergab eine Studie des DAK-Präventionsradars.
Doch wie sieht die Situation an den Sulzer Schulen aus? Ist das Vapen, also das Inhalieren von erhitzten Flüssigkeiten (Liquids), das bei Schulkindern als Einstiegsdroge Nummer eins für Nikotinsucht gilt, auch hier weit verbreitet?
E-Zigaretten-Verbot für Jugendliche
„Es zeigt sich schon, dass Vapes die klassischen Zigaretten unter Schülern eher verdrängt haben“, gibt Jörg Springmann, Schulleiter der Lina-Hähnle-Realschule, seine Eindrücke aus dem Schulalltag wieder.
Zwar sei bereits das Mitbringen einer Vape den Schülern laut der Hausordnung untersagt – für E-Zigaretten gilt das Jugendschutzgesetz, nach dem sie nur von Erwachsenen gekauft und genutzt werden dürfen.
Fruchtgeschmack und bunte Farben
„Dies zu kontrollieren ist allerdings schwierig“, räumt Springmann jedoch ein. Und auch der Konsum selbst finde an schwer kontrollierbaren Orten – etwa in den Toiletten – statt. „Im Gegensatz zur glühend heißen Zigarette ist eine Vape binnen Sekunden in der Hosentasche verschwunden, sollte sich an anderen Orten eine Lehrkraft dem Geschehen nähern“, skizziert er ein wahrscheinliches Szenario.
Genau solche Situationen machten dem Rektor zufolge – neben den fruchtigen Geschmacksrichtungen und den bunten Farben der E-Zigaretten – den Reiz der Vape für Schüler ab einem gewissen Alter aus.
Gestörte Gehirnentwicklung
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schreibt in einer Handreichung vom April 2025, dass beim Erhitzen der Liquids krebserzeugende Substanzen wie Formaldehyd und Acetaldehyd sowie zelltoxische Acrolein entstehen können.
Darüber hinaus enthielten die E-Zigaretten in der Regel nikotinhaltige Lösungen. „Nikotin führt im Körper zu erhöhtem Blutdruck, erhöhter Thromboseneigung, der Ausschüttung von Stresshormonen und zur vermehrten Bildung von Magensäure. Dies begünstigt etwa Herzkreislauferkrankungen und erhöht das Risiko für einen Schlaganfall. Bei Kindern und Jugendlichen kann Nikotin außerdem die Gehirnentwicklung stören“, heißt es in dem Papier.
Projekte im Unterricht
Doch wie geht man an der Lina-Hähnle-Realschule mit der Situation um? „Als Schule sehen wir unsere Aufgabe darin, mit Schülern über die gesundheitlichen Gefahren, aber auch potenzielle Suchtgefahren, im Unterricht und durch Projekte aufzuklären“, erklärt Springmann.
Die meisten Schüler erreiche man dadurch sicherlich auch. Präventive Inhalte und deren Umsetzung ergeben sich aber letztlich bereits durch den Bildungsplan, beispielsweise über die Leitperspektive „Prävention und Gesundheitsförderung“.
Doch sei nicht nur die Schule der Ort zur gesundheitlichen Aufklärung. „Neben schulischer Prävention bleibt dieses Thema mit Sicherheit weiterhin auch eine Herausforderung für Eltern und Erziehungsberechtigte“, ist sich der Schulleiter sicher.