Mit diesem Vorschlag rannte die Schulleitung des St. Georgener Thomas-Strittmatter-Gymnasiums im Gemeinderat offene Türen ein: Eine offene Ganztagsbetreuung ist geplant.
Eine offene Ganztagsbetreuung – zunächst für die Fünft- und Sechstklässler des Thomas-Strittmatter-Gymnasiums (TSG) in St. Georgen – soll ab dem kommenden Schuljahr angeboten werden. Seine Zustimmung dazu gab der Gemeinderat in jüngster Sitzung. Schulleiterin Christiane King und ihr Stellvertreter Alexander Mosbacher waren gekommen, um das Gremium über die Planungen zu informieren.
Katalysator für das neue Angebot war die Umstellung auf G9, berichtete King. „Ich sage ihnen ganz persönlich: Ich begrüße das sehr“. Der Bildungsplan sei von acht auf neun Jahre „gestreckt“ worden – mit Folgen auch für den Stundenplan, gerade in der Unterstufe.
Fünf- und Sechstklässler hätten fortan nur noch vormittags Pflichtunterricht, schilderte King. Was für die Schüler eine Entzerrung sei, die für weniger Stress sorge, könne für Eltern aber auch eine Herausforderung sein – gerade für Berufstätige, welche in der Grundschule die Ganztagsbetreuung nutzten und sich darauf eingestellt haben.
Um ihnen unter die Arme zu greifen und den Schülern gleichzeitig weitere Angebote zur Freizeitgestaltung machen zu können, wolle man ab dem kommenden Schuljahr eine offene – also freiwillige – Ganztagsbetreuung anbieten, schilderte King. „Nein, das TSG wird nicht zur Ganztagsschule“, präzisierte sie deshalb.
Zweimal 45 Minuten
Was also ist im Zuge der Ganztagsbetreuung geplant? An vier Tagen die Woche sind jeweils zwei Unterrichtsstunden im AG-Bereich nachmittags geplant. Die Betreuung erstreckt sich jeweils von 14 auf 15.30 Uhr. Vier verschiedene Kombinationsmodelle diverser Module hat die TSG-Leitung für die Ganztagsbetreuung erarbeitet.
Bestehende AG und neue Kooperationen
Inhaltlich sollen neben Lerninsel und Hausaufgabenbetreuung auch bestehende AG-Angebote eingebunden werden – darunter etwa Schülermitverantwortung (SMV), Schreibwerkstatt, Club of Rome, Basketball, Theater, Orchester, und, und, und. Zusätzlich zum bestehenden, reichhaltigen AG-Angebot des TSG sind auch neue Kooperationen geplant, berichtete Mosbacher. Sportvereine, Altenhilfe, Theater im Deutschen Haus, TZ-Campus – diese und weitere Partner hat die Schule bereits im Blick.
Um dieses Angebot einzurichten, brauche es einiges an Infrastruktur, räumte King ein – wobei viel davon am TSG bereits vorhanden sei. Strukturiert ist die Ganztagsbetreuung rund um die Mensa, über die das Bildungszentrum bereits verfügt. Zudem stünden – dadurch, dass für die Klassen fünf und sechs kein Nachmittagsunterricht stattfindet – Räume zur Verfügung.
Räte rechnen mit großer Nachfrage
Im Gremium stieß das Konzept auf große Zustimmung, Karola Erchinger (Freie Wähler) war sich sicher, dass das Angebot notwendig sei – eigentlich bis einschließlich Klasse sieben. „Ich denke, es wird auch angenommen“, sagte Erchinger – denn in immer mehr Familien seien beide Elternteile berufstätig.
Dem pflichtete Oliver Freischlader (SPD) bei. Die Notwendigkeit für die Ganztagsbetreuung sei da – er könne sich aber auch vorstellen, dass weitere Kinder darüber hinaus das neue Angebot nutzen würden. „Es ist eine Öffnung der Schule“, lobte er. „Das tut der Schule gut, das tut aber auch der Stadt gut.“