Die Corona-Pandemie ist als Zeit voller Einschränkungen in Erinnerung. Dass daraus auch positive Impulse hervorgehen konnten, zeigte sich bei einer Lesung.
Die Aula des Markgräfler Gymnasiums verwandelte sich in einen literarischen Salon: Jessline Jahn, Schülerin der Kursstufe 12, entdeckte während des Lockdowns ihre Leidenschaft für das literarische Schreiben – und präsentierte nun ihren ersten Roman.
Im März 2025 erschien ihr Debüt „Buried under broken dreams“, aus dem sie zwei längere Passagen vorlas.
Während der Arbeit an diesem Buch verbrachte Jessline ein Auslandsjahr in den USA und entschied sich daher, den Roman auf Englisch zu verfassen.
Auch die Fortsetzung „Living our broken dreams“, in der die Geschichte der jugendlichen Protagonisten May und Luke weitergesponnen wird, entstand in englischer Sprache.
Beide Werke richten sich laut der Autorin besonders an jugendliche Leser, da sie deren Lebenswelt widerspiegeln: Themen wie die schwierige Ablösung von der Familie, auch wenn diese alles andere als Sicherheit und Wärme vermittelt, der Druck im Hochleistungssport und die Suche nach der eigenen Identität stehen im Mittelpunkt. Während im ersten Band die Konflikte und Kämpfe dominieren, eröffnet die Fortsetzung eine hoffnungsvolle Perspektive, in der die Figuren ihren Weg finden – und auch zueinander.
Die Lesung machte deutlich: Jessline schreibt nicht einfach „drauflos“, sondern mit klarem Konzept. Schon in den wenigen vorgetragenen Auszügen waren durchdachte Motivketten, wiederkehrende Symbole und eine sorgfältige Figurenzeichnung erkennbar. Im anschließenden Gespräch mit dem Publikum beschrieb sie ihre Arbeit als planvolles Vorgehen auf mehreren Ebenen: kontinuierliches Feilen am Text, aber auch die zielgerichtete Suche nach Publikationsmöglichkeiten sowie die Vernetzung mit anderen jungen Schreibenden.
Sich täglich an den Computer zu setzen, sich in unterschiedlichen Genres und Stoffen auszuprobieren, auch wenn nicht alle Projekte bis zum Ende getrieben werden: So präsentierte Jessline ihre Leidenschaft für das Schreiben als Mischung von Experimentierfreude und Disziplin. Derzeit arbeitet Jessline an einem neuen Buch in deutscher Sprache – über dessen Inhalt sie allerdings noch nichts verraten wollte.
Den künstlerischen Rahmen der Veranstaltung gestaltete Annelie Rieber (ebenfalls Kursstufe 12) mit virtuosem Klavierspiel. Am Ende gab es großen Applaus für beide Künstlerinnen.