Die Schulwelt in Furtwangen nimmt Abschied von Studiendirektor Martin Schartel am OHG – doch er hinterlässt viele Spuren.
Martin Schartel ist ein Mann der Schule und des Sports. Sein intensiver Einsatz brachte nicht nur das Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) auf einen fortschrittlichen Weg, sondern er machte Furtwangen gerade durch eigene sportliche Erfolge und die Einrichtung einer „Eliteschule des Sports“ nahezu weltweit bekannt.
Es geht um mehr als nur Wissensvermittlung
Der Studiendirektor kann auf eine beruflich und sportlich erfolgreiche Karriere blicken und ist froh, „einen tollen Beruf“ ergriffen zu haben. Er ist überzeugt, dass die Begleitung von Kindern und Jugendlichen eine wertvolle Aufgabe darstellt. Dabei soll Schule nicht nur Ort der Wissensvermittlung sein, sondern Werte präsentieren und einen Beziehungsraum zu Kindern und Jugendlichen bieten.
Mit Stirnrunzeln blickt er auf künftige Rahmenbedingungen wie Gefährdung von Frieden, Demokratie, Umwelt und Natur. Als große Herausforderung für junge Menschen sieht er die „omnipräsente Nachrichtenflut und Vernetzung“ durch aktuelle Medienangebote. Der Vollblutpädagoge hegt ferner Bedenken bei der Nutzung künstlicher Intelligenz (KI).
Der einsatzfreudige Lehrer bewirkte eine positive Außendarstellung des OHG, sorgte für Grundschulinformationen und den Tag der offenen Tür. Zudem knüpfte er Kontakte zu Sportvereinen, dem Sportverband der Stadt und dem Freundeskreis OHG. Außergewöhnlich war sein Einsatz bei den Musical-Produktionen von „Kätz“ und „Relationship“ und besonders im Geografie-Unterricht sorgte er für Digitalisierung.
Lebhafte Erinnerungen an abenteuerliche Anfänge
Das Augenmerk von Martin Schartel lag auf Sport, und der Gütenbacher Name Schartel gilt als Synonym für „Skifahrerfamilie“. Er erinnert sich an abenteuerliche Anfänge, als Sprungkraft und Mut gefragt waren, im Gegensatz zu heutigen hoch spezialisierten Techniken, Materialien und Anlagen. Von Bedeutung war seine Bundeswehrzeit, die er als Mitglied der Nationalmannschaft in der nordischen Kombination in Fahl absolvierte. Fortsetzung fand er als Betreuer der Leistungssportler im Skiinternat (SKIF) und 1996 wurde er Koordinationslehrer.
Nachdem er Landesbeauftragter für die Olympia-Jugend im Skilanglauf wurde, folgte die bedeutungsvolle Einrichtung der „Eliteschule des Sports“ durch Kooperation von OHG, Robert-Gerwig-Schule und SKIF. Als Resultat wurde 2002 ein eigenes Sportprofil am OHG eingerichtet, und 2003 erfolgte die Ernennung Schartels zum Fachabteilungsleiter für Sport und Gesellschaftswissenschaften. Dem erfahrenen Pädagogen gelang es auch, das sportliche Profil im Bereich Realschule einzuführen, das als Wahlpflichtfach ab Klasse sieben einen festen Bestandteil darstellt.
Ein riesiger Erfolg bietet neue Möglichkeiten
Am SKIF trieb Schartel auch immer wieder neue Zielsetzungen voran. Ein riesiger Erfolg wurde für Leistungssportler die seit 2016 geltende „individuelle Schulzeit-Streckung“, welche für die sportlichen Größen die Möglichkeit eröffnet, die Oberstufenzeit von zwei auf drei Jahre erhöhen zu können. Nun heißt es für das OHG: Abschied von einer verdienten Lehrkraft und einem engagierten Sportförderer nehmen.
Zur Person
Martin Schartel
Er wurde 1959 in Gütenbach geboren. 1991 erfolgte die Heirat; aus der Ehe ingen zwei Söhne hervor. 1978 absolvierte er das Abitur am OHG, vier Jahre Bundeswehr und ein Studium an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg schlossen sich an. 1990 nach dem Referendariat war er fest am OHG angestellt und dort Fachlehrer für Sport, Erdkunde, Geschichte, 1991 Studienrat, 2001 bis 2009 Landesbeauftragter von „Jugend trainiert für Olympia“. Den Titel „Eliteschule des Sports“ hat er mit erreicht durch das Zusammenwirken von OHG, Robert-Gerwig-Schule und Skiinternat. Ab 2003 war er Fachabteilungsleiter für Sport und Gesellschaftswissenschaften, ab 2005 Studiendirektor