Kein Dauerzustand: Grundschulrektorin Patricia Fischer vor dem Container der Schulsozialarbeit. Foto: Gegenheimer

In der Falkensteinschule herrscht Raumnot. Rektorin Patricia Fischer informiert unsere Redaktion über den aktuellen Stand.

Die Falkensteinschule hat ein Raumproblem. Wie kommt’s, dass die Schule im Dobeltal, die bis Sommer 2017 noch Grund- und Haupt- beziehungsweise Werkrealschule in einem beherbergte, innerhalb weniger Jahre nicht mehr genug Platz für ihre Grundschulklassen besitzt?

 

Vielfältige Gründe Steigende Schülerzahlen sind nur einer, aber ein wichtiger Grund. Hinzu kommen immer mehr gesetzlich verankerte Rechtsansprüche zur Förderung von Kindern in der Vor- und Grundschulphase, vor allem aber in den allernächsten Jahren die Ganztagesbetreuung betreffend.

Reine Grundschule Die Zahl der Hauptschüler war bereits stark rückläufig, als nicht zuletzt auf Betreiben von Rektorin Patricia Fischer, gerade einmal ein Jahr im Amt, zum Schuljahr 2014/15 die Grundschüler aus dem Klosterareal mit ins Gebäude im Dobeltal einzogen. Alle Klassenstufen zusammen zählten knapp 180 Schüler, davon etwa 125 in der Grundschule. Räume der Schule im Dobeltal waren ungenutzt gewesen, nur noch drei Klassen waren – teils als Kombiklassen – im Hauptschulbereich unterrichtet worden. Im Sommer 2017, nur drei Jahre später, verabschiedete die Schule ihre letzten Hauptschulabsolventen. Ab dem Schuljahr 2017/18 war die Falkensteinschule reine Grundschule.

Von 125 auf 220 Schüler Die Zahlen zeigen einen eindeutigen Trend, wie Rektorin Fischer aufzeigt: Aktuell hat sie allein 210 Grundschüler, im kommenden Schuljahr voraussichtlich 220. Durch Zuzüge und Migration, einschließlich Flüchtlingen, geht die Prognose dahin, dass die Klassenstufen bis zum Schuljahr 2025/26 komplett dreizügig werden. Für das kommende Schuljahr wird es bereits zehn Grundschulklassen geben. Außerdem steigt die Zahl der Kinder mit erhöhtem Förderbedarf steigt.

Spezieller Förderbedarf Das bedeutet nicht nur mehr Klassenzimmer, sondern die Notwendigkeit weiterer Räume für Förderklassen. Dazu gehören Vorbereitungsklassen für Sprachförderung – nicht nur, aber auch bei mangelnden Deutschkenntnissen – oder für Inklusionskinder, denn auch die werden in der Falkensteinschule willkommen geheißen. Konkret heißt das, dass Kinder mit – unterschiedlichem - speziellen Förderbedarf während bestimmter Unterrichtsstunden aus dem Klassenverband herausgehen und Sonderunterricht erhalten. Dazu braucht es neben einer zunehmend größeren Zahl ausgebildeter Kräfte auch die Räume.

Ungenügender Ist-Zustand Ein Besprechungsraum für das Lehrerkollegium, abseits des normalen Lehrerzimmers, fehlt aktuell schon ebenso wie ein separates Krankenzimmer. Die Schulsozialarbeit ist in einem Container hinter dem Schulgebäude angesiedelt. Der Musiksaal wird heute schon teilweise für die Vorbereitungsklassen und die Sprachfördergruppen genutzt. Ein kleiner Besprechungsraum für Elterngespräche fehlt ganz.

Die ehemaligen Fachräume der Hauptschule wurden zum Teil bereits umgebaut und sukzessive für Bildende Kunst – aber auch für die Kernzeitbetreuung genutzt. „Drei Räume nutzt die Kernzeitbetreuung aktuell“, erklärt Fischer, „die Erfahrungen aus der Corona-Zeit haben gezeigt, dass es sinnvoll ist, die Klassenstufen zu trennen“. Doch jetzt bräuchte die Schule die Räume wieder für den Unterricht.

Künftig kommen verpflichtende Sprachförderangebote für die Vorschuljahrgänge dazu. Noch ist nicht klar, wer diese übernimmt – das Kinderhaus hat aber auch keine freien Raumkapazitäten. Und die Kernzeitbetreuung muss ausgebaut werden auf „ganztägige Förderung in einer Tageseinrichtung“. Der Computerraum wird jetzt ebenfalls geräumt – für ein Klassenzimmer.

Im Gespräch In der Mai-Sitzung des Gemeinderates hat Rektorin Fischer die Bedarfsplanung für die Schulkindbetreuung vorgestellt. Ziel: Auslagerung der kompletten Betreuung aus der Schule, weil die die Räume für Unterricht benötigt werden. Container könnten eine Zwischenlösung sein – aber auch nicht mehr.

Hauptamtsleiterin Ilona Störner-Meier sprach von Geldern, die für einen Neubau – auf einer Fläche hinter der Sporthalle – im Haushalt eingestellt seien. Und dass eine Prüfung zu Fördergeldern angestoßen werde. Rektorin Fischer bleibt optimistisch: Schon diese Woche ist das nächste Gespräch mit dem Bauamt geplant. Höchste Zeit, wenn man die Zeitspanne bedenkt, die es braucht, bis ein Gebäude tatsächlich steht.